Apple Watch – Das Erfolgsgeheimnis der Computeruhr

Wearables spielen eine immer größere Rolle im Apple-Konzern. Doch was steckt hinter dem Erfolg der Apple Watch? (Foto: Anna Hoychuk / shutterstock.com)

Im April 2015 brachte Apple die erste Generation seiner Computeruhr Apple Watch auf den Markt. Zu Beginn war die Nachfrage nach der neuen Apple-Computeruhr noch verhalten, inzwischen hat sich Apple auf Platz 1 unter den Herstellern von tragbaren Elektronikgeräten (Wearables) gesetzt und damit andere Anbieter wie FitBit, Garmin und auch Samsung deutlich hinter sich gelassen.

Zwar hat Apple bis dato noch keine Verkaufszahlen zu seiner Apple Watch veröffentlicht, doch allein im Schlussquartal 2017 dürfte Apple laut Marktforschern (Quelle: Canalys, IDC) mehr als 8 Mio. Apple Watch und damit mehr Computeruhren verkauft haben als die gesamte Schweizer Uhrenindustrie (Rolex etc.) zusammen. Wo liegt das Erfolgsgeheimnis der Apple Watch begründet und welches Potenzial hat das Geschäft noch in der Zukunft?

Apple Watch: Das Erfolgsgeheimnis von Apple

Natürlich hat Apple beim Vertrieb seiner Computeruhr den Vorteil den Markennamen Apple nutzen zu können, schließlich hat man mit dem iPhone bereits seit Jahren ein Kultgerät am Start, das die Massen anzieht. Dies allein ist jedoch nicht das Erfolgsgeheimnis der Apple Watch.

Bei der Vermarktung der Apple Watch hat sich Apple ganz bewusst für eine Symbiose aus Technik und Mode entschieden, damit die Computeruhr nicht nur für das technikaffine Publikum attraktiv ist, sondern durch die Kooperation mit der Luxusmodemarke Hermès auch für die Fashion-Industrie interessant wird. Durch die Kooperation mit dem US-Sportartikelhersteller Nike bietet Apple die Apple Watch Nike+ für Sportbegeisterte an. Apple spricht damit quasi gleich drei Märkte gleichzeitig an.

Apple-Chefdesigner Jony Ive verweist im Interview mit Forbes noch auf einen weiteren wichtigen Punkt, der Apple geholfen haben dürfte, die Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen. Von der ersten Minute an hat sich Apple bei der Apple Watch auf das Thema Gesundheit konzentriert.

Ziel war es, eine Hardware und Software zu konzipieren, welche die Grundlage für alle gesundheitsrelevanten Funktionen bildet. Heute ist die Apple Watch mit mehreren Sensoren ausgestattet, die zum Beispiel die Herzfrequenz oder den Kalorienverbrauch messen.

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Apple Watch 4 – Was bringt die Zukunft?

Glaubt man der Gerüchteküche, arbeitet Apple schon längst an der nächsten Generation seiner Computeruhr. Die Apple Watch Series 4 dürfte nach Analystenmeinung im Herbst 2018 auf den Markt kommen.

Analysten wie KGI Securities Experte Ming-Chi Kuo erwarten ein bis zu 15 % größeres Display. Andere Experten erwarten zudem einen schnelleren Prozessor und einen besseren Akku, der eine längere Batterielaufzeit ermöglicht.

Fazit: Apple Watch avanciert zu einem wichtigen Standbein im Konzern

Zwar hat Apple bis dato noch keine konkreten Verkaufszahlen im Bezug auf seine Computeruhr Apple Watch veröffentlicht, Apple-Chef Tim Cook stellte in den letzten Monaten aber klar, dass tragbare Elektronikgeräte (Wearables) der zweitwichtigste Wachstumsträger beim Umsatz nach dem iPhone sind.

Daher gewinnt die Apple Watch eine zunehmende Bedeutung als Umsatzträger im Konzern. Auch die Experimente des Apple-Entwicklerteams mit verschiedenen Materialien (Gold, Keramik) haben Apple und die Apple Watch eher noch stärker gemacht. Ergebnis: Apple war im Jahr 2017 mit einem Marktanteil von 21 Prozent die klare Nummer 1 im Wearables-Marktes – eine gute Ausgangslage für die Zukunft.

Glaubt man Prognosen von Marktforschern aus dem Hause Allied Market Research, dürfte allein der Markt für smarte Computeruhren (Smartwatches) im Jahr 2020 ein Marktvolumen von 32,9 Mrd. US-$ erreichen.

Kurzum: Die Apple Watch kann zwar das iPhone als wichtigsten Umsatzträger im Konzern noch lange nicht ablösen, dennoch ist die Computeruhr inzwischen ein wichtiges Standbein im Apple-Konzern geworden. Die Apple Watch dürfte mit dazu beitragen, dass Apple künftig noch breiter und damit stabiler aufgestellt ist, was auch den Apple-Aktienkurs langfristig helfen könnte. Die Apple-Aktie bleibt damit weiterhin ein interessantes Investment für langfristig orientierte Anleger.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands