Alstria Aktie: Immobilien-Papier profitiert vom Mangel an Büroflächen

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Die Alstria-Aktie ist zwar kein Renditerenner, profitiert aber vom extrem boomenden Gewerbeimmobiliensektor und bringt hohe Dividenden. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Es war das erste REIT-Papier, das 2007 auf den deutschen Markt kam: die Alstria-Aktie. Sie war eine neue Anlagemöglichkeit und eine Alternative zu Immobilienfonds, die mit Problemen und immer mehr Vorschriften konfrontiert wurden. Wer nach dem Absturz durch die Finanzkrise zustieg, konnte den Wert seiner Anlage grob verdreifachen.

Alstria-Aktie mit sehr hohen Dividenden

Das im MDax gelistete Real Investment Trust-Unternehmen profitiert von dem seit Jahren ungebrochenen Aufwärtstrend bei Immobilien. Anders als etwa bei Vonovia geht es hier um lukrative Büro- und Gewerbeobjekte, weshalb der volle Name Alstria Office lautet.

Der für viele Anleger interessantere Unterschied jedoch ist der Status einer REIT-AG, die weder Körperschafts- noch Gewerbesteuern zahlt, im Gegenzug aber einen sehr hohen Anteil vom Gewinn an die Aktionäre ausschüttet. Die Alstria-Aktie erfreut mit einer Dividendenrendite von über 4 %.

Das Hamburger Unternehmen konnte 2017 im Jahresvergleich trotz eines leichten Umsatzrückgangs um 4,16 % auf 193,7 Mio. Euro unterm Strich ein um fast 68 % gestiegenes Betriebsergebnis in Höhe von 297 Mio. Euro verzeichnen. Dass der Gewinn den Umsatz derart übersteigt, gehört zu den Besonderheiten im Immobilienbereich und erklärt sich bei Alstria mit Bewertungsgewinnen der im Portfolio gehaltenen Objekte.

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Steigende Spitzenmieten in Top-Lagen

Laufende Mieteinnahmen sind also nur ein Teil in der Bilanz. Doch auch die sind seit Anfang 2018 wieder kräftig angestiegen. Zu den soliden und prominenten Mietern gehören unter anderem Daimler und die Telekom. Die Top-10-Mieter machen nach Firmenangaben rund 50 % der Mieteinnahmen aus. Die Suche nach Top-Mietern mit langfristigen Verträgen hat allerdings ihren Preis: Die Leerstandsquote liegt mit rund 11 % klar über dem bundesdeutschen Schnitt.

Das zweite Standbein ist das Management bzw. der Ausbau des Immobilienbestands, und zwar vorwiegend in den gefragten deutschen Zentren wie Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart oder München. Alstria konzentriert sich seit geraumer Zeit verstärkt auf Top-Lagen und strukturiert sein entsprechend Portfolio um. Mit dieser Ausrichtung profitiert Alstria von der Tatsache, dass in diesen Städten die Spitzenmieten zum siebten Mal in Folge gestiegen sind.

Der Markt wächst zweistellig

Nicht nur Wohnungen sind ein Problem, auch fehlen überall Büros. Das Angebot kommt der Nachfrage nicht hinterher. Fehlender Büroraum ist einerseits eine Wachstumsbremse für die deutsche Wirtschaft, die Immobilienwirtschaft wiederum freut sich über steigende Erträge. Bei Gewerbeimmobilien wurden mit insgesamt 58,1 Mrd. Euro fast 10 % mehr Umsätze gemacht als im Vorjahr.

Und eine Trendumkehr oder Blase ist offenbar nicht in Sicht. Allenfalls könnte die Kurve etwas abflachen. Insofern hat die Alstria-Aktie noch etwas Potenzial. Für die ganz großen Zuwächse dürfte sie bereits ausgereizt sein. Auch gehört sie seit drei Jahren nicht gerade zu den Renditerennern. Dafür sorgt sie mit ihren vergleichsweise hohen Dividenden für ein willkommenes Zubrot.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.