Bei Banken-Pleiten wird es jetzt teuer – besonders für Sie

Es tauchen immer mehr Krisen-Meldungen zu Banken auf – v. a. der italienische Banken-Sektor steht massiv unter Druck. Aber nicht […] (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Es tauchen immer mehr Krisen-Meldungen zu Banken auf – v. a. der italienische Banken-Sektor steht massiv unter Druck.

Aber nicht genug damit, dass die Banken selbst ihre Bilanzen nicht mehr in den Griff bekommen.

Nein, nun werfen die europäischen Aufsichtsb-Behörden den Banken auch noch neue Stöcke zwischen die Beine – und die gehen uns alle an.

Sind Sie Aktionär der Deutschen Bank oder haben auch nur Anleihen des größten deutschen Bankhauses im Depot?

Der ominöse “Bail-In”

Wenn es zum nächsten Bankencrash kommt, steht dann nicht nur der Fortbestand der Euro-Zone auf dem Spiel, sondern auch Ihr Vermögen.

Das Stichwort hier lautet Bail-In. Das haben Sie noch nicht gehört? Natürlich nicht!

Das ist ja die Absicht der europäischen Aufsichts-Behörden. Doch schon seit dem 1. Januar 2016 ist die europäische Banken-Abwicklungs-Richtlinie in Kraft.

Jetzt hat die EU das zu Ende geführt, was in Zypern im Frühjahr 2014 mit der Enteignung der Sparer dort begann.

Enteignung ist ein hartes Wort – aber anders kann man nicht ausdrücken, was aktuell passiert

Seit dem 1. Januar 2016 gilt also die europäische Banken-Abwicklungs-Richtlinie, kurz: BRRD (für Bank Recovers and Resolution Directive).

Ab jetzt ist der „Bail-in“ geltendes Recht in der Eurozone. Wenn Sie das noch nicht gehört haben, zählen Sie damit zur Masse der Europäer.

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Ich bin mir sogar sicher, dass selbst viele Mitarbeiter von Banken von diesem Geheim-Gesetz noch nichts gehört haben. Doch eines muss Ihnen klar sein: Geht eine Bank pleite, geben Sie dieser Ihr ganzes Geld.

Sie erhalten dann aber nur wertlose Pleite-Aktien oder Anleihen der Bank. Der Plan der Geld-Diebe ist geheim und perfide – doch es ist die einzige Chance.

Die Finanzkrise 2009 hat das globale Finanz-System fast zum Einsturz gebracht; viele Staaten mussten die maroden Banken mit hohen Milliarden-Summen stützen.

Heute ist fast schon vergessen, dass auch die Commerzbank in Deutschland bedrohlich nah am Abgrund stand.

Nur durch eine staatliche Beteiligung von 25% an den Aktien konnte der Absturz verhindert werden.

In Italien hat der Bail-In schon zugeschlagen – mit heftigen Folgen

Hinter den Kulissen in Brüssel haben die Staaten der Finanz-Industrie und die EU-Politiker lange Zeit überlegt, wie das Problem zu lösen sei.

Dabei ist die Lösung ganz einfach: Das Problem wird auf Ihrem Rücken gelöst. Ihr Vermögen wird beim nächsten Banken-Crash genommen, um die Löcher zu stopfen. Das Stichwort lautet hier „Bail-in“.

Das klingt modern, doch es ist nur ein modernes Wort für Enteignung, mehr nicht. Sollte jetzt eine Bank in Schieflage geraten, wird eben zuerst auf das Geld der Anleihen-Besitzer, Aktionäre und Sparer zurückgegriffen.

So etwas klingt sehr theoretisch. Doch wie schnell aus der Theorie eine ernstzunehmende Gefahr werden kann, haben etliche Italiener erst inzwischen erfahren müssen: Da griff der „Bail-In“ bei 4 Volksbanken in der Toskana.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.