ATX läuft besser, Andritz noch besser

Andritz Symbolbild Wasserwerk_shutterstock_370005596_Maxim Burkovskiy

Die Wiener Börse läuft in diesem Jahr so gut wie kaum ein anderer Börsenplatz. Erfahren Sie hier mehr zur Entwicklung des ATX. (Foto: Maxim Burkovskiy)

Die Wiener Börse läuft in diesem Jahr so gut wie kaum ein anderer Börsenplatz. Mit einem Plus von gut 13 Prozent lässt der österreichische Leitindex ATX sein europäisches Pendant EuroStoxx50 (+11 %) genauso hinter sich wie den US-amerikanischen Leitindex S&P 500 (+2 %). 2014 sah dies noch ganz anders aus. Während weltweit die Kurse zulegten, gab der ATX gut 15 Prozent nach.

Zweitgrößter Wert im ATX ist Andritz. Der steierische Technologiekonzern konnte sich im vergangenen Jahr von dem Negativ-Trend deutlich lösen – Ende 2014 lag der Aktienkurs auf demselben Niveau wie zu Jahresbeginn. In diesem Jahr verzeichnet die Andritz-Aktie sogar ein Plus von 16 Prozent.

Warum schneidet Andritz besser ab als der ATX? Zunächst verfügt Andritz über ein sehr stabiles und zukunftsfähiges Geschäftsmodell.

Immer wieder vermeldet das Traditionsunternehmen aus Graz attraktive Aufträge – so auch in den vergangenen Tagen: Guangdong Yue Gang Water Supply beauftragte Andritz mit der Generalüberholung von 14 vertikalen Verstellpropellerpumpen, die Andritz 2002 geliefert hatte. Die Pumpen sind das Kernstück der Wasserversorgungsanlage in Shenzhen, Provinz Guangdong, die Hongkong mit Trinkwasser versorgt.

Für das deutsche Recycling-Unternehmen Remondis Electrorecycling modernisiert Andritz die Recyclinganlage für Kühlgeräte in Berlin. Zum Einsatz kommt auch ein neues Hauptaggregat, das den Materialaufschluss bei niedrigstem Verschleiß deutlich verbessern soll.

Und schließlich nahm Andritz in den vergangenen Tagen im Werk Gila Bend in Arizona eine an Doubletree Paper Mills gelieferte Tissuepapiermaschine erfolgreich in Betrieb. Drei Beispiele, die die breite fachliche wie regionale Aufstellung Andritz dokumentieren. Krisen in einzelnen Regionen oder Branchen können so leichter an Andritz abperlen.

Angesichts des guten Geschäftsverlaufs verwundert es nicht, dass das Unternehmen über einen starken Nettogeldbestand in Höhe von rund einer Mrd. Euro verfügt. Eine gute Basis, um das laufende Aktienrückkauf-Programm wieder stärker mit Leben zu füllen. Im März 2013 aufgesetzt, will Andritz bis März 2016 insgesamt bis zu 10 Prozent seines Grundkapitals zurückkaufen. Die bisher letzten Rückkäufe datieren jedoch von September 2014.

Neue Aktienrückkäufe werden sich zusätzlich positiv auf den Aktienkurs auswirken – einer weiteren Outperformance der Andritz-Aktie steht also nichts im Wege.

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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