Beliebt wie früher: Darum ist die Blackberry Aktie im Aufschwung

Vor 10 Jahren galt das Blackberry Handy als das Nonplusultra der Mobilfunkwelt. Weder Nokia, Microsoft oder Apple konnten damals mithalten. Dabei waren die Blackberry Geräte des kanadischen Konzerns Research in Motion (RIM) mit der typischen schwarzen Tastatur nicht nur besonders praktisch. Ihnen wurde auch nachgesagt, sie seien verhältnismäßig sicher und relativ resistent gegen Hackerangriffe.

Damals kauften Geschäftskunden in der ganzen Welt Blackberrys und RIM kommt auf einen Marktanteil von gut 10 %. Heute haben Android-Smartphones und ­iPhones den Markt unter sich aufgeteilt – der Marktanteil der BlackBerry Handys ist unter 1 % gefallen.  Der frühere Handyriese wird derzeit zum Softwarekonzern umgebaut.

Blackberry Aktie – bessere Zahlen, gute Performance

Der kanadische Anbieter von Mobilfunkgeräten weist eine Marktkapitalisierung von 4,90 Mrd. € aus. Nach einer langen Durststrecke schrieb Blackberry in der jüngsten Vergangenheit erstmals wieder einen Gewinn. Als Treiber des Zuwachses gilt das Softwaregeschäft, dessen Umsatz im 2. Quartal 2017 um gut ein Drittel zulegte. Mit bereits 185 Mio. US-$ steuerte der Bereich zu den insgesamt knapp 240 Mio. Konzernumsatz in diesem Zeitraum bei.

Die Blackberry Aktie hat bereits deutlich reagiert. In den zurückliegenden 12 Monaten ist der Kurs des Titels zur Freude von Anlegern um mehr als 40 % geklettert. Und das scheint noch nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. Denn der Chef des Unternehmens, John Chen, baut weiterhin verstärkt auf die Kernkompetenz in Sachen Sicherheit.

Pläne von Blackberry zielen auf Sicherheitsaspekte und autonomes Fahren

Erst in der jüngeren Vergangenheit hat Blackberry einen Auftrag der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA erhalten, Tools zur Verschlüsselung von Emails und Telefonaten für die US-Regierung zu liefern. Im Anschluss daran dürften weitere lukrative Geschäfte mit Konzernen und Behörden folgen. Chen gibt sich optimistisch: „Wenn es um Sicherheit geht, stehen wir ganz oben auf der Liste unserer Kunden.“

Auch beim autonomen Fahren scheint Blackberry mit seiner Software punkten zu können. Das Sicherheits-Kow-how des Unternehmens lässt sich auch auf diesem Absatzmarkt einsetzen. QNX, eine Tochtergesellschaft von Blackberry, liefert bereits Entertainment-Technologie an Kfz-Produzenten wie Ford.

Darüber hinaus hat die kanadische Gesellschaft vom US-Automobilzulieferer Delphi den Zuschlag für die Entwicklung einer sicheren Plattform für autonome Fahrzeuge erhalten. Im Jahr 2019 sollen Produkte, an denen auch die Chiphersteller Mobileye und Intel mitwirken, auf den Markt kommen.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Blackberry Aktie für Anleger attraktiv. Dennoch muss in diesem Zusammenhang auf den spekulativen Charakter eines solchen Investments hingewiesen werden. Denn: Auch wenn das Know-How und die ersten Aufträge für die Entwicklung von Sicherheitssoftware erfolgversprechend erscheinen, ist das Ganze doch sehr stark mit Unwägbarkeiten behaftet.

9. November 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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