AMEX Kreditkarte – Alle Infos zur American Express Kreditkarte

American Express Euro RED – shutterstock_316951766 Lemau Studio

Lesen Sie mehr darüber, welche Vorteile Sie als AMEX Kreditkartenbesitzer nutzen können - und wann Sie eine AMEX Centurion Card erhalten. (Foto: Lemau Studios / Shutterstock.com)


Das Wichtigste zur AMEX Kreditkarte:

Abkürzung: AMEX steht für American Express

Kreditkarten: Blue Card, American Express Card, Gold Card, Platinum Card, Centurion Card

Kooperationen: Beispielsweise mit Payback, BMW und Sixt

Bonusprogramm: Membership Rewards, viele Boni, besonders für Vielreisende

Ökosystem: Eigenes Ökosystem mit Flughafen-Lounges, Bonusprogramm, Versicherungen, uvm.

Akzeptanzstellen: Weniger als Mastercard, aber mehrere hunderttausende Akzeptanzstellen in Deutschland


AMEX Kreditkarte: Alle Fakten zur American Express Kreditkarte

In den letzten Jahren erlebte die AMEX Kreditkarte einen regelrechten Boom, insbesondere in Deutschland. AMEX bezeichnet hierbei als Abkürzung das amerikanische Unternehmen American Express Company. Das Unternehmen agiert weltweit, der Hauptsitz liegt in New York City in den USA. Hauptsächlich ist die Firma für die Kreditkarten bekannt. Im Jahre 2019 belegt das Unternehmen den weltweit vierten Rang, über 58 Millionen Karteninhaber verfügen über eine AMEX Karte.

Der Kreditkartenherausgeber und Geschäftsreisedienstleisters bietet eine Produktpalette an, zu der Kreditkarten und Reiseschecks gehören. Weiterhin bietet das Unternehmen Bank- und Investmentdienstleistungen sowie Versicherungen an. Die von American Express ausgegebenen AMEX Kreditkarten werden international auch als „AMEX Cards” bezeichnet.

Besonders bekannt ist American Express für das gut durchdachte System aus Kreditkarten und Reiseleistungen. Das Angebot richtet sich nicht nur an Privatkunden, auch Firmen Kreditkarten werden ausgeteilt. Durch immer mehr Akzeptanzstellen in Deutschland wird die AMEX Karte auch hierzulande immer populärer.

Geschichte der AMEX Kreditkarte: Entwicklung von American Express

Das Unternehmen hat bereits über 150 Jahre auf dem Buckel. Die drei Geschäftsmänner Henry Wells, William George Fargo und John Warren Butterfield gründeten American Express im Jahre 1850. Wer bei den Namen Wells und Fargo aufhorcht, sollte wissen, dass diese beiden Personen auch die Großbank „Wells Fargo” im Jahre 1852 gründeten.

Da es bei der Gründung von American Express natürlich noch keine Kreditkarten gab, positionierte sich der junge Betrieb als Expressdienstleister. Reiter und Postkutschen lieferten Nachrichten, Gold, Aktienzertifikate und weitere Dienstleistungen von den östlichen Städten an die westliche Grenze der expandierenden USA. Der erste Schritt in die heutige Richtung fand dann 1891 statt, damals stellte American Express erstmals Reiseschecks aus. Diese sollten das Reisen der mutigen Kunden erleichtern.

Der damalige Gedanke wurde konsequent weiterentwickelt. Nur wenige Jahre später, in 1895, folgte dann eine eigene Niederlassung in Europa, genauer in Paris. Weitere Standorte folgten im restlichen Europa Stück für Stück, unter anderem auch in Deutschland. Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts sorgte der 1. Weltkrieg für viele Probleme. Alleine 150.000 Amerikaner waren in Europa gestrandet. American Express bediente das Geschäft auch weiterhin, akzeptierte die Reiseschecks und sorgte für die sichere Ausreise. So konnte Vertrauen bei den amerikanischen Kunden aufgebaut werden.

Im Jahre 1958 lieferte American Express, nach einigen turbulenten Jahren in den Vereinigten Staaten, dann die erste Kreditkarte aus. Das heutige Geschäftsmodell war geboren.

Die American Express Kreditkarten im Überblick

Lange Zeit galt eine American Express Karte als ein Statussymbol in Europa. Der Anbieter wurde z. B. in Deutschland mit Hürden in Verbindung gebracht, die viele Privatpersonen abschreckten. Hinzu kam noch die Tatsache, dass es nur eine überschaubare Anzahl an Akzeptanzstellen gab. Insbesondere in Deutschland, wo heutzutage eine Kartenzahlung noch lange nicht Standard ist, schreckten viele Betriebe vor den höheren Gebühren bei der Nutzung zurück.

Bis Ende des Jahres 2012 war für eine Beantragung einer AMEX Kreditkarte ein Mindesteinkommen erforderlich. So konnte eine American Express Gold Card z. B. erst ab einem Brutto-Jahreseinkommen von 40.000 € (in Österreich 35.000 €) beantragt werden. Entsprechende Restriktionen sind inzwischen nicht mehr existent.

Durch eine systematische Verbesserung der Akzeptanzstellen und eine Reduzierung von Hürden kann heutzutage jeder eine American Express Karte beantragen. Alleine im Jahr 2018 kamen über 24.000 neue Akzeptanzstellen, alleine in Deutschland, hinzu. Man kann zwischen einer großen Auswahl an Karten wählen. Sie alle verfügen über neueste Sicherheitsstandards.

AMEX Kreditkarte Einsteigermodell: Die kostenlose AMEX Blue Card

Eine kostenlose American Express Kreditkarte in Deutschland? Mit der recht neuen AMEX Blue Card hat das amerikanische Unternehmen ein Einsteigermodell im Markt platziert. Die Kreditkarte wird als dauerhaft gebührenfrei im Markt platziert. Sie bietet aktuell ein Startguthaben in Höhe von 25 € (Juli 2019). Auch eine Zusatzkarte, z. B. für einen Partner, ist kostenfrei ebenfalls Teil des Angebots.

Das Einsteigermodell ist in der Leistung entsprechend reduziert. Das bekannte Membership Rewards Programm muss für eine Jahresgebühr von 30 € zusätzlich aktiviert werden. Als Versicherungsleistungen ist nur eine Verkehrsmittel-Unfallversicherung inkludiert. Die Gebühren für eine Bargeldabholung betragen 4 %, mindestens jedoch 5 €. Fremdwährungsumsätze lässt sich American Express mit 2 % vergüten.

Grün wie der US-Dollar: Die klassische AMEX Card

Mit der klassischen American Express Card, die ein wenig an den US-Dollar erinnert, hat das amerikanische Unternehmen seine eigentliche Einstiegskarte auch in Deutschland im Angebot. Die Kreditkarte ist in den ersten zwölf Monaten beitragsfrei, danach betragen die Kosten 5 € pro Monat (oder 55 € Jahresgebühr). Aktuell beträgt das Startguthaben 20 € (Juli 2019). Auch bei dieser AMEX Card ist eine Zusatzkarte inkludiert.

Mit dieser Karte werden Nutzer in das gesamte AMEX-Ökosystem eingeführt. Eine Teilnahme beim Membership Rewards Programm ist im Preis inklusive. Bei diesem Treueprogramm sammeln AMEX-Kunden einen Membership Reward Punkt (MR Punkt) für jeden eingesetzten Euro. Die gesammelten Punkte verfallen nicht und können flexibel eingesetzt werden. Auch Zusatzkarten sammeln diese Punkte für den Hauptkarten-Besitzer mit.

Neben der Verkehrsmittel-Unfallversicherung ist auch eine Reiseversicherung bei Flug- oder Gepäckverspätung inkludiert. Zum Schutz von Einkäufen und einem verlängerten Umtauschrecht werden weitere Versicherungsleistungen eingebettet. Die Gebühren für Bargeldabhebungen und Fremdwährungsumsätzen bleiben identisch zur Blue Card.

Somit ist die AMEX Green Card eine gute Wahl für Personen, die wenig reisen und ihr Kreditkarten-Portfolio um American Express erweitern möchten.

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American Express Goldkarte: Gute Versicherungsleistungen inklusive

Für einen monatlichen Beitrag in Höhe von 12 € (oder 140 € Jahresbeitrag) gibt es bei American Express die Goldkarte. Für Neukunden ist diese drei Monate beitragsfrei und offeriert 50 € Startguthaben. Die AMEX Goldkarte bietet ein attraktives Verhältnis zwischen Preis und Leistung.

Das bereits angesprochene Membership Rewards Programm ist natürlich bei der Goldkarte enthalten. Darüber hinaus wird der zusätzliche Preis durch das Versicherungspaket bestimmt.

Das AMEX Gold Versicherungspaket:

  • Reiserücktrittskosten-Versicherung bei Krankheit
  • Auslandsreise-Krankenversicherung
  • Reisekomfort-Versicherung für Flug- & Gepäckverspätungen
  • Europaweiter KFZ-Schutzbrief
  • Verkehrsmittel-Unfallversicherung
  • Schutz von Einkäufen & verlängertes Umtauschrecht

Gebühren für Bargeldabhebungen und Fremdwährungseinsätze sind identisch zu den anderen Kreditkarten von American Express. Die Gold Card ist damit durch das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis beliebt bei preisbewussten Vielreisenden und Meilensammlern.

AMEX Kreditkarte Platinum: Das Multifunktionswerkzeug für Vielreisende

Mit der American Express Platinumkarte bietet AMEX das Nonplusultra für Vielreisende. Die Karte ist dementsprechend auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe maßgeschneidert. Seit dem Juni 2019 gibt es die AMEX Platinum Card auch tatsächlich aus Metall gefertigt. Die Metallkarte schindet nicht nur bei den Akzeptanzstellen Eindruck.

Eine Karte aus Metall und viele Funktionen für Vielreisende kommt natürlich auch mit einer entsprechenden Gebühr einher. Die Karte ist für monatlich 55 € (Jahresbeitrag: 660 €) erhältlich. Neukunden profitieren von einem Startguthaben in Höhe von 100 €. Zu diesem Preis ist eine weitere Platinum-Karte sowie vier weitere Zusatzkarten (AMEX Gold Card oder AMEX Green Card) mit Inbegriffen.

Hinweis

Wer die Platinum Card erhalten möchte, muss ein einmaliges Aufnahmeentgelt in Höhe von 300 € zahlen.

Wie bereits angemerkt, profitieren insbesondere Vielreisende von dem Angebot der American Express Platinumkarte. Dazu zählt beispielsweise ein jährliches Reise-Guthaben in Höhe von 200 €. Der Karteninhaber erhält außerdem einen Status bei teilnehmenden Hotel- und Mietwagen-Partner-Programmen. Für den Anbieter SIXT ride ist ein jährliches 200 € Fahrten-Guthaben inklusive. Besonders wertvoll ist der sogenannte Priority Pass, der für den Hauptkarten- sowie Zusatzkarten-Inhaber und jeweils einer Begleitperson gilt. Mit diesem Zugang erhalten die Personen Zugang für bis zu 1.200 Flughafen-Lounges.

Das Versicherungspaket der AMEX Platinum Karte:

  • Reise-Unfallversicherung
  • Schutz von Einkäufen & verlängertes Umtauschrecht
  • Reisekomfort-Versicherung für Flug- & Gepäckverspätungen
  • Auslandsreise-Krankenversicherung
  • Reisegepäck-Versicherung
  • Auslandsreise-Haftpflicht-Versicherung
  • Mietwagenleistungen: Diebstahl, Kasko & Haftpflicht
  • Reiserücktrittskosten- & Reiseabbruch-Versicherung
  • KFZ-Schutzbrief
  • Ausbildungslückenjahr-Versicherung

Die AMEX Centurion-Karte – Mehr VIP geht nicht

Um eine American Express Centurion Card zu erhalten, muss zunächst über Jahre hinweg ein hoher sechsstelliger Jahresumsatz über eine andere AMEX-Karte generiert werden. Erst dann lädt American Express den Kunden zur Centurion-Karte ein.

Diese Einladung ist für den Erhalt einer solchen AMEX Kreditkarte notwendig, da der Kunde die Karte nicht selbst beantragen kann. Die Inhaber dieser Kreditkarte genießen eine besondere Betreuung durch eigene Service-Teams.

