Apple nach den Zahlen wieder obenauf – ist das die Trendwende?

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Die Apple-Aktie steigt nach den jüngsten Zahlen wieder - ist das bereits die Trendwende? Was sollten Anleger jetzt beachten? (Foto: pio3 / shutterstock.com)

Zwar hat Apple Gruppenanrufe bei seinem beliebten Telefondienst Facetime aufgrund von Sicherheitsproblemen deaktiviert, dennoch kann Apple nach den jüngsten Zahlen wieder optimistisch ins laufende Jahr blicken.

Die Apple-Aktie präsentierte sich zuletzt wieder deutlich fester, nachdem der iPhone-Erfinder die gedämpften Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. Zwar fiel der Apple-Umsatz um 5 % gegenüber dem Vorjahr auf 84,3 Mrd. US-$, unter dem Strich konnte Apple aber einen Rekordgewinn von 4,18 US-$ je Aktie einfahren.

Apple meldet Rekorde – ist das die Trendwende?

Aber nicht nur der Gewinn je Aktie stieg auf ein neues Rekordniveau, sondern auch die Zahl der aktiven Apple-Geräte kletterte mit 1,4 Milliarden auf einen neuen Rekordwert, nachdem insbesondere das Home- und Zubehörgeschäft (Wearables etc.) anzog. Gleichzeitig waren zuletzt rund 900 Mio. iPhones weltweit aktiv.

An dieser Stelle zeigt sich die Stärke des Apple-Geschäftsmodells: Zwar verkauft Apple weniger iPhones (ca. 65,9 Mio. Einheiten im jüngsten Quartal, geschätzt von Strategy Analytics), doch die tatsächliche Nutzerbasis steigt, was wiederum das Servicegeschäft beflügelt.

Das Servicegeschäft (Apple Care, iCloud, Apple Music etc.) zog um mehr als 19 % gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 10,8 Mrd. US-$ an. Die Bruttomarge in diesem Geschäftsbereich schnellte auf 62,8 % nach oben – ebenfalls ein neuer Rekord. Inzwischen kommen 60 % des Servicesumsatzes außerhalb der USA.

iCloud und Apple Music wachsen schneller

Das Servicegeschäft gilt längst als Wachstumsmotor innerhalb des Konzerns. Anzumerken bleibt hier, dass das Geschäft rund um die iCloud und den Musik-Streaming-Dienst Apple Music zuletzt schneller wuchs, als das gesamte Servicegeschäft.

Anleger müssen wissen, dass Apple neben dem Abo-Geschäft mit Cloud- und Musikdiensten stetig wiederkehrende Einnahmen durch seine über 900 Mio. aktivierten iPhones generiert. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn iPhone-Nutzer Apps aus dem App Store kaufen oder Transaktionen via Apple Pay abwickeln.

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Apple-Aktie gilt als billig, doch der Ausblick belastet

Analysten erachten die Apple-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 für das laufende Fiskaljahr 2019 als weitgehend günstig bewertet an. Zudem kletterten die Barreserven im jüngsten Quartal auf 130 Mrd. US-$, nachdem Apple erneut einen starken operativen Cashflow von 26,7 Mrd. Dollar ausweisen konnte.

Für Ernüchterung unter den Anlegern sorgte dagegen der relativ schwache Ausblick. Apple stellt für das laufende zweite Fiskalquartal einen Umsatz von 55 bis 59 Mrd. US-$ in Aussicht. Analysten hatten an dieser Stelle mindestens mit Einnahmen von 59 Mrd. Dollar gerechnet.

Fazit: Apple ist noch nicht über den Berg, doch die Chancen für eine Bodenbildung steigen

Zwar kann Apple durch sein wachsendes Servicegeschäft das schwächere iPhone-Geschäft noch nicht gänzlich auffangen, doch die Chancen steigen, dass der Mac-Hersteller sein Geschäft zumindest stabilisieren kann.

Allerdings müssen Anleger damit rechnen, dass das iPhone-Geschäft auch in den nächsten Quartalen weiter schwach bleiben wird. Erste Analysten fordern daher bereits Preissenkungen von Apple, da die Smartphones der Kalifornier als vergleichsweise teuer gelten.

Positiv anzumerken ist, dass Apple in China einen Rekordumsatz im Servicegeschäft einfahren konnte, obwohl die chinesischen Behörden zuletzt die Zulassung neuer Mobile-Spiele für Smartphones gebremst hatten.

Unter dem Strich müssen Anleger bedenken, dass sich Apple in einem sehr dynamischen und technologielastigen Umfeld bewegt. Apple muss sich ständig neu erfinden und innovativ bleiben, um seine Vorherrschaft zu behaupten. Daher sind auch in Zukunft innovative Produkte von Apple gefragt, um auf einen Wachstumskurs zurückzukehren.

Helfen könnte Apple der neue 5G-Trend (Mobilfunkstandard der fünften Generation), der schnellere Übertragungsraten erlaubt und auch technisch bessere Hardware erfordert – dies könnte die iPhone-Nachfrage wieder anheizen. Aber bis es soweit ist, müssen sich Apple-Anleger noch gedulden – jetzt bereits von einer Trendwende zu sprechen, wäre verfrüht.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands