Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen – die Gewinner und Verlierer

Die USA wollen das Pariser Klimaabkommen verlassen, doch den Trend zu erneuerbaren Energien wird das nicht stoppen. (Foto: nito / Shutterstock.com)

Schock für die Umweltschützer. Im Mai kündigte US-Präsident Donald Trump an, aus dem Pariser Klimaabkommen (Paris Agreement) aussteigen zu wollen.

In dem Abkommen, das Ende 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris verabschiedet wurde und von 194 Ländern unterstützt wird, verpflichteten sich die USA, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2025 um 26 bis 28 % zu senken. Als Vergleichsbasis dienen die Werte aus dem Jahr 2005.

Der Ausstritt überrascht nicht wirklich, gilt Donald Trump als ausgewiesener Klimawandelskeptiker, der den vom Mensch gemachten Klimawandel in Frage stellt. Trump stellt daher den Umweltschutz zurück und will der US-Umweltschutzbehörde United States Environmental Protection Agency (EPA) die Mittel um bis zu 30 % streichen.

Ferner sieht Trump in dem Pariser Klimaabkommen eher einen Bremsklotz für die US-Wirtschaft und will daher mit dem Ausstieg bestimmte US-Industriebereiche stärken.

Trump und der Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen – wer profitiert?

Mit dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen will Trump vor allem die einheimische Öl- und Kohleindustrie den Rücken stärken. Diese hat in den vergangenen Jahren durch gesunkene Preise und Steueranreize für Solar- und Windenergie stark gelitten.

Auf den ersten Blick gehören klassische Energieproduzenten wie Exxon Mobil, Peabody und Cloud Peak Energy zunächst zu den Gewinnern des Trump-Vorhabens.

Doch der Eindruck täuscht, Anleger sollten jetzt nicht blindlinks auf Kohlekraftwerksbetreiber und Ölkonzerne setzen. Denn die Gefahr ist groß, dass die Staatengemeinschaft ohne die USA einen noch strikteren Kurs gegen Kohlekraftwerke und andere fossile Brennstoffe fährt und damit weiter Subventionen für die Branche abbaut.

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Solar- und Windenergie haben das Nachsehen

Als Verlierer der Trump-Politik und dem damit verbundenen Ausstieg aus dem Pariser Abkommen gelten die großen US-Solarkonzerne wie SunPower, First Solar, aber auch ausländische Solarfirmen wie Canadian Solar und JinkoSolar, die unmittelbar nach der Ankündigung deutlich an Wert verloren.

Hintergrund sind Befürchtungen, wonach US-Steuermittel gestrichen und damit weniger Investitionen in die Solarbranche fließen könnten. Die Solarbranche litt zuletzt ohnehin an Überkapazitäten, welche die Preise für Solarmodule weltweit unter Druck gesetzt haben. Anleger, die in der Solarbranche investiert sind, müssen daher weiter mit Gegenwind rechnen.

Fazit: Trend zu erneuerbaren Energien lässt sich nicht aufhalten

Auch wenn der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen den Klimawandelskeptikern und klassischen Energiekonzernen kurzfristig Rückenwind verleiht, aufhalten lässt sich der Trend hin zu erneuerbaren Energien nicht.

Der einfache Grund: Erneuerbare Energien sind inzwischen billiger als fossile Energieträger wie Kohle und Erdöl, auch weil die Preise für die „grünen Energien“ in den vergangenen Jahren deutlich gefallen sind. Institutionelle Investoren, wie zum Beispiel der norwegische Staatsfonds, ziehen sich daher zunehmend aus klassischen Versorgern zurück.

Für zukunftsorientierte Anleger sind daher Aktien von erneuerbaren Energieanbietern wie beispielsweise Vestas Wind  und Siemens eine interessante Alternative fürs Depot, zumal sich der deutsche Industriekonzern mit der Übernahme von Gamesa im Bereich Windenergie jüngst verstärkt hat.

Für sehr risikobewusste Anleger könnte auch die Tesla-Aktie einen Blick wert sein, setzt Tesla-Gründer Elon Musk und sein Team kompromisslos auf erneuerbare Energien, samt Elektroauto und Batteriespeicher.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands