Anleihenmarkt: Warum sorgen niedrige Zinssätze für weniger Investoren?

Anleger haben die Qual der Wahl: Aktien? Anleihen? Letztere wirken allerdings unattraktiver – schuld daran sind niedrige Zinssätze.

Die niedrigen Zinssätze von Anleihen – insbesondere von Staatsanleihen – werden oftmals von Investoren als wenig ertragreich angesehen.

Das ist auch der Hauptgrund dafür, warum so wenige Anleger in Anleihen investieren.

Denn potentiell zweistellige Zinssätze auf dem Aktienmarkt erscheinen wesentlich attraktiver.

Trotzdem kann auch der Obligationenmarkt sehr profitabel für seine Anleger sein, da er im Vergleich zum Aktienmarkt vor allem eines bietet: Mehr Sicherheit.

Viele Investoren müssen erst eine beträchtliche Summe durch ein spekulatives Investment auf dem Aktienmarkt verloren haben, um diese Risiken zu erkennen.

Allerdings basiert der Finanzmarkt genau auf solchen Risiken: Je höher das Risiko, desto höher muss auch die Kompensation dafür sein.

Da der Aktienmarkt risikoreicher als der Anleihenmarkt ist, bietet er natürlich langfristig höhere Gewinne.

Dies wirkt sich vor allem auf die Psyche, und somit auch auf die Anlagewahl der Investoren aus.

Ein Beispiel: Einerseits bietet der Anleihenmarkt 5% auf ein Investment von 10.000 € – jährlich, für einen Zeitraum von 30 Jahren. Die Endsumme würde sich also auf 43.219 € belaufen.

Andererseits bietet der Aktienmarkt einen wesentlich höheren Zinssatz von 10%. Dadurch könnte man schließlich sogar 174.494 € erwirtschaften – was im Vergleich zur vorherigen Summe circa das Vierfache bedeutet.

Dabei sollte man allerdings beachten, dass besagte 10% keinesfalls garantiert sind, und ebenso viel Geld verloren werden kann.

Und dennoch: Allein diese potentielle Gewinnchance sorgt dafür, dass wesentlich mehr Anleger ihr Geld nicht in den Anleihen-, sondern in den Aktienmarkt investieren.

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Lisa Mattil
Von: Lisa Mattil. Über den Autor

Lisa Mattil beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit den Themen private Finanzen, Vorsorge, Versicherung und Steuern. Als freie Journalisten hält sie sich auf diesem Gebiet ständig auf dem Laufenden.

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