Betriebskosten pro m² sind gestiegen

Wohnungsschlüssel – Brian A Jackson – shutterstock_376319617

Der Deutsche Mieterbund führt eine Statistik über die Betriebskosten bei vermieteten Wohnungen in Deutschland. Daraus wird der Betriebskostenspiegel erstellt, der […] (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

Der Deutsche Mieterbund führt eine Statistik über die Betriebskosten bei vermieteten Wohnungen in Deutschland.

Daraus wird der Betriebskostenspiegel erstellt, der auch lokale Unterschiede einbezieht.

So gibt es meist für einzelne Städte spezifische Betriebskostenspiegel.

Als Beispiel sollen hier die Zahlen von 2009 genannt werden.

Danach zahlten die Mieter in den östlichen Bundesländern 2009 durchschnittlich 2,17 € pro Quadratmeter und Monat an Betriebskosten.

In den westlichen Bundesländern lagen die Betriebskosten etwas höher. Sie betrugen durchschnittlich durchschnittlich 2,22 € pro Quadratmeter und Jahr. Diese Unterschiede sind vor allem in der Grundsteuer und den Kosten für die Müllbeseitigung begründet.

Nimmt man alle erdenkbaren Betriebskostendurchschnittskosten zusammen, ergibt sich für die westlichen Bundesländer ein Wert von 3,01 € pro Quadratmeter.

Für die östlichen Länder beträgt der Wert 2,59 € pro Quadratmeter.

Umlegung der Betriebskosten muss vereinbart werden

Betriebskosten sind, sofern nichts anderes im Mietvertrag vereinbart wird, in der Miete enthalten. Dennoch ist dies in der Vermietungspraxis unüblich, denn so würden Vermieter steigende Kosten – wie beispielsweise für Energie und Wasser – alleine tragen.

Deshalb wird so gut wie immer eine Betriebskostenvorauszahlung oder aber eine Betriebskostenpauschale vereinbart.

Bei der Betriebkostenvorauszahlung handelt es sich um einen monatlich vom Mieter zu entrichtenden Betrag, der am Ende des Abrechnungszeitraums mit den tatsächlich angefallenen Kosten verrechnet wird.

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Meist ist er zu niedrig angesetzt, da Nach §556 Absatz 2 BGB der Vermieter keinesfalls eine zu hohe Betriebskostenvorauszahlung fordern darf. Eine zu niedrige Betriebskostenvorauszahlung dagegen stellt kein Problem dar.

Deshalb muss der Vermieter meist eine Nachzahlung fordern, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Betriebskosten müssen penibel abgerechnet werden

Die Betriebskostenabrechnung muss einige Anforderungen erfüllen. Tut sie dies nicht, kann der Mieter Widerspruch gegen sie einlegen.

Zunächst muss sie dem Gebot der Wirtschaftlichkeit entsprechen.

Hier ist es die Pflicht des Vermieters, kritisch zu überprüfen, ob die Dienstleistungen, wie etwa ein Reinigungsdienst für das Treppenhaus, wirklich die günstigste Variante ist.

Auch darf die Reinigung oder Gartenpflege nicht häufiger als notwendig durchgeführt werden.

Zudem müssen für die Rechtskräftigkeit der Betriebskostenabrechnung mindestens Angaben über den Abrechnungszeitraum enthalten sein. Des Weiteren müssen die Gesamtkosten zusammengestellt und der Verteilerschlüssel angegeben werden.

Dann ist nachvollziehbar und übersichtlich der Kostenanteil für den einzelnen Mieter zu berechnen. Zudem ist die vom Mieter geleistete Vorauszahlung mit den tatsächlichen Kosten zu verrechnen.

Betriebskosten pro m² sind gestiegen – Vermieter müssen reagieren

Vermieter sollten dafür sorgen, dass sie auf steigenden Kosten nicht sitzenbleiben.

Eine Erhöhung der Betriebskostenvorauszahlung bietet sich daher an. Damit diese rechtskräftig ist, muss die Betriebskostenabrechnung einwandfrei und nachvollziehbar aufgestellt werden.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.