Biotech-Branche in 2018: Das sind die Übernahme-Kandidaten

Die Übernahme-Kandidaten im Biotech-Sektor kommen vor allem aus 2 Bereichen: Onkologie und seltene Krankheiten. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Spätestens nach der 11,9 Mrd. US-Dollar teuren Übernahme von Kite Pharma durch Gilead Sciences fragen sich viele Analysten und Anleger, wer wohl das nächste Übernahmeziel in der Biotech-Branche ist.

Die milliardenschweren Zukäufe überraschen nicht wirklich, ist die Forschung im Medizinbereich ein kostspieliger Faktor, der noch dazu mit einem hohen Risiko verbunden ist. Große Pharmakonzerne neigen daher eher zu einer Übernahme, um sich den Zugriff auf vielversprechende Wirkstoffe zu sichern.

Darum haben Analysten 10 Firmen auf der Liste, die wohl in 2018 zu den Übernahmekandidaten in der Biotech-Branche gehören. Die Mehrheit der Firmen kommt aus dem Onkologie-Bereich (Anti-Krebs-Medikamente).

10. Portola Pharmaceuticals, Börsenwert: 3,2 Mrd. US-$

Die in San Francisco ansässige Biotech-Firma Portola Pharmaceuticals hat sich auf die Entwicklung zur Behandlung von Thromboembolie bzw. Blutgerinnsel spezialisiert. Hier ist Portola mit seinem Medikament Bevyxxa am Start, das allerdings nicht unumstritten ist.

Mit Andexanet alfa und Cerdulatinib hat Portola allerdings 2 weitere vielversprechende Medikamente in der Pipeline, die Portola als Übernahmekandidaten interessant machen könnten, zumal Herz-Kreislauferkrankungen nach wie vor weit verbreitet sind.

9. Sarepta Pharmaceuticals, Börsenwert: 3,5 Mrd. US-$

Die US-Biotech-Firma Sarepta Pharmaceuticals hat geschafft, was dem Konkurrenten BioMarin nicht gelungen ist. Sarepta hat mit Exondys (Eteplirsen) einen Wirkstoff gegen die Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) auf den Markt gebracht – es ist das bislang einzige zugelassene Medikament zur Behandlung von DMD. Entsprechend interessant ist Sarepta für Firmen, die sich im Bereich seltene Krankheiten verstärken wollen.

8. Galapagos, Börsenwert: 3,6 Mrd. US-$

Die in Belgien ansässige Biotech-Firma Galapagos gilt ebenfalls als potenzieller Übernahmekandidat in der Biotech-Szene. Galapagos hat mit dem Wirkstoff Filgotinib einen JAK1-Inhbitor in der späten klinischen Testphase am Start, der bei der Behandlung von Rheumatoide Arthritis (RA) und Morbus Crohn zum Einsatz kommen soll.

Der US-Biotech-Konzern Gilead Sciences hat sich über ein Investment von 725 Mio. US-$ den Zugriff auf Filgotinib gesichert und ist zugleich mit 15 % an Galapagos beteiligt.

7. Puma Biotechnology, Börsenwert: 4 Mrd. US-$

Die US-Biotech-Firma Puma Biotechnology hat mit Nerlynx (Wirkstoff: Neratinib) ein Medikament entwickelt, das zur Behandlung von Brustkrebs verwendet wird. Inzwischen ist Nerlynx in den USA zugelassen und beschert Puma erste Umsätze. Analysten sehen Puma Biotechnology als interessanten Übernahmekandidaten für Pharma- und andere Biotech-Konzerne, die sich im Onkologie-Bereich verstärken wollen.

6. Tesaro, Börsenwert: 4,5 Mrd. US-$

Der US-Biotech-Konzern Tesaro wurde schon in 2017 als heißer Übernahmekandidat in der Biotech-Szene gehandelt. Gerüchten zufolge war der französische Pharmakonzern Sanofi auch an Tesaro interessiert – ein Deal kam bislang aber nicht zustande.

