Bargeld-Alternativen: Hacker knacken Bitcoin-Konkurrenten

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Politische Unsicherheiten spiegeln sich nicht nur in der Brexit-Debatte wider. Eine andere Frage lautet: Will die Politik das Bargeld verbieten […] (Foto: pedrosek / shutterstock.com)

Politische Unsicherheiten spiegeln sich nicht nur in der Brexit-Debatte wider.

Eine andere Frage lautet: Will die Politik das Bargeld verbieten oder zumindest stark einschränken?

Bargeld wird in vielen Ländern stark zurückgedrängt (Musterbeispiel Schweden).

Und daher suchen die Menschen Alternativen zum Bargeld und zum alten Währungs-System.

Das Vertrauen in Papier-Währungen schwindet bei vielen Menschen seit Jahren kontinuierlich.

Die Notenbanken drucken ständig neues Geld, um damit die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation anzufachen.

Einige Anleger flüchten daher in die sicheren Häfen Gold, Schweizer Franken oder Norwegische Kronen.

Neue Währungen entstehen

Mit der digitalen Währung Bitcoin tauchte vor einigen Jahren plötzlich ein neuer Konkurrent zu den bisherigen sicheren Häfen auf.

Über Bitcoins habe ich in den vergangenen Monaten und Jahren bereits einige Male (z. T. auch sehr kritisch) berichtet.

Vor einiger Zeit habe ich zudem zum ersten Mal von einer neuen Kryptowährung (das ist eine über einen Algorithmus verschlüsselte digitale Währung) gelesen.

Es handelt sich dabei um Ethereum (kurz: Ether). Ethereum galt zuletzt als der neue Liebling unter den digitalen Währungen. Der Preis hat sich im Jahr 2016 bereits mehr als verzwanzigfacht.

Doch im Juni 2016 brach der Preis plötzlich an nur einem einzigen Tag um 30% ein. Der Grund: ein Hackerangriff auf eine mit dem Etherum-Netzwerk verbundene Organisation.

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Von ihr sollen über 3 Mio. Ether erbeutet worden sein. Das waren zu dem Zeitpunkt umgerechnet rund 50 Mio. US-Dollar.

Der Gesamtwert aller vorhandenen Ether beläuft sich auf derzeit (Stand: Juni 2016) rund 1,5 Mrd. US-Dollar.

Details und Hintergründe zu Ethereum und zum Hacker-Angriff

Gemäß dem Internet-Magazin „Business Insider“ scheint der Code von Ether an sich richtig zu funktionieren.

Der Fehler soll vielmehr beim Ziel des Hacker-Angriffs, bei der DAO, liegen. Das ist die Abkürzung für „dezentrale autonome Organisation“.

Dabei handelt es sich um eine mit dem Ethereum-Netzwerk verbundene Organisation.

Der Hauptzweck von Ethereum ist – anders als bei Bitcoin – nicht die Schaffung einer neuen Digital-Währung.

Das dezentral gespeicherte Register an Transaktionen von Ethereum – die Blockchain – soll nicht nur Währungs-Überweisungen speichern, sondern ganze Programme.

Vitalik Buterin, der Erfinder von Ethereum, hatte die Börsen für Digital-Währungen nach dem Hacker-Angriff gebeten, den Handel mit Ether auszusetzen. Der Handel kann nun wieder aufgenommen werden.

Eine Software-Änderung soll die Hacker zukünftig davon abhalten, über die gestohlenen Ether verfügen zu können. Die vorherigen Bestände an Ether sollen wiederhergestellt werden.

Das ist umstritten, da der Zweck einer Blockchain eigentlich ist, keine nachträgliche Manipulation von Transaktionen zuzulassen.

Fazit: Es gibt bessere Währungs-Alternativen als Bitcoin und Ether

Über die Probleme, die in der Vergangenheit im Zusammenhang mit sogenannten Bitcoins auftraten, habe ich schon einige Male berichtet. Nun gibt es also auch noch Probleme beim neuen Bitcoin-Konkurrenten Ether.

Daher lautet meine Empfehlung: Setzen Sie auf bessere Alternativen als auf die Digital-Währungen Bitcoin oder Ether.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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