In Deutschland beträgt die Jahresgebühr für eine Centurion Card 2.000 €, in Frankreich ebenfalls 2.000 € und in der Schweiz 4.200 CHF. Die Amerikaner müssen eine Jahresgebühr 2.500 US-$ bezahlen. Die Hauptkarte eines Centurion-Card-Kartenkontos wird in manchen Ländern sogar in Titan handgefertigt.

Die AMEX Payback Karte: Darauf muss geachtet werden

Um eine größere Kundenakzeptanz zu generieren, geht American Express Partnerschaften mit bekannten Unternehmen ein. Dazu zählen z. B. BMW, SIXT und eben Payback. Die American Express Payback Karte ist dabei ein interessanter Hybrid.

Die American Express Payback Karte kann von den Kunden kostenfrei genutzt werden. Dabei ist es egal, ob diese für eine Reise oder den nächsten Einkauf eingesetzt wird. Bei Einsatz der Karte werden jedoch keine Membership Rewards Punkte gesammelt, sondern Payback Punkte. Die Karte ist also nur sinnvoll für Personen, die beim Payback Programm angemeldet sind und dort aktiv teilnehmen. Pro zwei Euro Umsatz kann ein Payback Punkt gesammelt werden. An Versicherungsleistungen profitieren Nutzer nur vom erweiterten Umtausch.

Die Karte eignet sich demnach für aktive Nutzer des Payback-Bonusprogramms, die nicht Mitglieder anderer Bonusprogramme sind.

AMEX Kreditkarte: Was ist Membership Rewards?

American Express bietet seinen Kunden in Deutschland das Bonusprogramm Membership Rewards an. Mit diesem Programm können Kreditkartenbesitzer mit dem Einsatz ihrer Kreditkarte Punkte sammeln. Die gesammelten Bonuspunkte können aus einem Angebot von über 400 Prämien eingelöst werden.

Weiterhin können Membership Rewards Punkte zu anderen Bonusprogrammen (z. B. von Fluggesellschaften) transferiert werden und bei den Kartenprodukten Gold, Platinum und Centurion können die Bonuspunkte sogar gegen Prämienflüge eingetauscht werden.

Zudem kann in den deutschen Modehäusern Peek&Cloppenburg Düsseldorf (und zugehörige Filialen) sowie Anson’s mit den genannten Punkten bezahlt werden. Hierbei entsprechen 200 Punkte dem Wert eines Euros. Inzwischen kann auch beim Online-Handel mit diesen Punkten bezahlt werden.

AMEX Kreditkarten im Vergleich zu anderen Anbietern

Weltweit gibt es eine ganze Reihe an unterschiedlichen Kreditkarten. Neben American Express sind vor allem Marken wie VISA, MasterCard oder Diners Club bekannt.

Die unterschiedlichen Unternehmen verfolgen dabei eine unterschiedliche Strategie. American Express konzentriert sich beispielsweise voll und ganz auf Reisen und Unterhaltung. Diners Club verfolgte ebenfalls diese Nische, ist aber weniger bekannt und wird seltener akzeptiert. VISA und MasterCard sind die absoluten Spitzenreiter, so kommen die beiden Unternehmen auf 323 Millionen Karteninhaber bzw. respektive 191 Millionen Karteninhaber. Bei beiden Unternehmen stehen der alltägliche Bedarf bzw. der Konsum im Vordergrund.

Weniger bekannt sind regionale Karten wie Discovery (in den USA) oder UnionPay (in China). Bei diesen Anbietern ist die Krux die mangelnde Akzeptanz außerhalb ihrer jeweiligen Heimatländer. Dieser Punkt lässt sich aber zu einem Alleinstellungsmerkmal ausbauen, da die Anbieter maßgeschneiderte Lösungen für ihre jeweiligen Nationen anbieten.

Im Vergleich mit den anderen Anbietern steht American Express immer wieder in der Kritik besonders hohe Gebühren zu verlangen. Dies verlangsamt das Wachstum und die Adaption. Durch die konkrete Positionierung gelingt AMEX mit steigender Nutzerbasis über Partnerschaften mit Anbietern wie Payback aber nun doch die Massenverbreitung. Wer viel reist, sollte also unbedingt überlegen, ob er eine American Express Kreditkarte beantragen möchte.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.