Bargeld-Beseitigung: Pro- und Contra-Argumente

Die Bargeld-Beseitigung wird immer schneller vorangetrieben. Nun hat auch der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Strategiepapier dazu vorgelegt.

Doch führende Ökonomen warnen eindringlich davor.

Ökonomen warnen vor einer Bargeld-Beseitigung

Im Frühjahr 2017 erklärte der wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in einem Gutachten

Die Einschränkung oder Abschaffung von Bargeld führe zwangsläufig zum Verlust der finanziellen Selbstbestimmung.

„Bravo!“, kann man da nur sagen – obwohl es doch überrascht, dass dies ausgerechnet vom Beirat des Wirtschaftsministeriums kommt.

Das Gutachten „Zur Diskussion um Bargeld und die Nullzins-Politik der Zentralbank“ kommt zum Ergebnis, dass das De-cashing ein nicht gerechtfertigter wirtschaftspolitischer Eingriff wäre.

Es sei weder zur Kosten-Ersparnis im Zahlungsverkehr noch zur Kriminalitäts-Bekämpfung erforderlich.

Pro-Argumente für eine Bargeld-Beseitigung ad absurdum geführt

Auch die Ökonomen resümieren, dass das Bezahlen mit Bargeld ein Stück informationelle Selbstbestimmung der Bürger sei.

Und: Die anhaltende Niedrigzins-Politik mit teilweise negativen Zinsen gefährde vielmehr auf Dauer die Finanz-Stabilität.

Aber das ist noch nicht alles an Kritik:

Es gebe keine legitimen Gründe dafür, dass Höchstgrenzen bei Barzahlungen eingeführt würden. Ein Verbot von hohen Cash-Transaktionen würde legitime Zahlungsvorgänge unterbinden.

Keine Unterbindung illegaler Aktivitäten

Auch gebe es Zweifel, ob durch eine Bargeld-Beseitigung illegale Aktivitäten unterbunden werden könnten.

Vielmehr sei zu befürchten, dass Begrenzungen der Höhe von Bar-Transaktionen die legitimen Nutzer von Bargeld schädigen, ohne das Ziel der Bekämpfung von illegalen Aktivitäten besonders zu fördern.

Der gläserne Bürger

Wird das Bargeld abgeschafft, dann werden Sie unzweifelhaft gläsern, denn, so die Ökonomen des Beirats des Wirtschaftsministeriums:

„Eine Person, die Einkäufe in bar bezahlt, kann davon ausgehen, dass es einem Dritten nicht möglich ist, ihr Ausgabenverhalten zu beobachten oder zu rekonstruieren. Barzahlungen erfolgen anonym, ohne dass der Name des Zahlenden in etwaigen Dokumentationen der Zahlungsvorgänge erscheint. Bei Kartenzahlungen besteht diese Anonymität nicht. Bei anderen Formen des elektronischen Zahlungsverkehrs (Bitcoin) ist Anonymität vorgesehen, kann aber letztlich auch untergraben werden.“

Anonym durch Barzahlungen

Ergo: Die Anonymität von Zahlungen schützt vor einem Missbrauch der betreffenden Information.

Nicht zu vergessen, dass bei elektronischer Zahlung ein gewisses Risiko besteht, dass unbefugte Dritte (z. B. Hacker) Zugang zu Ihren persönlichen Information erhalten und auf erpresserische Weise ausnutzen könnten.

Kriminelle können die IT-Schutzsysteme von Banken knacken und so an brisante persönliche Informationen gelangen. Selbst der Staat und die Geheimdienste hätten die Möglichkeit Sie auszuspähen.

Manipulation Ihres Konsum-Verhaltens

Außerdem:

Können Sie nur noch elektronisch bezahlen, ergibt die Summe aller Ihrer Zahlungen ein detailliertes Bild Ihrer Konsum-Gewohnheiten – und somit auch ein entsprechendes individuelles Zahlungsmuster.

Alle diese Erkenntnisse könnten dazu benutzt werden, um letztlich Ihr Konsum-Verhalten zu beeinflussen.


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13. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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