Berufsberatung

Vor einigen Tagen kam ein Abiturient des aktuellen Abitur-Jahrgangs zu mir und fragte mich nach den Berufs- und Studien-Möglichkeiten in […]

Vor einigen Tagen kam ein Abiturient des aktuellen Abitur-Jahrgangs zu mir und fragte mich nach den Berufs- und Studien-Möglichkeiten in der Immobilien-Wirtschaft.

Es entwickelte sich ein interessantes Gespräch über die Studien-Möglichkeiten einerseits und die Berufsziele eines Abiturienten andererseits.

Berufsziel: Immobilien

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich freue mich sehr darüber, wenn ein Jugendlicher zu mir kommt und mich nach den Möglichkeiten in der Branche fragt, in der ich arbeite.

Wer sich mit der Immobilien-Wirtschaft intensiv auseinandersetzt und darin arbeitet, der muss sich doch über Nachwuchs freuen.

Berufswunsch vor Studienwahl?

Was ist eigentlich wichtiger: das Berufsziel oder das Studium? Ich bin der festen Auffassung, dass es sehr hilft, wenn man das Studium vom Ende her denkt.

Was mache ich also hinterher mit dem Studium? Wo will ich hin?

Erste Diskussion: Angestellt oder nicht

„Weißt Du, was Du werden möchtest?“

„Ich hätte später Lust, etwas mit Immobilien zu machen. Eltern meiner Freunde haben ein Büro und entwickeln Immobilien. Das klingt sehr interessant.“

„Das spricht dafür, dass Du Dich eher selbständig machen möchtest. Ist das richtig?“

„Grundsätzlich kann ich mir vorstellen, auch in einem Büro zu arbeiten und angestellt zu sein. Meine Eltern sind aber auch selbstständig. Ich glaube, dass ich den Anforderungen an eine Selbstständigkeit gewachsen bin. Ich kenne das ja schon.“

„Wenn Du Dir eine selbstständige Tätigkeit vorstellen kannst – oder mehr noch: schon weißt, dass Du eher selbstständig tätig sein möchtest –, dann hast Du ganz andere Möglichkeiten der Ausbildung in der Immobilien-Wirtschaft als bei einem eher unbestimmten Ziel.

Der Normalfall ist ja, dass ein Student ein Fach studiert, das ihn oder sie interessiert, und dann später schaut, was sie/er damit anfangen können wird.

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Wie die gerichtliche Teilungsversteigerung abläuftDen Antrag auf Anordnung der Teilungsversteigerung können Sie nur schriftlich stellen. Zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk die Immobilie liegt. Zum Nachweis der Eigentumsverhältnisse können Sie auf das Grundbuch… › mehr lesen

Diese zweite Form des Studienanfangs ist nicht schlechter als die zielgerichtete Variante. Die erste Möglichkeit eröffnet aber andere Möglichkeiten.“

Zweite Diskussion: Erfahrung

„Hast Du schon Erfahrungen in einem Büro oder einer Firma in der Immobilien-Branche gemacht?“

„Ich habe während der Abitur-Phase in einem Architektur-Büro gearbeitet und erste Einblicke bekommen. Diese Erfahrungen haben mich in meinem Berufswunsch bestärkt.

Es war ein kleines Büro und ich durfte über die normalen Arbeiten eines Praktikanten hinaus auch Zuarbeiten am PC erledigen, mich in das CAD-Programm einarbeiten und war auch auf der Baustelle.“

„Inwieweit hat Dich das bestärkt?“

„Zunächst einmal fand ich richtig interessant, wie ein Gebäude auf dem Plan entsteht. Wir hatten in der Zeit, in der ich dort war keinen neuen Auftrag und haben nur bestehende Planungs-Aufträge weiterbearbeitet.

Die Pläne waren also schon da. Dann ging es aber an Detail-Ausführungen.

Ganz interessant war die Arbeit draußen auf den Baustellen, also die Abstimmung mit den Handwerkern und den Bauherren. Da konnte ich sehen, wie die Immobilie Stück für Stock wächst.“

„Hast Du auch erlebt, wie der Architekt über sein Honorar verhandelt hat? Anders als bei einem Angestellten, muss ja der Selbstständige dafür sorgen, dass das Geld hereinkommt, mit der er seine Angestellten und das Büro bezahlt.“

„Nein, Honorar-Verhandlungen habe ich nicht mitbekommen. Ich kann mir aber vorstellen, dass das zum schwierigen Teil der selbstständigen Tätigkeit gehört.“

Morgen geht es in meinem nächsten Beitrag nun darum, wie aus dieser Idee eine konkrete Bewerbung für einen Studienplatz wird.


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Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.