Bezahldienstleister: Diese Aktien sollten Anleger auf dem Zettel haben

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Immer neue Bezahldienstleister-Aktien gehen an die Börse. Mobiles Bezahlen hat Zukunft. Der Markt wird auch von etablierten Größen entdeckt. (Foto: BigTunaOnline / Shutterstock.com)

Mit der Digitalisierung von Geschäftsvorgängen und unseres Alltags verändern sich alte Gewohnheiten, Beispiel: Geld. Das Bezahlen mit Scheinen und Münzen oder die EC-Karte wird zusehends von neuen digitalen Bezahlsystemen ersetzt.

Die Transfers sind schnell und sicher. Alles läuft entweder über den Rechner im Internet oder über entsprechende Apps auf dem Smartphone.

Immer neue Bezahldienstleister-Aktien

Immer mehr Bezahldienstleister entdecken das Geschäft mit Billionen-Potenzial für sich und wollen sich zeitig in Stellung bringen. Sie machen etablierten Anbietern wie Giropay zunehmend Konkurrenz. Allerdings: Angesichts der vielen Startups, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, wird die Auswahl verwirrend groß.

Für Anleger aber, die sich dem Zukunftsthema widmen, reduziert sie sich auf Bezahldienstleister, deren Aktien an der Börse gehandelt werden. Spannend sind folgende Bezahldienstleister-Aktien:

Pionier Paypal

Paypal, dessen Ursprünge auf Tesla-Gründer Elon Musk zurückgehen, mauserte sich über Ebay zum unangefochtenen Marktführer. 2002 wurde es von Ebay aufgekauft, 2015 ging es eigenständig an die Börse. Die Aktie konnte seitdem um 147,4 % zulegen. Paypal baut seine Stellung durch fortlaufende Zukäufe aus. Zuletzt wurde der schwedische Anbieter iZettle übernommen.

Auch die frisch ausgelaufene Partnerschaft mit Ebay wird wenig an zweistelligen Umsatzzuwächsen ändern. Immerhin wurden letztes Jahr 25 neue Kooperationen unter anderem mit Google, Microsoft und Alibaba verkündet. Die Gewinne, die durch Abzüge auf der Verkäuferseite entstehen, summierten sich zuletzt auf 1,795 Mrd. US-Dollar. Dividenden gibt es leider keine.

Square: Krypto inklusive

Auch der nächste Anbieter ist mit dem Namen einer Tech-Größe verbunden: Square heißt die Zweitfirma von Twitter-Chef Jack Dorsey. Wie Paypal ist die Bezahldienstleister-Aktie seit 2015 im Handel und brachte seitdem 151 % Plus. Die Umsätze von Square konnten im hohen zweistelligen Bereich auf zuletzt 2,214 Mrd. US-Dollar zulegen.

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Das Betriebsergebnis lag jedoch auch 2017 in der Verlustzone. Allerdings gibt es hier sichtbare Fortschritte. Dieses Jahr soll erstmals ein Nettogewinn erzielt werden. Im ersten Quartal wuchs das Kerngeschäft bereits um die Hälfte. Square hat jetzt eine US-Lizenz für den Handel mit Kryptowährungen.

Adyen: Fintech aus Holland

Das gelingt nicht bei jedem Börsenstart: Die Adyen-Aktie legte in vier Wochen um über 30 % zu. Mit einem Aktienvolumen von 947 Mio. Euro war es der größte IPO eines europäischen Fintechs. Die Niederländer sind auf Wachstumskurs: 2017 stieg der Umsatz um 40 % auf 982 Mio. Euro. Hauptgrund: Ebay ist seit Anfang des Jahres neuer Großkunde.

Adyen tritt damit an die Stelle von Paypal. Dies gelang dank der hauseigenen Technologie, die Fachkreise gegenüber der Konkurrenz als „mit Abstand überlegen“ bewerten. Allerdings kostet das Papier schon jetzt über 600 Euro. Der heiße Tipp zum heißen Preis.

Wirecard vor Dax-Aufstieg

Ein anderer „heißer Tipp“ ist Wirecard. Der Anbieter aus Aschheim bei München kooperiert schon längst mit Größen wie Crédit Agricole oder Visa. Umsätze und Erlöse wachsen weiterhin mit großen Schritten. Allein im ersten Quartal wuchs der Umsatz um über die Hälfte. Die Aktie legte in den letzten zehn Jahren um über 9.000 % zu.

Dabei ist das Ende der Fahnenstange wohl noch nicht erreicht. Gelingt Wirecard demnächst der Aufstieg aus dem TecDax in den Dax, wird die Aktie zum Muss für weitere Investoren. Für rund 150 Euro eine greifbare Chance. Und hier gibt es auch Dividenden.

Neben den spezialisierten Anbietern gibt es natürlich noch etablierte Banken und Konzerne, die ebenfalls auf den Zug aufspringen und entsprechende Angebote in eigenen oder ausgelagerten Geschäftsbereichen laufen lassen. „Amazon Pay“ beispielsweise oder die beiden System-GmbHs Giropay sowie Paydirekt, die von den Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken genutzt werden. Der Kampf um Marktanteile geht in die nächste Runde – und bleibt spannend.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.