Amazon stellt RoboMaker vor – Kursschub für die Aktie?

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Amazon bringt mit RoboMaker einen neuen Service - was genau kann der Service und kann die Aktie profitieren? (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Auch die Amazon-Aktie hat im Zuge der allgemeinen Marktkorrektur zuletzt stark gelitten. Notierte die Amazon-Aktie Anfang September noch bei über 2.000 US-$, sind die Papiere heute für rund 1.600 US-$ zu haben.

Für Unsicherheiten bei den Investoren sorgten Aussagen von Amazon-Chef Jeff Bezos, wonach Amazon nicht zu groß ist, um zu scheitern. Vielmehr sieht Bezos die Gefahr, dass auch Amazon eines Tages bankrottgehen wird. Die Lebenszeit von Firmen erstreckt sich heute auf 30+ Jahre – und nicht auf über 100 Jahre, so der Amazon-Chef gegenüber dem US-Sender CNBC.

Bezos spielt damit auf die jüngste Insolvenz von Sears an – der Traditionshändler musste Mitte Oktober einen Insolvenzantrag einreichen. Daher wird Amazon nicht müde, weiter innovativ zu bleiben.

AWS RoboMaker – der neue Cloud-Service von Amazon

So steigt Amazon stärker ins Roboter-Geschäft ein, nachdem man im Jahr 2012 bereits den Roboter-Hersteller Kiva Systems für mehr als 700 Mio. US-$ übernommen hatte.

Die Amazon-Tochter Amazon Web Services (AWS) hat hierfür mit AWS RoboMaker einen neuen Service vorgestellt, mit dem Firmen ihre Büros und die Lagerhaltung mithilfe von Robotern weiter automatisieren können.

AWS RoboMaker ist ein neuer Service in der Cloud, der Entwicklern die Möglichkeit bietet, Computercode für Roboter in der Cloud zu entwickeln und diesen Code im Roboter-Simulator Gazebo zu testen. Außerdem lassen sich über AWS RoboMaker etwaige Updates direkt auf Roboter aufspielen.

Außerdem ist AWS RoboMaker mit dem Robot Operating System (ROS) kompatibel – das System dient als Entwicklungsumgebung für die Programmierung von Roboter-Software.

AWS RoboMaker: Einsatz in der Praxis

In der Praxis können Entwickler den neuen Amazon-Service zum Beispiel dafür einsetzen, um Roboter in 3D-Umgebungen ausgiebig zu testen, bevor die Software dann in der realen Welt auf die Roboter aufgespielt wird.

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Außerdem lässt sich in Testumgebungen durch maschinelles Lernen auch die Software weiter optimieren. Dies ist vor allem auch dadurch möglich, da AWS RoboMaker auch in Amazon SageMaker integriert ist, eine Entwicklerplattform, die es erlaubt, kundenspezifische Lernsysteme zu erstellen.

Auch das Onboarding bzw. das Eintreten in die Roboterwelt wird durch AWS RoboMaker für Firmen einfacher, da sich die Roboter-Hardware direkt mit der AWS Cloud verbinden lässt – damit ist eine Datenverarbeitung in Echtzeit möglich.

Zudem erhalten Entwickler sofort Feedback, wenn sich etwaige Probleme beim Entwicklungsprozess auftun – dies verkürzt die Entwicklungszeit und senkt die Kosten bei der Roboter-Entwicklung.

Fazit: Amazon schlägt mit AWS RoboMaker ein neues Kapitel auf

Schon die Übernahme von Kiva Systems und die Einführung von Lager-Robotern war ein großer Erfolg für Amazon. Diesen Erfolg versucht Amazon nun auch nach Außen zu tragen.

AWS RoboMaker bietet Funktionalitäten, welche die Roboter-Entwicklung für Unternehmen vereinfachen und beschleunigen. Damit setzt Amazon auf einen Zukunftsmarkt, der in den nächsten Jahren kräftiges Wachstum verspricht. Glaubt man Marktforschungsstudien (Statista), dürfte der Roboter-Markt von 40 Mrd. US-$ im Vorjahr auf 500 Mrd. US-$ im Jahr 2025 wachsen.

Daher ist es wenig verwunderlich, dass Amazon voraussichtlich in 2019 mit einem eigenen Haushalts-Roboter aufwarten wird. Laut US-Medienberichten arbeitet Amazon schon länger an einem eigenen Roboter (Codename: Vesta), der wohl in 2019 in den Handel kommen soll. Die Amazon-Sparte Amazon Robotics könnte durchaus in den nächsten Jahren eine größere Rolle spielen und wieder einmal beweisen, dass sich Amazon-Chef Jeff Bezos und sein Team nicht auf den bisherigen Erfolgen ausruhen.

Vielmehr müssen Anleger damit rechnen, dass Amazon auch künftig in Zukunftstechnologien investieren wird, auch wenn dies die Gewinnentwicklung kurzfristig belasten sollte. Für Langfrist-Anleger bleibt die Amazon-Aktie gerade aufgrund der jüngsten Kursrückgänge ein interessanter Wert.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands