Anlagestrategien in der jetzigen Niedrigzinsphase

Trotz Niedrigzinsen setzen immer noch viele Deutsche auf Sparbücher oder Tagesgeldkonten. Dabei gibt es zahlreiche vielversprechende Alternativen. (Foto: kenary820 / Shutterstock.com)

Die anhaltende Niedrigzinsphase verunsichert die deutschen Anleger. Noch immer legen viele Bundesbürger den größten Anteil ihres Geldes aufs Sparbuch, aufs Tagesgeld- oder aufs Festgeldkonto, obwohl es dafür beinahe keine Zinsen mehr gibt. Es ist an der Zeit zu hinterfragen, ob es nicht sinnvoller wäre, auf eine alternative Anlagestrategie auszuweichen, die sich jetzt in der Niedrigzinsphase mehr lohnt.

Niedrige Zinsen – Ein Dauerzustand oder ein vorübergehendes Problem?

Viele Deutsche glauben, dass die niedrigen Zinsen nur ein vorübergehendes Problem seien und versuchen daher, das Problem auszusitzen. Allerdings zeigt die Statistik, dass die Zinsen schon seit dem Jahre 1980 sinken. Die aktuelle Niedrigzinsphase ist zudem ein echtes Rekordtief, das schon einige Jahre anhält. Finanzexperten wie Thomas Grüner warnen, dass es sich dabei nicht um eine kurze Phase handle, sondern um einen Zustand, der mittel- bis langfristig anhalten wird.

Es wird noch viel Zeit ins Land gehen, bis sich die Wirtschaftslage verbessert und die Finanzindustrie erholt. Solange werden auch die Zinsen niedrig bleiben.

Da Festgeld, Sparbuch und andere beliebte Geldanlagen wegen der niedrigen Zinsen keine attraktiven Renditen mehr versprechen, ist es für deutsche Anleger Zeit, nach neuen Strategien zu suchen.

Das Risiko bei Aktien ist erhöht – Multi-Asset-Fonds sind die sicherere Lösung

Risikobereite Menschen kehren den sicheren, aber wenig lohnenswerten Anlagemöglichkeiten daher den Rücken zu und interessieren sich beispielsweise für Aktien als Geldanlage. Tatsächlich bringen diese eine höhere Rendite ein, allerdings schwanken die Kurse und das Verlustrisiko ist gerade für Laien entsprechend groß.

Ein breit aufgestelltes Portfolio hilft, die Risiken zu reduzieren. Trotzdem ist es für Verbraucher schwer, bei der Vielzahl an Wertpapieren am Markt den Überblick zu behalten und Aktien zu finden, die interessant und rentabel sind.

Eine sicherere und komfortablere Alternative stellen die Multi-Asset-Fonds der Deutschen Bank dar. Dabei wird den Anlegern die Arbeit abgenommen, weil erfahrene Finanzexperten in unterschiedliche Anlageklassen investieren. Das hat den Vorteil, dass Risiken diversifiziert werden.

Immer mehr Störfeuer an den FinanzmärktenVor allem aus den USA nehmen die negativen Nachrichten für die Finanzmärkte zu. Auch bei uns könnte das massive Auswirkungen haben. › mehr lesen

Durch das Konzept, mehrere Anlageklassen miteinander zu kombinieren, unterscheiden sich Multi-Asset-Fonds von Renten-, Geldmarkt- oder Aktienfonds. Letztere haben immer einen klar abgesteckten Markt, während bei Multi-Asset-Fonds die Geldanlage aktiv von Finanzexperten gesteuert wird, sodass sich das Portfolio dynamisch anpasst.

Anleihen als alternative Geldanlage

Auch Anleihen können bei der Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten eine attraktive Option sein. Dabei fungieren Unternehmen und Staaten als Emittent. Die Anleger kaufen entsprechende Anleihen und vergeben damit einen Kredit, um sich den Anspruch auf Verzinsung zu sichern.

Wie hoch das Ausfallrisiko ist, hängt von der Bonität des Emittenten ab: Staatsanleihen großer Industrienationen wie etwa Anleihen von Deutschland oder den USA gelten als besonders sicher. Bei Anleihen von Entwicklungs- und Schwellenländern ist die Verzinsung allerdings höher, wobei die Investitionen auch mit einem höheren Risiko verbunden sind.

Auch hier empfiehlt es sich, die Investitionen breit zu verteilen, um das Risiko zu minimieren.

Auch „Betongold“ stellt nach wie vor eine sinnvolle Anlageform dar

Neben Aktien, Fonds und Staatsanleihen ist das sogenannte „Betongold“ eine sinnvolle Anlageform in der Niedrigzinsphase. Damit sind Immobilien-Investments gemeint. Da die Zinsen niedrig sind, lassen sich Eigentumswohnungen und Häuser kostengünstig finanzieren, denn die Konditionen für Kredite sind jetzt äußerst günstig.

Wenn ein Objekt als reine Kapitalanlage erworben wird, ist das aber auch mit Risiken verbunden: Die Konjunkturlage schwankt im Moment, sodass gerade in gewerblich genutzten Immobilien die Mieteinnahmen nicht garantiert sind. Wer in offene Immobilienfonds investieren möchte, sollte deshalb auf eine Streuung in puncto Nutzungsart und Region achten. Eine Alternative stellt in diesem Zusammenhang das sogenannte Crowdinvesting dar.

Dabei schließen sich mehrere Kleinanleger zusammen, um gemeinsam in größere Bauprojekte zu investieren. Das hohe Gesamtvolumen ermöglicht es, dass durch das Crowdinvesting selbst durch kleine Anlagebeträge sehr hohe Renditen erzielbar sind. Das Risiko hält sich dabei in Grenzen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Markus Müller
Von: Markus Müller. Über den Autor

Markus Müller ist Experte für Vermögenaufbau und –absicherung und großem Interesse an genereller Finanzthematik.