Ausblick Tech Aktien – Was können Anleger in 2019 erwarten?

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Tech-Aktien hatten in 2018 einen schweren Stand - das könnte sich in 2019 jedoch wieder ändern. (Foto: ESB Professional / shutterstock.com)

Tech-Aktien hatten im Jahr 2018 einen schweren Stand. Der technologielastige Nasdaq-Index gab im Vorjahr um 3,9 % nach – die schlechteste Performance seit fast einem Jahrzehnt.

Vor allem die beliebten FANG-Aktien (Facebook, Amazon, Netflix, Google aka Alphabet) gerieten zum Jahresende kräftig unter die Räder. Tech-Aktien hatten den Aufschwung an der Börse in den letzten 9 Jahren maßgeblich mitgeprägt. Daher fragen sich natürlich viele Anleger, ob die Konsolidierung in 2019 weitergeht oder ob die aktuellen Kurse bereits eine günstige Einstiegsgelegenheit darstellen?

Tech-Aktien 2019 – ein Ausblick

Wachstumsstarke Tech-Aktien haben sich in den letzten Jahren meist besser entwickelt als der durchschnittliche Gesamtmarkt. Anleger müssen allerdings bei diesen Investments beachten, dass auch Tech-Aktien bei einer Börsen-Konsolidierung in der Regel stärker fallen als der Rest des Marktes.

Ursächlich hierfür ist unter anderem, dass Tech-Aktien oft höher bewertet sind und meist keine oder nur eine geringe Dividende zahlen. Technologie-Unternehmen benötigen das Kapital, um weiter in Innovationen zu investieren, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Netflix-Aktie – bereit für eine Erholung?

Bestes Beispiel ist hier die Aktie von Netflix, die sich seit Anfang 2016 bis heute nahezu verdreifacht hat. Allerdings hat die Netflix-Aktie von seinem Rekordhoch im Sommer 2018 bis Jahresende nahezu um 40 % korrigiert.

Neben der ambitionierten Bewertung spielt bei dieser Korrektur auch das Unternehmensumfeld eine große Rolle. Netflix investiert nach wie vor hohe Summen in die eigenen Inhalte, um konkurrierende Streaming-Dienste auf Distanz zu halten. Der Cashflow wird bis auf weiteres weiterhin negativ bleiben. Dennoch sehen viele Analysten gute Chancen, dass sich die Netflix-Aktie in 2019 wieder erholt. Die Kursziele der Analysten reichen hier von 400 bis 500 US-$.

Workday – der Cloud-Favorit vieler Analysten

Auch bei der Workday-Aktie sehen viele Analysten noch Luft nach oben – die Kursziele reichen hier von 160 US-$ auf über 200 US-$. Im laufenden Fiskaljahr 2019 dürfte der Cloud-Spezialist seine Umsätze um mehr als 30 % steigern können, auch im nächsten Jahr erwarten Wall Street Analysten ein Umsatzplus von 25 %.

Der Gewinn je Aktie dürfte bei Workday in diesem Jahr auf 1,27 Dollar je Anteil und im nächsten Jahr auf über 1,60 US-$ je Anteil klettern. Workday ist im Bereich Personal-Management aktiv und verkauft seine Software ausschließlich über die Cloud über ein Abo-Modell. Dies bedeutet regelmäßig wiederkehrende Einnahmen. Auf der anderen Seite lieben die Kunden die finanzielle Flexibilität, die mit dem Workday-Geschäftsmodell verbunden ist. Der Auftragsbestand (Abo) bei Workday summierte sich zuletzt auf 5,9 Mrd. US-$.

Microsoft findet zu alter Stärke zurück

Mit dem neuen Firmenchef Satya Nadella kehrte der Erfolg zu Microsoft zurück. Microsoft wächst dank seines Cloud-Geschäfts überproportional. Mit Windows Azure ist der Software-Hersteller inzwischen der zweitgrößte Cloud-Infrastrukturanbieter hinter Amazon Web Services (AWS).

Analysten glauben, dass Microsoft im Cloud-Geschäft (Office 365, Azure etc.) bislang nur an der Oberfläche kratzt. Branchenbeobachter verweisen insbesondere auf die breite Kundenbasis von Microsoft im Unternehmenssektor, wodurch der Windows-Hersteller mit weiteren Cloud-Angeboten durchaus neue Umsatzpotenziale erschließen kann. Darüber hinaus können sich Anleger auf eine Dividendenrendite von 1,8 % freuen.

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Splunk – Big Data als Wachstumstreiber

Seit Jahren suchen Unternehmen nach Möglichkeiten, große Datenmengen einfach, schnell und effizient zu analysieren. Software, die dabei hilft, große Datenmengen verwertbar zu machen, hat Hochkonjunktur. Dadurch können Firmen Handlungsstrategien ableiten und Unternehmensabläufe weiter optimieren.

Als großer Nutznießer in diesem Bereich gilt die Aktie von Splunk. Analysten erwarten, dass Splunk seinen Umsatz in den nächsten 2 Jahren im Schnitt um 25 % steigern kann – der Gewinn je Aktie dürfte sogar um über 50 % steigen. Die Kursziele der Analysten reichen hier von 100 bis 170 US-$.

Keysight Technologies profitiert vom 5G-Boom

Mobilfunkfirmen arbeiten derzeit fleißig am Nachfolger der LTE-Technik. Die Rede ist von 5G, die fünfte Mobilfunkgeneration. 5G ermöglicht Datenübertragungsraten im Bereich von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde.

Um derartige 5G-Netze zu realisieren, benötigen Mobilfunk- und Netzwerkbetreiber Test- und Messausrüstung. Ein führendes Unternehmen in diesem Bereich ist die ehemalige Agilent-Sparte Keysight Technologies.

Sowohl Qualcomm als auch Samsung bauen zum Beispiel auf Keysight-Technik, um 5G-Netze aufzubauen. Trotz der verhaltenen Börse ist der Keysight-Aktienkurs zuletzt auf ein neues Rekordhoch geklettert – ein Ende des Wachstums ist derzeit nicht in Sicht. Analysten sehen ein Kursziel von 80 bis 90 US-$ für den Wert.

Fazit: Tech-Aktien könnten in 2019 zu den großen Gewinnern gehören

Auch wenn Tech-Aktien in der Regel eine höhere Volatilität aufweisen als konservativere Aktien wie zum Beispiel Coca-Cola, sollten Anleger Technologiewerte im Depot berücksichtigen.

Egal ob Big Data, 5G-Netze oder Cloud Computing, die technologische Entwicklung schreitet weiter voran. Unternehmen weltweit müssen weiter in neue Technologien investieren, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben – daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern.

Tech-Aktien wie Amazon, Alphabet und weniger bekannte Namen wie Adobe Systems und Salesforce.com haben von dieser Entwicklung in den letzten Jahren profitiert und Anlegern bereits satte Renditen beschert.

Auch die neue Generation an Tech-Aktien wie Splunk, Workday, Keysight, Palo Alto Networks oder Twilio versprechen ein hohes Wachstum in den nächsten Jahren. Anleger sollten aber auch im Tech-Bereich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern das Risiko auf mehrere Aktien streuen.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands