Apple Aktie: Tech-Gigant arbeitet an eigener Display-Technik

Das iPhone X war bislang nicht der große Wurf - jetzt will Apple offenbar ganz neue Wege gehen. (Foto: pio3 / shutterstock.com)

Das neue iPhone X verkauft sich offenbar weniger gut als erwartet. Zumindest im Abschlussquartal 2017 blieben die Verkaufszahlen – Apple konnte 77,3 Millionen iPhones absetzen – leicht hinter den Analystenerwartungen (80,2 Millionen iPhones) zurück. Insgesamt sank der iPhone-Absatz im Schlussquartal um 1 % gegenüber dem Vorjahr.

Auch für das zu Ende gegangene Märzquartal wartete Apple nur mit einer Umsatzprognose von 60 bis 62 Mrd. US-$ auf, während Analysten mit Einnahmen von knapp 66 Mrd. US-$ gerechnet hatten. Kurzum: Apple muss sich etwas einfallen lassen, um die Kunden wieder mehr für seinen wichtigsten Umsatzträger zu begeistern.

Darum denkt Apple über eigene Display-Technik nach

Für Abhilfe könnte eine neue Display-Technik sorgen, die Apple offenbar heimlich, still und leise entwickelt hat. Wenn man aktuellen US-Medienberichten glaubt, will sich Apple nicht mehr länger nur auf seine Zulieferer (Samsung Display etc.) verlassen, sondern seine eigene Display-Technik verwenden.

In einer geheimen Fabrik in Kalifornien soll Apple bereits sogenannte MicroLED-Displays zu Testzwecken hergestellt haben. MicroLEDs bestehen aus sehr kleinen LEDs, die im Vergleich zur klassischen LCD-Technik diverse Vorteile bieten.

Zum einen ermöglichen MicroLEDs höhere Kontrastwerte und zum anderen schnellere Reaktionszeiten. Zudem verbrauchen MicroLEDs weniger Strom als gewöhnliche LEDs, womit MicroLEDs bereits als Nachfolger für die OLED-Technik (Organische Leuchtdioden) gehandelt werden.

Doch dies dürfte nicht die einzige Entwicklung sein, mit denen Apple seine Fans in Zukunft überraschen will. Neben MicroLEDs soll es künftig auch einen geschwungenen Bildschirm für die künftige iPhone-Generation geben. Das Besondere: Künftig sollen sich iPhones ganz ohne Berührung steuern lassen, der Nutzer muss nicht mehr über das Display streichen, sondern kann bereits durch Gesten Aktionen anstoßen.

Damit soll sich die künftige iPhone-Generation von aktuellen Produkten deutlicher abgrenzen. Das Problem: Die neue Display-Technik dürfte frühestens in 2 Jahren marktreif sein.

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Apple will offenbar Intel ersetzen – eigene Chips für den Mac geplant

Aber nicht nur seine Display-Lieferanten könnte Apple in Zukunft ersetzen, auch von Intel könnte sich der Mac-Hersteller bald abwenden. Der Grund: Apple soll auch an einem eigenen PC-Chip arbeiten, der ab 2020 in Macs zum Einsatz kommen soll. Bislang setzte Apple bei seinen Mac-Rechnern auf Intel-Chips.

Ein Wechsel auf eigene Chips bei Mac-Rechnern wäre allerdings keine wirkliche Überraschung mehr, setzt Apple doch bereits beim iPhone, seinem iPad, bei seiner Apple TV Set-Top-Box und in seiner Apple Watch auf einen eigenen Hauptprozessor, der auf Technik von ARM Holdings basiert.

Fazit: Apple will sich mehr Unabhängigkeit und damit Flexibilität verschaffen

Die Bemühungen von Apple deuten darauf hin, dass sich der iPhone-Hersteller mehr Unabhängigkeit von Zulieferern und damit mehr Flexibilität im Hinblick auf die Produktgestaltung verschaffen will.

Der Schritt wäre nicht wirklich überraschend, da bereits der inzwischen verstorbene Apple-Mitgründer Steve Jobs genau diese Strategie vorgegeben hat, möglichst viele Produktionsschritte ins eigene Haus zu holen. Damit kann Apple nicht nur Produkte künftig schneller entwickeln und auf den Markt bringen, sondern nach Meinung einiger Analysten auch noch eine Menge Geld sparen.

Glaubt man Kalkulationen von Bank of America Merill Lynch, könnte Apple durch die Verwendung eigener Chips in seinen Mac-Rechnern zum Beispiel pro Computer 40 bis 50 US-$ sparen. Jährlich beziffern die Investmentbanker die Einsparungen auf 500 Mio. US-$.

Kurzum: Trotz der eher enttäuschenden Nachfrage nach dem iPhone X bleibt die Apple-Aktie weiter interessant für langfristig orientierte Anleger, zumal Apples legendärer Designer Jony Ive Ende 2017 wieder die Rolle als Chef-Designer übernommen hat. Anleger können damit auch in den kommenden Jahren voraussichtlich weitere spannende Apple-Produkte erwarten.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands