Arbeitslosigkeit: Und mein Riester-Vertrag?

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Wer den Job verliert und riestert, der fragt sich irgendwann: Was passiert eigentlich bei Arbeitslosigkeit mit meinem Riester-Vertrag? (Foto: oneinchpunch / Shutterstock.com)

Auch wenn die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Sommer nicht nur negativ ist, hat die Wirtschaftskrise so manchen um den Arbeitsplatz gebracht. Und wer den Job verliert und riestert, der fragt sich irgendwann: Was passiert eigentlich bei Arbeitslosigkeit mit meinem Riester-Vertrag?

Grundsätzlich gilt: Beziehen Sie Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II beziehen, sind Sie automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Das bedeutet: Sie haben einen Anspruch auf die Altersvorsorgezulage und können die Beiträge zudem steuerlich als Altersvorsorgeaufwendungen absetzen.

Wenn Sie kein Arbeitslosengeld II bekommen, weil Sie zu viel verdienen oder weil Familieneinkommen angerechnet wird, entfällt grundsätzlich die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Doch in diesem Fall profitieren Sie von einer Ausnahmeregelung: Sie sollen nämlich trotzdem in den Genuss der Altersvorsorgezulage kommen, werden den Pflichtversicherten gleich gestellt und haben damit Anspruch auf die Riester-Förderung.

Vorsicht jedoch: Etwas anderes gilt, wenn Sie gar nicht bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend gemeldet sind. Die Sonderregelung gilt für Sie dann nicht und Sie haben keinen Anspruch auf die Riester-Förderung.

Riester-Vertrag bei Arbeitslosigkeit: Beitragsfrei stellen

Wenn die Prämien nicht gezahlt werden können, sollten Sie darüber nachdenken, den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Das bedeutet, dass Sie die Einzahlungen stoppen, dafür aber natürlich auch keine Zulagen und/oder Steuervorteile bekommen. Das ist die bessere Alternative als den Vertrag zu kündigen.

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Denn eine Kündigung stellt immer eine sogenannte schädliche Verwendung dar – und das hat Konsequenzen: Die gutgeschriebenen Altersvorsorgezulagen und auch die erzielten Steuervorteile durch den Sonderausgabenabzug müssen zurückgezahlt werden, wenn der Vertrag durch Kündigung endet.

Außerdem müssen die Erträge und Wertsteigerungen des Riester-Vertrages in vollem Umfang als “sonstige Einkünfte” versteuert werden. Damit werden volle Steuern auf Zinsen und andere Erträge fällig.

Da der Riester-Anbieter in aller Regel bereits in den ersten Jahren seine Kosten für den Vertrag abgezogen hat, wird eine Kündigung vor allem in den ersten 5 Jahren meist zum Minusgeschäft – Sie bekommen weniger aus dem Vertrag heraus als Sie eingezahlt haben.

Riester und Hartz IV

Der große Vorteil einer Riester-Rente: Das angesparte Kapital muss nicht aufgelöst werden, wenn der Riester-Sparer Arbeitslosengeld II bezieht, das Kapital ist damit – anders als z. B. bei privaten Rentenversicherungen – vor dem Zugriff des Staates geschützt, der den Sparer nicht zwingen kann, seinen Riester-Vertrag aufzulösen.

Wenn Sie übrigens zusätzlich zu Ihrem Einkommen Arbeitslosengeld II ergänzend erhalten, können Sie die Beiträge für Ihren Riester-Vertrag vom Einkommen abziehen, das angerechnet wird.

Da damit in aller Regel gleichzeitig der Bedarf steigt, bekommen Sie als Riester-Sparer mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II die Beiträge erstattet.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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