Automobilwerte: Warum ein Einstieg jetzt noch sinnvoll ist

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Wer sich die Kurse der Automobilaktien rückblickend anschaut, der sieht, dass ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen ist. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Wo geht die Reise in der Automobilbranche hin? Wer sich die Kurse der Automobilaktien rückblickend im 12-Monats-Chart anschaut, der sieht, dass ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen ist. Übrigens hatten wir genau diesen Aufwärtstrend bereits in der Juni-Ausgabe 2012 des „Geldanlage-Beraters“ angekündigt und damals entsprechende Empfehlungen ausgesprochen, die aktuell weit in der Gewinnzone liegen.

Da aus unserer Sicht das Potenzial des Marktes und speziell das unserer Automobilempfehlungen noch nicht ausgeschöpft ist, bekräftigen wir heute noch einmal unsere beiden Empfehlungen aus dem vergangenen Jahr. Der Aufwärtstrend wird sich 2014 fortsetzen.

Verdopplung der weltweiten Pkw-Zahl bis 2030 prognostiziert

Schaut man sich die jüngsten Absatzzahlen der Automobilindustrie an, ist die Lage alles andere als rosig. Aber es gibt durchaus auch Wachstumstreiber (die Zahlen stammen vom CAR – Center Automotive Research):

  • In Westeuropa ist der Automarkt gesättigt und leidet unter der allgemeinen Schuldenkrise. Die Absatzzahlen schrumpfen. Ein signifikanter Anstieg der Pkw-Verkäufe ist nicht zu erwarten (2011: 13,5 Mio., 2012: 12,9 Mio. Fahrzeuge).
  • In Osteuropa stagniert der Absatz (ca. 3,2 Mio. Fahrzeuge).
  • Auch in Südamerika stagnierte der Markt zuletzt (2011 und 2012: ca. 5,0 Mio. Fahrzeuge).

Doch gibt es auch Wachstumsregionen:

  • In Nordamerika steigt die Zahl der verkauften Pkws wieder. Die Wachstumsrate lag 2012 im zweistelligen Bereich und auch 2013 wird der Markt zulegen können. Innerhalb von 2 bis 3 Jahren wird wieder das alte Rekordniveau von rund 17 Mio. Pkws erwartet.
  • Auch in Asien ist mit einem Wachstum der Absatzzahlen zu rechnen. Da der Pkw-Absatz in Asien bereits bei über 20 Mio. Einheiten liegt, wird dieser Wachstumsmarkt immer wichtiger.

Damit ist klar: Zumindest in Nordamerika und Asien ist mit interessanten Wachstumsraten zu rechnen. Der US-Markt ist das Comeback-Vorbild für Europa: Nach einer Absatzkrise kann der Nachholeffekt sogar zweistellige Wachstumsraten auslösen. Diese kurzfristige positive Erwartung wird von einer Zahl unterstützt, die das McKinsey Global Institute bereits im November 2011 in einer Langfriststudie herausgebracht hat.

In seiner Studie „Resource Revolution: Meeting the World’s energy, Materials, Food, and Water needs“ geht das Institut von einer Verdopplung (!) der Anzahl weltweit genutzter Pkws bis zum Jahr 2030 aus. Das heißt, dass deren Anzahl dann bei 1,7 Mrd. Fahrzeugen liegen wird.

Warum europäische Mittel- und Hochklassewagen auch in China oder Russland verkauft werden

Aus den oben genannten Zahlen lässt sich noch kein Absatzplus speziell für die europäischen bzw. deutschen Automobilbauer herleiten. Denn, so argumentieren Kritiker: Speziell in Schwellenländern wie China oder Russland werden voraussichtlich „Billigautos“ mehr gefragt sein als teure Mittel- und Hochklassewagen. Mit diesen aber könnten speziell deutsche Automobilbauer keine Gewinne machen. Wir jedoch halten es für wahrscheinlich, dass auch die Nachfrage nach hochpreisigen Autos gerade in diesen Schwellenländern stark anziehen wird. Die Gründe:

  • In den asiatischen Schwellenländern, allen voran China, wächst aktuell eine neue Ober- und Mittelschicht heran. Die oben zitierte McKinsey-Studie rechnet innerhalb der nächsten 20 Jahre mit einem rasanten Wachstum einer zahlungskräftigen Mittelschicht.
  • Auch die Zahl der Dollar-Millionäre wird im Reich der Mitte rasant steigen (das gilt nicht nur für China, sondern auch für die anderen Wachstumsländer in Asien).
  • Auch die kurzfristige Entwicklung ist in dieser Hinsicht günstig. So rechnet eine Studie der CLSA allein in Asien mit einem Anstieg der Zahl der Dollar-Millionäre von 1,2 auf 2,8 Mio. (+140%) bis zum Jahr 2015.
  • Die steigende Kaufkraft wird zu einer steigenden Nachfrage nach Autos, die sich von der Masse abheben, führen. Schon heute sind Pkws von Audi, BMW oder Daimler in China oder auch Russland heiß begehrt.

China als Wachstumstreiber

Allein die Absatzzahlen von Audi aus dem Jahr 2012 zeigen, wie wichtig gerade China als Absatzmarkt ist: Weltweit verkaufte Audi 1,46 Mio. Autos. Davon gingen 405.838 Pkws nach China. Somit ist China für Audi schon jetzt der größte Einzelmarkt für Automobile. Zum Vergleich: In den USA verkaufte Audi im Jahr 2012 nur 139.310 Fahrzeuge. Fazit: Die Euro-Krise hat die Autobauer in Europa 2012/2013 schwer getroffen, die mittel- und langfristigen globalen Aussichten der Automobilhersteller sind jedoch ausgezeichnet.

Checkliste: Was Sie bei der Auswahl beachten sollten

  • Bei Investments in Automobilaktien sollten Sie Einzelaktien bevorzugen. Dabei kommen klassische Autobauer ebenso in Frage wie Zulieferer.
  • Index-Investments (ETFs auf Automobil-Indizes) empfehlen sich nicht. Denn in den einschlägigen Indizes sind auch Autobauer vertreten, die stark unter der Schwäche in Westeuropa leiden.
  • Speziell bei Automobilwerten lohnt sich ein antizyklisches Vorgehen. Sprich: Kaufen Sie die Aktien, nachdem sie in den Keller gerauscht sind. Da viele Investoren Automobilwerte oft schon bei der leisesten Eintrübung der Konjunktur verkaufen, sind die Kursstürze nach fundamentalen Gesichtspunkten oft maßlos übertrieben. Genau das ist oft ein guter Einstiegszeitpunkt.
  • Eine gute Kennzahl, nach der Sie sich richten können, ist das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Sie besagt, grob vereinfacht, nach wie vielen Jahren sich Ihr Investment auszahlen würde, wenn sich an den Gewinnen nichts ändern würde. Ein KGV von unter 10 ist bei Automobilherstellern attraktiv.
  • Achten Sie darauf, dass die Unternehmen Ihrer Wahl stetig Gewinne schreiben. So fällt beispielsweise General Motors durch, weil dieses Unternehmen dieses Kriterium nicht erfüllt – und dies trotz Neugründung nach der Insolvenz.
  • Deutsche Automobilbauer haben mehrere Vorteile: bekannte Marken, hochklassige Ausstattung und einen vergleichsweise großen technologischen Vorsprung.
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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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