Autonomes Fahren: So finden Anleger die besten Aktien

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Wer in Autonomes Fahren investieren will, sollte auswählen. Die Zahl hauseigener Firmenpatente ist ein Indiz für künftige Stärke. (Foto: Olivier Le Moal / shutterstock.com)

Man mag es als Hype bezeichnen und den Verlust von Eigenständigkeit befürchten, doch Autonomes Fahren scheint nicht aufzuhalten.

Wohl ist kaum davon auszugehen, dass in Zukunft selbständiges Gasgeben und Lenken gänzlich verdrängt oder gar verboten wird; Hersteller mit sportlichem Image wie Audi oder BMW werden auf ihre Kundschaft, die den alten Slogan „Freude am Fahren“ gerne ausleben, nicht verzichten. Doch Autonomes Fahren wird auf den Straßen immer mehr Raum einnehmen.

Autonomes Fahren als Zukunftstrend

Noch nicht absehbar ist, inwieweit dies zu gravierend veränderten Verkehrsregeln führt. Absehbar ist aber, dass Unternehmen, die sich dem Autonomen Fahren widmen, von dem Trend profitieren. Die passenden Aktien zum Thema Autonomes Fahren zu finden, ist jedoch kompliziert – die Liste ist scheinbar endlos. Vom IT-Spezialisten über Software- und Halbleiter-Konzerne bis zum Zulieferer und Autohersteller selbst: überall findet sich der Aufkleber „Autonomes Fahren“.

Für ein langfristiges Investment in der Sache ist Eingrenzung wichtig. Ein gutes Auswahlkriterium ist das Vorhandensein einschlägiger Patente. Sie sind die Basis für Eigenentwicklungen und eine starke Marktposition. Schon der Verkauf von Nutzungsrechten spült Geld in die Unternehmenskasse.

Wie aus einer Auswertung des Deutschen Instituts der Wirtschaft (IW) hervorgeht, sind es deutsche Hersteller und Zulieferer, die knapp die Hälfte all dieser Patente weltweit halten. Davon wiederum gehen 73,3 % aufs Konto der Zulieferer. Eine hervorragende Ausgangsposition im Wettbewerb mit Apple, Google, Tesla & Co.

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Patentritter von Bosch und VW bis Valeo

Mit 1.101 Patenten hat Bosch aktuell den größten Schatz in der Pipeline. Für Anleger ist die Riesen-GmbH leider kein Thema, stärkt aber den Wirtschaftsstandort Deutschland. Unter den Aktienkonzernen steht der VW-Konzern mit Audi und Porsche und 981 Patenten international an der Spitze. Der nächste Kandidat heißt Ford; die Amerikaner kommen auf 602 angemeldete Patente. Und 483 sind es beim US-Konkurrenten General Motors.

Danach folgen der deutsche Zulieferer Continental (482 Patente), dann BMW (467 Patente) sowie Toyota (444 Patente). 398 verbriefte Schutzrechte kann Daimler auf sich verbuchen, dicht gefolgt von Google Waymo mit 391 und dem französischen Zulieferer Valeo, der auf 276 Patente kommt. Von da an sind die Hausnummern entschieden kleiner.

Deutsche Firmen weltweit führend

Die Zahlen sind schon insofern interessant, als sie mit der verbreiten Ansicht aufräumen, die Deutschen hinken beim Autonomen Fahren hinterher und würden bald von den Amerikanern und Chinesen überrollt – im Gegenteil. Letztere sind in der gesamten Liga der Schutzrechte-Inhaber auffallend spärlich vertreten.

Dafür tauchen andere Namen auf, die bislang kaum mit Autos in Verbindung gebracht wurden. Jüngstes Beispiel: der Prozessor- und Chiphersteller Nvidia. Die Kalifornier haben bislang vorwiegend unter PC-Spielern einen Namen, die auf deren Grafikkarten setzen. Weniger neu ist indes das Engagement von Infineon. Mit Chips, Aktuatoren und Sensoren ist der Automotive Bereich Hauptumsatztreiber des Halbleiter Konzerns.

Wer mehr abdecken will, kann in einen einschlägigen ETF investieren. Der erste zu dem Thema wurde letztes Jahr von Evolve Funds aus Kanada aufgelegt. In Deutschland wird der ETF mit dem Namen Evolve Automobile Innovation Index von Lynx angeboten. Der zugrunde liegende Index enthält 29 Unternehmen, darunter die zuvor genannten Patentritter – außer Bosch natürlich.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.