Atlassian-Aktie: Was bietet Australiens führendes Softwarehaus?

Atlassian ist Australiens erfolgreichstes Softwarehaus - Was können Anleger von dem Unternehmen erwarten? (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Erst vor 3 Jahren feierte Australiens erfolgreichstes Softwarehaus sein Börsendebüt. Der Gang an die Nasdaq hat sich nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für Anleger gelohnt.

Atlassian-Aktien wurden Ende 2015 bei 21 US-$ bei den Anlegern platziert. Trotz der jüngsten Marktkorrektur hat die Atlassian-Aktie binnen 3 Jahren um etwa 220 % zugelegt. Für Anleger, die das australische Softwarehaus noch nicht kennen, stellt sich hier die Frage: Womit verdient das Unternehmen konkret sein Geld?

Atlassian-Aktie – Was steckt hinter dem Unternehmen?

Die in Sydney ansässige Atlassian wurde bereits im Jahr 2002 von Mike Cannon-Brookes und Scott Farquhar ins Leben gerufen.

Atlassian entwickelt Software, die das Leben für IT-Arbeitskräfte leichter machen soll. Dazu gehören neben Entwicklerwerkzeuge vor allem Collaboration-Software und Online-Arbeitstafeln (Boards). Die von Atlassian angebotenen Produkte sollen das Arbeiten im Team vereinfachen.

Bereits im Jahr 2002 veröffentlichte Atlassian sein Flagschiffprodukt Jira. Dabei handelt es sich um Software, die das Überwachen von Software-Entwicklungsprojekten ermöglicht und etwaige Probleme aufdeckt, wenn Zeitverzug droht. Jira wird heute von namhaften Firmen wie Cisco, Spotify, Airbnb, Square und eBay genutzt.

In 2004 veröffentlichte Atlassian Confluence, eine Collaboration-Plattform, über die Team-Mitglieder gemeinsam an neuen Projekten arbeiten können. Über Confluence lassen sich z.B. Dokumente und andere Medien teilen. Im Jahr 2016 übernahm Atlassian den Projekt-Management-Anbieter Trello für 425 Mio. US-$. Trello hat seinen Namen behalten und gehört mit über 30 Mio. Nutzern zu den populärsten Collaboration-Plattformen im Netz.

Mitte 2018 kündigte Atlassian den Ausstieg aus dem Chat-Geschäft an und veräußerte das Geschäft rund um HipChat und Stride an den Konkurrenten Slack. Anfang September 2018 schnappte sich Atlassian OpsGenie für 295 Mio. US-$, um sein IT-Managementgeschäft zu stärken.

Wie verdient Atlassian sein Geld?

In der Vergangenheit hat Atlassian Software direkt an Entwickler verkauft. Heute vertreibt das Unternehmen seine Software überwiegend an Unternehmen und IT-Teams.

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Einnahmen erzielt Atlassian vor allem durch den Verkauf von Software-Abos (Subscriptions) – dieses Geschäft trägt inzwischen 55 % des gesamten Umsatzes. Daneben erzielt Atlassian noch Umsätze durch Wartung (Software-Updates) und durch klassische Software-Lizenzen. Das Cloud-Geschäft wird jedoch auch bei Atlassian immer wichtiger.

Atlassian in Zahlen

Atlassian hat im ersten Fiskalquartal 2019 seinen Umsatz um 37 % auf 267,3 Mio. US-$ steigern können. Dabei verbuchte das Softwarehaus zunächst einen Nettoverlust von 242,4 Mio. Dollar, unter dem Strich blieb ein bereinigter Nettogewinn von 20 US-Cent je Aktie bzw. 49,2 Mio. Dollar übrig.

Atlassian konnte im jüngsten Quartal mehr als 5.800 neue Firmenkunden gewinnen und das Quartal mit über 132.000 Kunden beenden. Für das Fiskaljahr 2019 visiert Atlassian einen Umsatz zwischen 1,17 bis 1,18 Mrd. US-$ an.

Fazit: Atlassian will unverzichtbar für Entwickler sein

Großes Ziel von Atlassian ist es, sich unverzichtbar für jeden Entwickler zu machen. Hierfür hat Atlassian zuletzt sein Flagschiffprodukt Jira kräftig überarbeitet und mit Jira Ops neue Funktionen hinzugefügt.

Atlassian erwartet in 5 bis 10 Jahren eine Welt, in der Entwickler 24 Stunden und 7 Tage in der Woche erreichbar sein müssen, um etwaige IT-Ausfälle zu beheben. Hierfür sieht sich Atlassian mit seinen Produkten Status Page, OpsGenie und Jira Ops gut für die Zukunft gerüstet.

Da Firmen auch die Produktplanung zunehmend in die Cloud verlagern, dürfte Atlassian zu den Hauptnutznießern dieser Entwicklung gehören. Außerdem dürfte Atlassian davon profitieren, dass Entwickler weltweit an verschiedenen Standorten sitzen, aber gemeinsam an einem Projekt arbeiten.

Die Atlassian-Aktie ist vor allem für jene Anleger interessant, die einen soliden IT-Wert im Depot haben wollen, aber auch ein gewisses Risikomaß nicht scheuen. Anleger müssen damit rechnen, dass Atlassian seinen expansiven Akquisitionskurs der vergangenen Jahre weiter fortsetzt und weitere Firmen zukaufen wird.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands