Betrügerisch bis ehrenwert: Fonds, Anleger und Vermögensberater

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In den letzten Tagen lesen Sie Schlagzeilen um geprellte Anleger in den Medien. Dabei liegen seriöse und kriminelle Handlungen sehr […] (Foto: create jobs 51 / Shutterstock.com)

In den letzten Tagen lesen Sie Schlagzeilen um geprellte Anleger in den Medien. Dabei liegen seriöse und kriminelle Handlungen sehr nahe bei einander.

Oft unterscheiden sie sich lediglich im Motiv, medial werden sie ohne adäquaten Maßstab dargestellt.

Ein offener Fonds z. B. muss über seine Laufzeit hinweg eine Auszahlungsreserve bereit halten. Es ist klar, dass das Geld deshalb nicht vollständig investiert sein kann.

Weiß der Initiator aus seiner Erfahrung, welche Quote an Kapital normalerweise zurück gezahlt werden muss und hat andererseits vom Vertrieb eine belastbare Aussage zur Höhe der zu erwartenden neuen Anlegergelder, so kann der umsichtige Manager mehr investieren, weil er Rückzahlungen aus neuem Geld bedient.

Solange alles gut geht kein Problem. Bei einer Schieflage würde man dem Fondsmanager ein illegales Handeln unterstellen.

Der in den Medien verwendete Begriff Schneeballsystem ist übrigens dafür nicht korrekt. Ein Schneeballsystem ist vorhanden, wenn der Fondsvertrieb Kunden akquiriert und diese Kunden wieder weitere Kunden akquirieren würden.

Die Auszahlung von Kunden aus neu eingenommenen Geldern ist ein sogenanntes Ponzi-Schema, wie es unter anderem der Milliardenbetrüger Bernard Madoff eingesetzt hat.

Im Prinzip greift jeder Versicherungskonzern auf ein System zurück, dass Leistungen vorrangig aus eingehender frischer Liquidität leistet. Sind deshalb alle Versicherungen Betrüger?

Ob nun ein Vorstand eines Zwei-Milliarden-Fonds über seine Verhältnisse lebt, wenn er luxuriöse Autos fährt oder es unverhältnismäßig ist, dass bei einer Versicherung der Anteil an Vertriebskosten die Einzahlungen – je nach Produkt – der ersten drei Jahre frist, bleibt Ihnen zur Entscheidung überlassen.

Aus meiner Beratungspraxis darf ich Ihnen bestätigen, dass die meisten Menschen – und das ist umso treffender, je weniger sie besitzen – aus Gier handeln und professionellen Rat nicht annehmen.

Die Käufer von Schrottimmobilien fallen überwiegend in diese Kategorie. Sicher, es gibt auch Einzelschicksale. Doch bei mehreren Tausend Transaktionen in Denkmal-Immobilien oder Projektentwicklungen-Ost spielt das Streben nach hohen Profiten oder Steuererleichterungen eine weitaus größere Rolle.

Es ist absolut nachvollziehbar, dass Sie als privater Anleger vernünftige Renditen erzielen wollen.

Das können Sie entweder Anhand von professionellen Investoren modellieren oder Sie wenden sich gleich an diesen Personenkreis, damit er mehr aus Ihrem Geld macht. Wenn Sie allerdings nicht bereit sind, die mit Investments verbundenen Risiken zu tragen, wird es auch nichts mit solidem Vermögensaufbau.

Um mit zwei Zitaten von Warren Buffett zu schließen: „Das Risiko liegt darin, nicht zu wissen was man tut.“ und „Ein gutes Investment im Jahr ist absolut ausreichend“.

Mein Tipp: Investieren Sie in gute Trainings und Workshops, eignen Sie sich das notwendige Wissen an und fokussieren Sie sich darauf, ein gutes Investment pro Jahr zu tätigen.

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Dominik Eller
Von: Dominik Eller.

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