Altersvorsorge mit Aktien: so geht’s

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Zur Altersvorsorge sind Aktien erste Wahl. Sie entwickeln sich langfristig stabiler als Anleihen und sind mit Abstand rentabler als Zinsen. (Foto: Daniela Staerk / Shutterstock.com)

Dass die Rentenlücke den Lebensstandard im Alter drückt, ist leidlich bekannt. Zwar will die Politik das Rentenniveau im Verhältnis zum Lohn auf 48 % festschreiben, doch das Problem bleibt bestehen. Umso wichtiger ist die richtige Altersvorsorge. Aktien gehören beim Vermögensaufbau unbedingt ins Programm.

Stabiler als Anleihen und Zinsen

Die Altersvorsorge mit Aktien gewinnt sogar an Bedeutung gegenüber Zinsanlagen. Die werden zwar von künftig steigenden Zinsen profitieren, doch mit den Beschlüssen der Regierung wird mehr vom Zinsertrag an den Fiskus gehen als bisher. Zinserträge unterliegen dem persönlichen Steuersatz, während für generelle Kapitalerträge weiterhin die Abgeltungssteuer von 25 % gilt. Aktien bleiben damit im Vorteil.

Beim Thema Altersvorsorge sind Aktien natürlich nur langfristig zu betrachten. Im Schnitt rentiert eine gut gemischte Anlage mit mindestens 6 % – Krisenphasen eingerechnet. Es geht also nicht ums Spekulieren, sondern darum, dass ein Aktionär Miteigentümer von Unternehmen ist, Gewinnbeteiligungen in Form von Dividenden erhält und vom generellem Wirtschaftswachstum profitiert.

Auf lange Sicht bewegen sich die großen Indizes wie Dax oder Dow Jones stetig nach oben. Das ist stabiler und rentabler als Anleihen oder eine klassische private Rentenversicherung – und bringt allemal mehr als die gesetzliche Rente. Wer einen langen Atem hat, kommt mit Aktien auf beachtliche Beträge.

Beispiele: Das bringt die Altersvorsorge mit Aktien

Wer vor 30 Jahren 10.000 Euro in einen Aktienmarkt mit 6 % jährlicher Durchschnittsrendite investiert hat, verfügt nun über mehr als 57.000 Euro. Wer aber vor 25 Jahren den gleichen Betrag in deutsche Staatsanleihen gesteckt hat, kommt auf lediglich 25.000 Euro.

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Wer zeitig einsteigt, kann auch mit kleinen monatlichen Raten einen Aktiensparplan bedienen. Schon 20 Euro monatlich ergeben bei 6 % jährlicher Rendite nach 30 Jahren ein Guthaben von 19.590 Euro. Angenommen man erhält 25 Jahre lang (im Regelfall also bis zum 92. Geburtstag) Rente. In diesem Fall wäre das immerhin rund 65 Euro zusätzliche “Rente” pro Monat.

Und investiert etwa ein 37 Jähriger über denselben Zeitraum mit derselben Rendite monatlich 100 Euro, kommt er mit seinem Aktienportfolio auf eine “Zusatzrente” von 326 Euro. Die klassische private Rentenversicherung schafft deutlich weniger. Selbst bei gleicher Rendite wäre die gegenüber Aktien im Nachteil. Grund sind die Gebühren und Provisionen für die Vermittler.

Typischerweise liegt die Abschlussprovision einer Lebensversicherung bei 4 % der Beitragssumme über die gesamte Laufzeit. Ein Sparplan auf einen ETF, einen passiven Indexfonds, indes kommt je nach abgebildetem Index auf höchstens 0,5 %. Wird die Wertentwicklung eines großen Index wie dem Dax nachvollzogen, liegt die Gesamtkostenquote zwischen nur 0,08 % und 0,16 % jährlich.

Enorme Zusatzrente möglich

Der Dax übrigens steigt seit 1980 um Schnitt um jährlich 8,5 %. Hier bietet sich der Vergleich zur gesetzlichen Rente mit einem Monatsbeitrag von beispielsweise 500 Euro an. Nach 30 Jahren würden 500 Euro pro Monat bei einer Jahresrendite von 8,5 % ein Vermögen von knapp 780.000 Euro ergeben. Die Summe reicht bei angenommen 25 Jahren Auszahlung für eine monatliche “Rente” in Höhe von 2.600 Euro. Kurz: 30 Jahre lang 500 Euro eingezahlt – und 25 Jahre lang 2.600 Euro ausbezahlt.

Natürlich muss auf längere Sicht der Wertverlust durch Inflation abgezogen werden. Auch sind Kapitalerträge nicht steuerfrei. Das aber sind Renten ebenfalls nicht mehr. Unterm Strich punkten Aktien zur Altersvorsorge schlichtweg mit deutlich höheren Renditen.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.