Behandlungsfehler? Ansprüche mit Gutachten geltend machen!

Patienten, die Bedenken haben, dass ihrem Arzt ein Behandlungsfehler unterlaufen ist, sollten sich mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen. (Foto: Have a nice day / shutterstock.com)

Wird durch das Gutachten tatsächlich ein Behandlungsfehler festgestellt, dann kann damit ein Anspruch auf Schadensersatz sowie Schmerzensgeld geltend gemacht werden.

Gutachten: Verjährungsfrist von 3 Jahren

Dafür kommt die Haftpflichtversicherung des behandelnden Arztes bzw. des Krankenhauses auf. Sobald ein Gutachten existiert, tritt die 3-jährige Verjährungsfrist in Kraft (§ 852 BGB).

Schritte vorm Gutachten

Zuvor sollte jedoch ein klärendes Gespräch mit dem Arzt geführt werden – dadurch können sich eventuelle Missverständnisse oft aus der Welt räumen lassen. Scheitert dieser Versuch, dann ist es ratsam, ein Gedächtnisprotokoll über die vermutete Fehlbehandlung anzufertigen.

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Dabei sollte neben dem Namen des Arztes auch eine Beschreibung der durchgeführten Untersuchung festgehalten werden sowie das Datum. Außerdem ist es sinnvoll, sowohl den Namen als auch die Anschrift von Zeugen festzuhalten, sofern diese Zeugen dabei behilflich sein könnten, einen Behandlungsfehler zu bestätigen.

Wenn Sie berechtigte Bedenken haben, dass Ihr Arzt einen Behandlungsfehler begangen hat, dann schalten Sie Ihre Krankenkasse ein. Mit dem Gutachten können Sie dann Ihre Ansprüche auf Schmerzensgeld und Schadensersatz durchsetzen.


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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.