Tesaro hat mit Zejula den bislang kommerziell erfolgreichsten PARP-Inhibitor entwickelt, der für die Behandlung von Eierstockkrebs eingesetzt wird. Doch Konkurrenz naht: diverse andere PARP-Inhibitoren von anderen Firmen sind bereits in der Pipeline.

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5. Alkermes, Börsenwert: 8 Mrd. US-$

Alkermes, mit Hauptsitz in Dublin/Irland, gehört zu den erfolgreichsten Biotech-Firmen in Europa. Das Unternehmen hat sich auf die Behandlung von Schizophrenie und Depressionen konzentriert und damit einen Wachstumsmarkt getroffen. Aufgrund der Stresssituationen im Alltag sind psychische Krankheiten wie Depressionen auf dem Vormarsch.

Zuletzt konnte Alkermes auch eine Kooperation mit dem US-Biotech-Konzern Biogen schließen, um einen Wirkstoff (ALKS 8700) gegen die Multiple Sklerose (MS) zu entwickeln.

4. BioMarin, Börsenwert: 15 Mrd. US-$

Der US-amerikanische Biotech-Konzern BioMarin hat sich auf die Behandlung von seltenen Krankheiten spezialisiert. Dabei ist BioMarin gleich mit mehreren Medikamenten (Naglazyme, Kuvan, Vimizim, Brineura etc.) am Start, schreibt aber noch rote Zahlen.

Große Hoffnungen hegt der US-Biotech-Konzern mit seiner neuen Gentherapie (BMN 270) gegen die Hämophilie A, einem Blutgerinnungsdefekt, der nur bei Männern auftritt. Schwarze Zahlen scheinen bei BioMarin im Jahr 2019/2020 möglich.

3. Incyte, Börsenwert: 20 Mrd. US-$

Der US-Biotech-Konzern und Anti-Krebsspezialist Incyte galt schon in diesem Jahr als heißer Übernahmekandidat in der Biotech-Branche. Doch offenbar schreckt der hohe Börsenwert von 20 Mrd. US-$ viele Interessenten ab.

Incyte hat mit Jakafi (JAK-2-Hemmer) einen Verkaufsschlager im Portfolio. Das Medikament, das in der Krebsbehandlung (Myelofibrose und Polycythaemia vera) eingesetzt wird, dürfte in diesem Jahr erstmals die Umsatzmarke von 1,0 Mrd. US-$ überschreiten.

2. Alexion Pharmaceuticals, Börsenwert: 25 Mrd. US-$

Der US-Biotech-Konzern Alexion Pharmaceuticals hat ein schwieriges Jahr hinter sich, was von einem Wechsel im Top-Management im Frühjahr dieses Jahres geprägt war – dies führte dazu, dass der Aktienkurs auf Jahressicht leicht im Minus liegt.

Alexion hat sich auf die Behandlung von seltenen Krankheiten konzentriert und gilt mit seinem Wirkstoff Eculizumab (Soliris) als das Maß aller Dinge, wenn es um die Behandlung der paroxsysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH)- eine Erkrankung der blutbildenden Stammzellen – geht.

1. Vertex Pharmaceuticals, Börsenwert: 36 Mrd. US-$

Der US-Biotech-Konzern Vertex Pharmaceuticals gilt als der teuerste Übernahmekandidat in der Biotech-Branche, wird das Unternehmen an der Börse doch bereits mit 36 Mrd. US-$ bewertet. Vertex ist nicht nur in der Forschung, sondern auch wirtschaftlich sehr erfolgreich. Denn Vertex gehört zu den wenigen Biotech-Firmen, die bereits profitabel sind und in diesem Jahr die Umsatzmarke von 2 Mrd. US-$ überschreiten dürfte.

Das Unternehmen gilt als Spezialist in der Behandlung von Mukoviszidose, hier können Vertex-Forscher eine 20-jährige Erfahrung vorweisen. Hauptumsatzträger sind die beiden Medikamente Orkambi und Kalydeco, die beide bei der Behandlung der zystischen Fibrose zum Einsatz kommen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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