Alstria office REIT Aktie: Garant für Dividende?

Mann Chartanalyse – Dean Drobot – shutterstock_515324152

Die Alstria office-REIT AG als erster deutsche Real Estate Investment Trust birgt dank ihrer Rechtsform viele Vorteile für Investoren. (Foto: Dean Drobot / Shutterstock.com)

Die Alstria office REIT AG ist ein Immobilienunternehmen aus Hamburg, das sich auf die Akquisition und Verwaltung deutscher Gewerbeimmobilien spezialisiert hat.

Das Besondere an der Alstria AG ist ihre branchenspezifische Rechtsform:

Die Abkürzung „REIT“ steht für „Real Estate Investment Trust“.

Dahinter steckt oftmals eine Aktiengesellschaft, die ausschließlich mit Immobilien handelt und dabei den größten Teil ihrer Gewinne als Dividende ausschüttet.

In jedem Land gelten andere Kriterien dafür, ab wann man in der Immobilienbranche als REIT firmieren darf. In Deutschland reicht es theoretisch auch schon, als Gesellschaft lediglich Immobilien zu finanzieren und nicht selbst zu verwalten.

Alstria office: Erster Deutscher Real Estate Investment Trust

Hierzulande gibt es bislang lediglich vier Immobilienfirmen dieser Rechtsform.

(Stand: Frühjahr 2013).  Alstria hat sich erstmals an eine Umfirmierung zur REIT herangewagt und bezeichnet sich daher im Firmenlogo auch stolz als „First German REIT.“

Mehr zum Thema: REIT-Unternehmen: Die richtige Immobilienanlage

Das Immobilien-Portfolio des Unternehmens konzentriert sich vorwiegend auf Objekte in Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart.

Im Geschäftsjahr 2011 machte die Alstria AG 90,79 Millionen Euro Umsatz mit lediglich 50 Mitarbeitern. Das ist auf den relativ hohen Umfang und Wert ihres Immobilienportfolios zurückzuführen.

Anfang 2012 umfasste ihr Bestand 85 Gebäude im Gesamtwert von 1,6 Milliarden Euro.

Langfristige Mietverträge und Leasing: Geschichte der Alstria AG

Die Alstria AG wurde in Jahre 2006 gegründet und kann zwar nicht, wie so manch anderes SDAX-Unternehmen, auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken, macht dies jedoch durch ihr Portfolio wieder wett.

Bereits in 2007 folgte die Umwandlung zum ersten deutschen Real Estate Investment Trust.

In den letzten Jahren hat es sich für Alstria bewährt, sein Immobilienportfolio-Management aktiv zu gestalten und langfristig auszurichten, sprich: langfristige Mietverträge einzugehen.

Alstrias Erfolgsrezept: Sale-and-Lease-Back

Mit dem so genannten Sale-and-Lease-Back-Verfahren konnte Alstrias Immobilienbestand langsam aus größeren Portfolios anderer Firmen akkumuliert  werden.

Dabei wird eine Immobilie zunächst an eine Leasinggesellschaft verkauft und mit einem Leasingvertrag vom Immobilienunternehmen weiter genutzt- so lange, bis das Objekt mit Zahlung der so genannten Rückkaufsumme in das Eigentum des Unternehmens übergeht.

Diese Methode hat sich bewährt- jedoch nur, weil Alstria stets eine hohe Eigenkapitalquote vorweisen konnte. ( Ein Beispiel: 48,7% im Geschäftsjahr 2011)

Mehr zum Thema: REITs: Die Erfolgsgeschichte

Wodurch hebt sich Alstria Office von anderen Immobilienunternehmen ab?

Die Rechtsform der REIT macht Alstria auch für Privatanleger besonders interessant,

da der Real Estate Investment Trust sich verpflichtet, gewisse finanzielle und rechtliche Kategorien zu erfüllen, um seinen Status zu behalten.

Zu diesen Kategorien gehören beispielsweise die Pflicht, 90% der Gewinne jährlich  auszuschütten. Das wäre für viele Branchen undenkbar, ist jedoch bei Immobiliengesellschaften machbar.

Allerdings erklärt diese Bedingung auch, warum es bisher nur so wenige REITs in Deutschland gebt.

REIT-Eigenkapital: Nicht unter 45%

Zusätzlich sorgt die Bedingung, eine Eigenkapitalquote von mindestens 45% einzuhalten, für die nötige Sicherheit.

Falls eine REIT in ernsthafte Finanzierungsschwierigkeiten geraten sollte, müsste sie theoretisch wieder umfirmieren.

Mehr zum Thema: Chancen und Risiken bei Investitionen in die Immobilien-Klasse REIT

Die Aktie der alstria office REIT AG an der Börse

Alstria Office war seit seiner Gründung in 2006 an der Frankfurter Börse vertreten.

Dank dem Wechsel von einer gewöhnlichen AG zur REIT sprechen Analysten für die Aktie dieser Immobilienfirma wiederholt Kaufempfehlungen aus.

Die Pflicht-Dividende von 90%  lockt natürlich, jedoch sollte man beachten, dass das Kursziel zwischenzeitlich immer wieder nach unten korrigiert wird. Dies kommt von den neuen Bewertungskriterien für Immobilien nach IFRS-Rechnungslegung.

Derzeit befinden sich 80% der Alstria-Aktien in Streubesitz.

Des Weiteren ist die französische Investmentbank Natixis, die zu den dortigen Sparkassen gehört, mit 13% nicht unmaßgeblich an Alstria.

Mehr zum Thema: Erfolgreich diversifizieren Teil 2: REIT-Immobilien

Aktienkurse – Jirapong Manustrong – shutterstock_573121573

Alstria und Hamborner: Guter Jahresstart trotz CoronaDeutsche Wohnen steigt in den DAX auf und 2 andere Immobilien-Unternehmen haben trotz Corona-Krise gute Zahlen vorgelegt.  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
david-gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz