Bargeld-Abschaffung bedroht die Demokratie

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Schon längst tobt ein Kampf ums Bargeld. Während die Politik-, Wirtschafts- und Finanzeliten sowie die Zentralbanken es gänzlich abschaffen wollen, […] (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Schon längst tobt ein Kampf ums Bargeld.

Während die Politik-, Wirtschafts- und Finanzeliten sowie die Zentralbanken es gänzlich abschaffen wollen, sprechen sich immer mehr Ökonomen komplett dagegen aus.

EU gegen Bargeld

Zu denjenigen, die gegen das Cash sind, gehört auch die Europäische Union – wer hätte es gedacht…!?

So bereitet die EU-Kommission ein Gesetz zur einheitlichen Begrenzung des Bargeldes vor, das bis 2018 vorliegen soll; oder anders ausgedrückt: eine Obergrenze für Bargeld-Zahlungen.

Der Bargeld-Abschaffungs-Plan

Schon an anderer Stelle schrieben wir, dass das Bargeld-Verbot klammheimlich durch die Hintertür kommt.

Sie können es selbst beobachten, weil der Mechanismus klar auf der Hand liegt:

Zunächst werden die großen Scheine abgeschafft. In der EU wurde mit dem 500-€-Schein bereits der Anfang gemacht.

Doch weitere werden folgen, auch wenn Ihnen das noch nicht auf die sprichwörtliche Nase gebunden wird.

Als nächstes wird es dann zu einer einheitlichen Obergrenze bei Bargeld-Zahlungen kommen, genauso wie es in Brüssel weiter vorbereitet wird.

Angleichung der Bargeld-Obergrenzen

Momentan gibt es innerhalb der EU unterschiedliche Obergrenzen. Z. B. liegt diese in Frankreich bei 1.000 € und in Italien bei 2.000 €.

In Deutschland wird noch heftig darüber diskutiert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hingegen strebt eine Bargeld-Obergrenze von 5.000 € an.

Sie können jedoch sicher sein, dass diese im Zuge der verbindlichen Vereinheitlichung dieser Obergrenze für alle Mitglieds-Staaten nach unten korrigiert werden wird.

Euro-Banknoten sind das gesetzliche Zahlungsmittel

Mancher Experte hält dies allerdings für europarechtswidrig, denn Euro-Banknoten sind das gesetzliche Zahlungsmittel im Euro-Raum.

Also wäre und ist es geradezu paradox, wenn der Staat seinen Bürgern verbieten würde, mit diesem gesetzlichen Zahlungsmittel tatsächlich zu bezahlen.

So denken Sie vielleicht – und das völlig zu Recht. Doch die Praxis sieht leider ganz anders aus:

Strafe für denjenigen, der zu viele Barzahlungen tätigt

Schauen Sie beispielsweise nach Griechenland: Dort zahlt man schon eine Steuerstrafe, wenn man zu viel in bar bezahlt – ist das nicht verrückt?!

Und das ist noch nicht alles: Die Hellenen müssen sogar das Bargeld anmelden, das sie zu Hause gehortet haben – Wahnsinn pur!

Die große Anti-Cash-Marketing-Show

Wie auch anders als mit der Weckung von Ängsten kann den Bürgern eine Bargeld-Beschränkung bzw. Bargeld-Abschaffung schmackhaft gemacht werden!?

Bargeld würde, so heißt es landläufig, zur Geldwäsche und zur Finanzierung von Terrorismus benutzt.

Der Kampf gegen den Cash soll auch Steuerhinterziehung, Korruption wie Schwarzarbeit einschränken und die Schattenwirtschaft bekämpfen.

Das sind die herkömmlichen Argumente um Sie tagtäglich daran zu erinnern, wie schlecht Bargeld doch sei.

Dabei dient die Abschaffung des Cashs v. a. zur Durchsetzung von Negativ-Zinsen, wie wir Ihnen noch aufzeigen werden.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.