Bitcoin Alternative Ripple – Was steckt hinter der Kryptowährung?

Die Menschheit kann zwar Roboter zum Mars schicken, es ist aber nach wie vor fast unmöglich, Geld von Deutschland in die USA in Echtzeit zu überweisen. Derartige Auslandsüberweisungen dauern oft Tage und sind mit relativ hohen Kosten verbunden, wenn andere Währungen im Spiel sind.

Kurzum: Das aktuelle Zahlungssystem ist überholt, ineffizient und teuer. Genau dieses Problem will die in San Francisco ansässige Ripple Labs mit seinem Ripple Network (Blockchain) und der dazu gehörigen Kryptowährung Ripple (Kürzel: XRP) lösen.

Was ist Ripple?

Das Ripple Network ist nach einer Idee von Ryan Fugger im entstanden und wird von der in San Francisco ansässigen Ripple Labs weiterentwickelt. Die dazugehörige Digital-Währung Ripple gibt es seit 2012.

Das Ripple Network ist nach Firmenangaben die einzige Blockchain im Banken-Bereich mit vordefinierten Regeln und Standards für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.

Dabei sieht sich Ripple als währungsneutrales Tauschnetzwerk. Dies bedeutet, dass nicht nur sämtliche virtuelle Währungen wie der Bitcoin oder Ethereum über das Ripple Network getauscht werden können, sondern auch Papiergeldwährungen wie der Dollar oder Euro.

Ripple will erreichen, dass Überweisungen künftig so einfach werden wie das Versenden einer E-Mail. Um dieses Ziel zu erreichen, stellt Ripple eine Reihe von Services und Tools für Finanzinstitute und Banken bereit.

Zudem soll die Zahlungsabwicklung nicht nur schneller (Echtzeit), sondern auch günstiger werden. Laut Ripple sollen Banken durch den Einsatz des Protokolls und der Digital-Währung Ripple 33 % der operativen Kosten sparen können. Konkret beziffert Ripple die Einsparungen auf 3,76 US-$ pro Zahlungstranskation bzw. 564.000 US-$ im Jahr.

Wer steht hinter Ripple und welche Banken machen mit?

Der vormalige AOL- bzw. Yahoo-Manager Brad Garlinghouse treibt die Entwicklung bei Ripple Labs als Chief Executive Officer (CEO) voran. Finanziell wird Ripple von Google und dessen Venture-Arm GV, sowie von Andressen Horowitz, IDG Capital Partners, AME Cloud Ventures, Accenture Ventures und Standard Chartered, sowie SCB Digital Ventures unterstützt.

Zu den Ripple-Kunden zählen bereits die Schweizer Großbank UBS, die UniCredit, Santander, Bank of America Merrill Lynch, die Münchner Fidor Bank, die japanische Mizuho und viele mehr. Insgesamt zählt Ripple bereits mehr als 75 Kunden weltweit.

Ripple – die Kryptowährung

Ripple ist nicht nur ein digitales Zahlungsnetz, sondern steht auch hinter der gleichnamigen Kryptowährung Ripple (Kürzel: XRP), dessen Wert sich in diesem Jahr bereits vervielfacht hat. Ursprünglich wurden von Ripple Labs 100 Milliarden Ripple erschaffen, von denen rund die Hälfte später frei zirkulieren sollen.

Noch ist Ripple Labs im Besitz von 80 Milliarden Ripple, von denen 55 Milliarden bis Ende 2017 verteilt werden sollen. Die restlichen Ripple sollen zur Finanzierung der operativen Geschäfts von Ripple Labs und der Weiterentwicklung des Netzwerks dienen. Ripple können im Gegensatz zu Bitcoins und Ether nicht durch „Mining“ geschürft werden.

Der Ripple gilt als fälschungssicher, Transaktionen in Ripple sollen zudem sehr kostengünstig sein (Standardkosten: 0,00001 XRP), wobei jede Transaktion in Ripple nachverfolgbar ist. Bei jeder Überweisung wird dieser Anteil (Transaktionsgebühr) unwiederbringlich zerstört, wodurch verhindert werden soll, dass ein Individuum mehrere Millionen Transaktionen gleichzeitig durchführt.

Mit einer Zirkulation von 38,3 Milliarden Ripple, die derzeit im Umlauf sind, ergibt sich für den Ripple (aktueller Kurs: 0,25 Dollar für 1 Ripple) derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 10 Mrd. US-Dollar – damit ist der Ripple derzeit die drittgrößte Kryptowährung nach dem Bitcoin und Ethereum.

Fazit: Ripple mit interessantem, aber umstrittenem Konzept

Ripple versteht sich als „Blockchain für Banken“ und soll grenzüberschreitende Überweisungen zu günstigen Kosten ermöglichen. Konkret will das Projekt mithilfe des Ripple Protokolls und der Kryptowährung Ripple Banken dabei helfen, die Blockchain-Technik für sich nutzbar zu machen, damit Banken auch in Zukunft weiter relevant bleiben.

Aufgrund dieser Ausrichtung ist der Ripple in der Krypto-Szene relativ unbeliebt. Der Grund: Während die Bewegung hinter dem Bitcoin das aktuelle monetäre System rund um Finanzinstitute und Notenbanken ersetzen will, soll der Ripple das Gegenteil bewirken und dabei helfen, die Strukturen der Banken zu erhalten.

Dennoch haben Anleger, die in den letzten 6 Monaten in den Ripple investiert haben, enorm von dessen Wertsteigerung profitiert. War ein Ripple Ende des vierten Quartals 2016 nur 0,006 Dollar wert, kletterte der Ripple-Kurs Ende des ersten Quartals auf 0,021 Dollar. Inzwischen wird ein Ripple bei 0,25 Dollar gehandelt.

Trotz des Höhenflugs sollten Anleger stets bedenken, dass es sich bei Investitionen in Kryptowährungen um eine sehr spekulative Geldanlage handelt, die sich wenn überhaupt nur als Depotbeimischung eignet.

Unter dem Strich bietet der Ripple aber ein interessantes Konzept, das durchaus Bestand haben kann, wenn weitere Banken auf den Krypto-Zug aufspringen und das Ripple-Protokoll samt Kryptowährung implementieren.


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23. Juni 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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