Allokation: Ein oft gebrauchter, nicht immer verstandener Begriff

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Allokation ist ein häufig und in verschiedenen Bereichen angewandter Begriff. Eine Definition zur Allokation hilft die Zusammenhänge zu verstehen. (Foto: Kzenon - Fotolia)

Allokation ist ein häufig und in verschiedenen Bereichen angewandter Begriff. Eine Definition zur Allokation hilft, die Zusammenhänge zu verstehen.

Der Begriff Allokation findet in mehreren Bereichen Anwendung und wird trotz gemeinsamer Definition unterschiedlich eingesetzt. Daher werfen wir zunächst einen Blick auf die allgemeine Definition des Wortes Allokation.

Allokation: Definition des Wortes

„Eine Allokation (vom lateinischen allocare (platzieren)) ist eine Zuordnung von Elementen einer Menge zu Elementen einer anderen Menge. In der Regel ist die allozierte Menge eine Menge von Ressourcen und von Subjekten oder Objekten, welche die Ressource(n) verwenden. Kennzeichnend ist, dass eine bereits allozierte Ressource nicht gleichzeitig einem anderen Subjekt oder Objekt zur Verfügung steht.“

Dies ist die allgemeine Definition für Allokation. Hört sich aber sehr umständlich an und ist nicht so leicht nachzuvollziehen. Einige Beispiele aus verschiedenen Fachbereichen, was Allokation in der Praxis bedeutet, vereinfachen das Verständnis.

Allokation, erklärt durch Praxisbeispiele

Wenn wir die obige Definition für Allokation etwas vereinfacht ausdrücken, bedeutet Allokation die Zuweisung oder den Einsatz eines nur bedingt verfügbaren Gutes für einen bestimmten Zweck.

Hierbei ist das kleine Wort „einen“ von recht entscheidender Bedeutung. Es sagt aus, dass die Verwendung dieses Gutes (Werkstoff, Geld, Personal, etc.) wirklich nur für diesen einen Zweck vorgesehen ist. So wird z.B. in der Informatik die Zuweisung von Speicherplatz für bestimmte Anwendungen als Allokation bezeichnet.

Bei Kooperationen beispielsweise zwischen Forschungsinstituten und Unternehmen wird durch die Allokation festgelegt, wer welche Mittel einbringt und wie diese verwendet werden: Es wird vorab bestimmt, welche Mittel einem bestimmten Projekt zufließen und für welche Zwecke diese eingesetzt werden, und ebenso, welche Human Resources (Personal) und welche Forschungseinrichtungen für welche Zeiträume dafür geblockt werden.

Unvollkommenheit des Marktes zwingt Staat zu Eingriffen

Im in der Praxis eher vorkommenden Fall eines unvollkommenen Marktes übernimmt der Staat mitunter die Aufgabe, in die Allokation steuernd und korrigierend einzugreifen. Der Marktmechanismus garantiert im Rahmen der Preisbildung nicht in jedem Fall Gerechtigkeit.

Durch eine Finanzaufsicht kann er beispielsweise Marktversagen präventiv verhindern. In vielen anderen Fällen, wo es nicht unbedingt auf die Gerechtigkeit ankommt, funktioniert der Markt- und Preismechanismus gut. Insbesondere die Finanzmärkte sind an der Ressourcen-Allokation innerhalb der Volkswirtschaften erheblich beteiligt.

In der sozialistischen Wirtschaftstheorie (Zentralwirtschaft) bedeutet effektive Allokation die Zuweisung begrenzt vorhandener wirtschaftlicher Ressourcen auf ausgewählte Verwendungszwecke in der Produktion/Gütererzeugung. Das Knappheitsproblem verlangt die Vermeidung von Verschwendung.

Welche Güter und Ressourcen zu einem bestimmten Zeitpunkt erhält, bestimmt in jedem Fall der Staat, nicht der einzelne Mensch. Auf den Bereich Finanzen übertragen, bedeutet Allokation, das knappe Gut Geld effektiv zu verteilen.

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Allokation: Definition für das Anlage-Portfolio

Die Allokation ist ein wichtiges Element für jedes Portfolio, egal ob für institutionelle Großanleger oder Privatinvestoren. Sie ist ein elementarer Bestandteil des Money-Managements.

Hier gilt es, das knappe Gut Geld – ob von institutionellen Anlegern oder Privatanlegern – sinnvoll zu verteilen. Die Allokation (also die Verteilung) wird auf verschiedene Anlage- und Risikoklassen, sogenannte Assets vorgenommen.

Hierbei wird die Allokation immer weiter verfeinert. Das heißt, zunächst werden verschiedene Anlageklassen wie Immobilien, Aktien, Edelmetalle und Anleihen ausgewählt. Dann wird festgelegt, welcher Anteil des Vermögens in die jeweilige Sparte investiert wird.

Anschließend wird in jeder Sparte das Muster immer mehr verfeinert. Bei den Aktien legt man also z.B. fest, in welche geografischen Bereiche (USA, Europa, Schwellenländer…) investiert wird, dann, in welche Branchen und schließlich, in welche Firmen innerhalb der ausgesuchten Branchen.

Diese Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklasse dient dazu, das Risiko zu minimieren und die Rendite zu maximieren und wird auch Asset-Allokation genannt.


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Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen.