BigCommerce Aktie: Was kann der neue E-Commerce-Star?

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Die BigCommerce Aktie ist mit viel Furore an der Börse gestartet. Was steckt hinter dem neuen E-Commerce-Star? (Foto: SergeyP / Shutterstock.com)

Bedingt durch die Corona-Krise boomt der Online-Handel. Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Marktforscher gehen davon aus, dass allein in diesem Jahr 4,2 Billionen US-Dollar im weltweiten E-Commerce-Handel umgesetzt werden, nach 3,5 Billionen US-Dollar im Jahr vorher (Quelle: Statista).

Entsprechend gefragt sind die Dienste von E-Commerce-Spezialisten wie Shopify, die Firmen dabei helfen, ihr Geschäft erfolgreich ins Internet zu verlagern. Die Shopify Aktie legte in 2020 zur Freude der Anleger bereits um rund 160 % zu.

Mit BigCommerce hat sich vor kurzem ein Shopify-Konkurrent an die Börse gewagt. Zum Börsendebüt hat die Aktie um mehr als 200% zulegt. Viele Anleger fragen sich: Lohnt sich ein Einstieg noch?

BigCommerce Aktie geht an die Börse

Seit August 2020 ist die BigCommerce Aktie an der New Yorker Technik-Börse Nasdaq notiert, auch in Deutschland wird die E-Commerce-Aktie inzwischen gehandelt.

Nachdem zunächst 9,02 Mio. BigCommerce Aktien für 24 US-Dollar bei Anlegern platziert wurden, konnte das Unternehmen durch den Börsengang 216 Mio. US-Dollar erlösen. Beinahe wäre es zum Börsengang gar nicht gekommen, denn der Finanz-Softwarespezialist Intuit hat nach US-Medienberichten zuvor 1,5 Mrd. US-Dollar für die Firma geboten.

Dies wäre vermutlich ein Schnäppchen-Preis gewesen, denn inzwischen wird BigCommerce mit mehr als 5,5 Mrd. US-Dollar an der Börse bewertet.

Was steckt hinter dem Shopify-Rivalen?

BigCommerce mit Sitz in Austin/Texas wurde bereits im Jahr 2009 von den beiden Australiern Eddie Machaalani und Mitchell Harper gegründet. Aktuell wird das Unternehmen von Brent Bellm geführt.

Das US-Softwarehaus bietet eine E-Commerce-Plattform als Service an, mit denen Firmen ihr Geschäft im Internet aufbauen können. Mithilfe von BigCommerce können Unternehmen neue Produkte binnen Minuten online bringen. BigCommerce bietet Hilfe beim Aufbau von Webseiten an, dabei sind keine Programmier-Kenntnisse von Seiten der Kunden erforderlich. Dazu bietet BigCommerce Hilfestellung mit vorgefertigten Themen, die individuell an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können.

Auch bei der Bestellabwicklung und Bezahlung bietet BigCommerce entsprechende Hilfestellung, so dass Kunden überall auf der Welt auf jeder Plattform (Facebook, Instagram etc.) ihre Produkte verkaufen können – es werden über 100 verschiedene Währungen unterstützt.

Über ein globales Content Delivery Network (CDN) wird ein schnelles Laden der Kunden-Webseiten garantiert. BigCommerce betreut bereits über 60.000 Kunden in mehr als 120 Ländern weltweit. Zu den BigCommerce-Kunden gehören namhafte Unternehmen wie Sony, Sharp und Skullcandy.

BigCommerce in Zahlen

Im Jahr 2019 setzte BigCommerce bereits 112,1 Mio. US-Dollar um, ein Zuwachs von 22 % gegenüber dem Vorjahr. Für das laufende Jahr 2020 erwarten Analysten einen weiteren Umsatzsprung auf 142,5 Mio. US-Dollar, im nächsten Jahr 2021 sollen die Erlöse dann auf knapp 170 Mio. Dollar wachsen, so Analystenschätzungen.

Allerdings sollten Anleger beachten, dass BigCommerce noch rote Zahlen schreibt. Allein in 2019 fiel ein Nettoverlust von 42,6 Mio. Dollar an und auch für 2020 erwarten Analysten ein Minus von 1,01 Dollar je Aktie. Im Jahr 2021 soll sich das Minus dann auf 0,41 Dollar je Anteil reduzieren. Daher dürfte BigCommerce frühestens im Jahr 2022 schwarze Zahlen schreiben.

Was ist das Besondere an BigCommerce?

BigCommerce spricht vor allem kleine und mittelgroße Firmen an und bietet mittelständischen Unternehmen quasi ein All-In-One-Sorglos-Paket, um im Online-Handel erfolgreich zu sein. Alle Funktionen sind einfach umzusetzen, so dass selbst Laien eine E-Commerce-Seite erfolgreich betreiben können.

Das BigCommerce verkauft seine Dienstleistung als Service (Software-as-a-Service) in Form eines monatlichen Abos. Die Abo-Kosten bewegen sich dabei zwischen 29,95 (Standard-Tarif), über 79,95 US-Dollar bis zur Premium-Version, die 299,95 US-Dollar im Monat kostet.

Das bedeutet: BigCommerce erzielt monatlich relativ vorhersehbare Einnahmen und kann in der Zukunft auf relativ ansehnliche Gewinnmargen hoffen.

Fazit: BigCommerce profitiert vom Digitalisierungstrend, die hohe Bewertung ist ein Manko

BigCommerce ist ein klarer Gewinner des Digitalisierungstrends. Viele klassische Händler suchen bedingt durch die Corona-Krise nach Lösungen, um ihr Geschäft ins Internet zu verlagern.

Gefragt sind dabei vor allem einfach integrierbare E-Commerce-Lösungen, die keine hohen Vorab-Investitionen und große Support-Teams mit umfangreichen IT-Kenntnissen erfordern. BigCommerce erfüllt diese Anforderungen.

Anleger können bei BigCommerce auch in den nächsten Jahren zweistellige Wachstumsraten erwarten. Allerdings ist auch die hohe Bewertung zu beachten. So wird BigCommerce bereits mit dem 40-fachen des zu erwartenden Umsatzes für das laufende Jahr gehandelt.

Die BigCommerce Aktie ist daher nur für spekulative Anleger interessant, die einen langen Atem haben, höhere Kursschwankungen verkraften und eine E-Commerce-Aktie als Depot-Beimischung suchen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

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