Atlassian bleibt aufs Einkaufstour – Was bedeutet das für die Aktie?

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Australiens größtes Softwarehaus bleibt trotz Corona-Krise auf Einkaufstour. Was ist für Anleger drin? (Foto: Blackboard / shutterstock.com)

Australiens größtes Softwarehaus Atlassian bleibt weiter auf Einkaufstour. Nachdem Atlassian in 2017 den Projekt-Management-Plattform Trello für 425 Mio. Dollar übernahm, ein Jahr später OpsGenie für 295 Mio. Dollar kaufte und im Jahr vorher den Jira-Spezialisten Code Barrel schluckte, folgten in 2020 zwei weitere Zukäufe.

So kaufte Atlassian im Frühjahr zunächst Halp, einen Anbieter von sog. Hilfe-Software für den Desktop. Im Spätsommer folgte dann die Übernahme der schwedischen Mindville. Die schwedische Softwarefirma ist im Bereich Asset-Management tätig und betreut weltweit mehr als 1.700 Kunden, darunter die NASA, Spotify und Samsung.

Asset-Management bedeutet, dass Kunden mithilfe der Mindville Software (Mindville Insights) Assets wie z.B. Geräte (Server, Laptops etc.) und Software-Anwendungen im Unternehmen verwalten können. Zugleich können die Kunden mithilfe von Mindville auch Cloud-basierte Server von Amazon Web Services (AWS), Azure und Google Cloud hinzubuchen. Das gleiche gilt für andere Cloud-basierte IT-Dienstleistungen von ServiceNow.

MindVille stellt damit sicher, dass Firmen infrastrukturtechnisch in der Lage sind, Kunden als auch Mitarbeiter den besten Service zu bieten.

Atlassian Aktie: Unternehmen nimmt neuen Markt ins Visier

Mit den letzten beiden Zukäufen will sich Atlassian einen neuen Markt erschließen. Dabei geht es insbesondere um den etwa 5 Mrd. US-Dollar schweren Markt für IT-Service-Management (ITSM).

Dieser Markt soll bis zum Jahr 2025 im Schnitt um über 18 % wachsen und im Jahr 2025 ein Marktvolumen von etwa 11 Mrd. US-Dollar erreichen (Quelle: Adroit Market Research).

Das starke Wachstum, das für diesen Markt erwartet wird, geht auf den technischen Wandel zurück. Konventionelle Firmen setzen immer stärker auf Digitalisierung, daher kommen im Unternehmen selbst immer mehr digitale Dienste und IT-Geräte zum Einsatz. Diese Geräte und IT-Services gilt es effizient zu verwalten, damit am Ende die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Positiver Ausblick auf die nächsten Jahre

Trotz Corona-Krise konnte Atlassian im Fiskaljahr 2020 seinen Umsatz um über 30 % auf 1,61 Mrd. US-Dollar steigern. Dabei konnte das australische Softwarehaus einen Nettogewinn von 1,15 US-Dollar je Aktie erzielen.

Im laufenden Fiskaljahr 2021 wird von Analystenseite mit einem Gewinnanstieg auf 1,30 Dollar je Anteil und mit einem Umsatzplus von 19 % auf 1,92 Mrd. US-Dollar gerechnet. Schon im Fiskaljahr 2022 soll sich das Umsatzwachstum dann auf 22 % beschleunigen, wobei Analysten dann mindestens mit einem Umsatz von 2,35 Mrd. US-Dollar rechnen.

Fazit: Atlassian ist ein Nutznießer der Digitalisierungswelle

Keine Frage, die Atlassian Aktie ist ein Nutznießer des Digitalisierungstrends. Das Unternehmen bietet Software an, mit denen Firmen und Teams auf einer digitalen Ebene besser zusammenarbeiten können. Genau diese Lösungen waren auch in der Corona-Krise weiter gefragt.

Die von Atlassian angebotenen Software-Tools (Jira, Confluence, Trello) haben in Firmen inzwischen einen kritischen Stellenwert erlangt, um Projekte schnell und kosteneffizient voranzutreiben.

Analysten erwarten dann auch für Atlassian in den kommenden Jahren ein weiter zweistelliges Wachstum, dass insbesondere durch den Umstieg auf Cloud-basierte Abo-Modelle noch begünstigt werden dürfte. Analysten wie Piper Sandler sehen daher für die Atlassian Aktie Kursziele von über 200 US-Dollar.

Da Atlassian bereits heute ein profitables Wachstum aufweist, ist die Aktie selbst für konservativere Anleger einen näheren Blick wert. Die Atlassian Aktie ist insbesondere für jene Anleger interessante, die ihr Aktien-Depot noch mit einem wachstumsstarken Software-Wert abrunden wollen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

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