Ausverkaufs-Monopoly: Jagd auf deutsche Unternehmen

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Es sind nicht nur erschreckende, sondern geradezu schockierende Fakten: 2016 kauften ausländische Investoren so viele deutsche Unternehmen, wie nie zuvor. […] (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Es sind nicht nur erschreckende, sondern geradezu schockierende Fakten: 2016 kauften ausländische Investoren so viele deutsche Unternehmen, wie nie zuvor.

Vor allen anderen erwirbt China gezielt deutsches Know-how.

Bedenken Sie: Das ist wahrlich die Kehrseite des Global Playing!

Übernahmewelle deutscher Firmen

Dass die Chinesen in Sachen Übernahmen Profis sind, wissen Sie wahrscheinlich genauso gut wie andere. Doch es gibt auch noch weitere…

Das, was sich momentan abspielt, ist eine regelrechte Übernahmewelle, die über deutsche Firmen rollt – v. a. über solche aus dem Mittelstand.

Im Jahr 2016 haben u. a. Käufer aus China, den USA und Europa sage und schreibe 873 deutsche Firmen übernommen!

Das entspricht nicht nur einer Zunahme um 20% im Vergleich zu 2015, sondern ist auch einsamer Rekord!

Bedrohliche Ausmaße

Ein Ende der Übernahmewelle ist nicht in Sicht, verkündet die Beratungsgesellschaft PwC.

Viele (ausländische) Konzerne hätten sich lange mit Zukäufen zurückgehalten und nun viel Bargeld angesammelt.

Die Ausmaße sind so bedrohlich, dass beispielsweise der Anlegerschutzverein DSW bereits von Aggressoren spricht.

Andere Kritiker fabulieren von einem Monopoly auf Kosten der Arbeitnehmer, weitere von einem “unverantwortlichen Machtpoker”.

Weltweit gefragt: Deutsches Know-how

Nicht nur deutsche Produkt-Qualität ala Made in Germany ist weltweit bekannt und begehrt, sondern auch deutsches Wissen; deutsches Know-how.

Und gerade das wird von ausländischen Investoren gesucht wie die Nadel im Heuhaufen.

So geraten immer mehr deutsche Firmen ins sprichwörtliche Visier von Käufern aus dem Ausland.

Beispiele von Verkäufen, Fusionierungen und Übernahmen

  • Sany Heavy Industry, chinesischer Hersteller von Baumaschinen und Betonpumpen, kaufte den Aichtaler Betonpumpen-Hersteller Putzmeister Holding auf.
  • Der schwedische Finanzinvestor EQT übernahm mit seiner Firmen-Tochter Academedia, dem größten Bildungs-Konzern in Skandinavien, 7 Kindergärten im Großraum München. EQT gehören bereits 1/3 aller Kitas in Nordeuropa. Der Finanz-Investor erwarb auch den Hamburger Leukoplast-Hersteller und Gesundheits-Spezialisten BSN Medical.
  • Der größte staatliche chinesische Chemie-Konzern, Chemchina, übernahm den Münchner Kunststoffmaschinen-Hersteller Krauss-Maffei.
  • Den chinesische Computer-Hersteller Lenovo erwarb den deutschen Elektronik-Produzent Medion.

Chinesen auf Einkaufs-Tour

Weitere Firmen sind im Visier:

  • die Betonpumpen-Hersteller Putzmeister und Schwing,
  • der Zulieferer Preh IMA Automation,
  • der Pharma-Konzern Stada.

Der Roboter-Hersteller Kuka ging bereits an den chinesischen Investor Midea. Auch der Zulieferer Bosch verkaufte seine Anlasser-Sparte nach China.

Vergessen Sie in diesem Zusammenhang auch nicht die chinesische HNA-Gruppe, die bei der Deutschen Bank zum größten Aktionär wurde!

Chinesische Käufer haben sich in Deutschland etabliert

Sie sehen also: Vorzugsweise chinesische Käufer gehen in Deutschland auf Einkaufs-Tour – mit in ihrem Gepäck: Milliardenschwere Investitionsmittel.

So haben die Chinesen 2016 ihre Investitionen annähernd verdreifacht; sie sind nun an 300 Firmen beteiligt.

Damit haben sich die Käufer aus Fernost wahrlich etabliert – trotz aller Unkenrufe.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.