Allianz Aktie: Potenzial mit China-Lizenz

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Als erste ausländische Versicherung kann die Allianz in China demnächst eine eigene Holding gründen und den riesigen Markt aufrollen. (Foto: JPStock / Shutterstock.com)

Während nach dem Kaufrausch am Black Friday die Aktien viele Händler wie Amazon, Walmart oder Zalando zulegten, machte das Papier der Allianz Versicherung einen Satz um 6 Euro auf 190,5 Euro. Die Meldung des Tages: Die Allianz erhält eine China-Lizenz. Damit kann Europas größter Versicherer kann den dortigen Markt aufrollen.

Einen riesigen Versicherungsmarkt aufrollen

Erstmals überhaupt hat Peking einem ausländischen Unternehmen grünes Licht gegeben, eine Holding-Tochter zu gründen. Ab nächstem Jahr wird es also eine Allianz China Insurance Holding geben. Für die Münchner ist es „eine Ehre“, das Potenzial ist riesig. Besser könnte es nicht laufen.

Als erster profitiert die Allianz von Chinas Öffnung seines Banken- und Versicherungssektors. Die bisherige Obergrenze von 51 % Beteiligung für den Besitz ausländischer Unternehmen wurde aufgehoben und damit der Zwang zu Joint Ventures. Die betreibt die Allianz bereits, und zwar im Bereich Lebensversicherungen.

Der Versicherer ist unter anderem mit 51 % am Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Finanzriesen Citic Trust beteiligt, das den Namen Allianz China Life trägt. Mit rund 2.000 Mitarbeitern wurden in den ersten neun Monaten 2018 Neugeschäfte in Höhe von umgerechnet 61,3 Mio. US-Dollar generiert.

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Wie sich die künftige Integration bzw. Zusammenarbeit mit der neuen Holding gestalten soll, muss erst noch ausgearbeitet werden. Auch war erst im Sommer eine für die Sparte Schaden- und Unfall eine Partnerschaft mit dem chinesischen Online-Händler JD.com angekündigt worden, der 30 % an Allianz China übernehmen soll. Ziel ist die Gründung einer Online-Versicherung. Auf jeden Fall wird es beim aktuellen Marktanteil von 0,07 % nicht bleiben. Die Allianz geht beim künftigen Chinageschäft in den nächsten zehn Jahren von jährlich rund 14 %-igen Zuwachsraten aus.

China nutzt Allianz im Handelsstreit

Dabei setzt Allianz-Chef Oliver Bäte vor allem auf global einheitliche Versicherungsangebote, die sich lokal anpassen lassen. Gerade dem Segment Autoversicherung werden hohe Zuwachsraten zugeschrieben. Aus seiner Sicht geht es darum, skalierbare einheitliche Produkte mit dem Trend zur Individualisierung zu verbinden.

Der Vorteil gegenüber anderen Dax-Unternehmen wie etwa BMW oder Daimler: Die Allianz gerät mit ihrem Geschäft nicht in die Mühlen des Handelsstreits zwischen China und den USA. Im Gegenteil kann Peking mit der unerwartet schnellen Öffnung des Finanzsektors seine Bereitschaft demonstrieren, auf eine der Forderungen Trumps einzugehen. Auch wenn nun eine deutsche Versicherung zum Zuge kam.

Die Allianz-Aktie hat nicht nur neues Potenzial, sie ist derzeit stark unterbewertet und einen Blick wert. Die Analystenhaltungen und Erwartungen sind durchwegs im grünen Bereich. Damit kann das Papier gerade für Langzeit-Anleger ein attraktives Investment sein.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.