Bargeld-Abschaffung: Indien erklärt überraschend Bargeld für ungültig

Das Thema Bargeld-Abschaffung wird v. a. in vielen westlichen Ländern heiß diskutiert.

Auch in Deutschland tauchen immer mehr Stimmen auf, die das Einschränken von Bargeld befürworten.

So sollen im Alltag Obergrenzen für Bargeld-Geschäfte eingeführt werden.

In anderen europäischen Ländern ist das schon lange Realität – insofern halte ich solche Entwicklungen auch bei uns für durchaus möglich.

Indien: Bargeld-Abschaffung in Windeseile

Einen Schritt weiter gehen die Behörden inzwischen in Indien: Dort ist sogar zu erkennen, wie schnell es mit der Bargeld-Abschaffung gehen kann.

Denn dort wurde im November 2016 über Nacht und ohne jede Vorankündigung beschlossen, die 500- und 1.000- Rupien-Scheine für ungültig zu erklären.

(Der 1.000-Rupien-Schein entspricht einem Gegenwert von 13,52 €.)

Mit dieser Maßnahme werden auf einen Schlag 80% des Bargeldes ungültig.

Bis Ende Dezember 2016 können die Bürger das Geld in neue Scheine umtauschen – allerdings nur 4.000 Rupien pro Person, was einem Gegenwert von nur etwa 54 € entspricht.

Der Rest muss auf Konten eingezahlt werden, wobei die Hälfte der Inder gar kein Bankkonto besitzt. Pro Tag dürfen Inder in Zukunft nur noch 4.000 Rupien (54 €) vom Geldautomaten abheben.

Indien will Korruption eindämmen – doch das ist nur ein Vorwand

Grund für diese Aktion sei die Eindämmung von Falschgeld, Schwarzgeld und Korruption. Doch das ist für mich nur ein Vorwand dafür, Bargeld letztlich ganz abzuschaffen.

Ich sehe in Indien eine Art Testballon, um herauszufinden, wie die Bevölkerung in einem armen Land darauf reagiert, wenn das Bargeld plötzlich ungültig wird.

Letztlich geht es um die weltweite Bargeld-Abschaffung in der nächsten Finanzkrise.

Was Indien aber auch zeigt, ist, dass die kleinen Geldscheine und Münzen davon nicht betroffen sind.

Kleine Scheine bleiben wohl verschont

Deshalb rate ich Ihnen auch dazu, Ihren Bargeld-Vorrat nur noch in Scheinen < 50 € zu halten.

Der Verfechter der weltweiten Bargeld-Abschaffung Kenneth Rogoff hatte ja schon gefordert, alle Scheine einzuziehen, die größer als 50 € sind.

Wenn Sie sich so absichern, bleibt Ihnen immerhin auch in der Krise noch eine Chance weiter auf ihr Bargeld zugreifen zu können.

16. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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