Bitcoin: Der Zahlungsspezialist Square setzt auf die Kryptowährung

Die Digital-Währung Bitcoin hat inzwischen die Marke von 9.000 US-$ überschritten. Damit hat sich die weltweit führende Kryptowährung in diesem Jahr fast verzehnfacht.

Mit dem US-Zahlungsspezialisten Square springt nun ein weiteres Unternehmen auf den Bitcoin-Zug auf. Mitte November teilte Square mit, dass Kunden im Rahmen einer Testphase über die Square Cash App Bitcoins kaufen und verkaufen können.

Die Ankündigung sorgte für einen weiteren Kursschub beim Bitcoin, der vor wenigen Wochen noch unter 8.000 US-$ notierte. Doch warum dieser plötzliche Kursschub und was bedeutet der Schachzug für den Bitcoin und die Square-Aktie?

Was ist Square? So verdient das Unternehmen sein Geld

Die im Jahr 2009 gegründete und in San Francisco/USA ansässige Square wird von Twitter-Chef Jack Dorsey geführt und gilt inzwischen als richtiges Schwergewicht in der Branche für Zahlungslösungen. Zwar ist Square nicht so groß wie PayPal (mehr als 200 Millionen Nutzer), doch zählt Square inzwischen immerhin mehr als 3 Millionen aktive Nutzer und verwaltet mehr als 90 Millionen Kundenprofile.

Square hilft kleinen und mittelgroßen Unternehmen, Zahlungen aller Art zu akzeptieren. Dies bedeutet: Square sorgt mit Hardware- und Software-Lösungen dafür, dass auch kleine Unternehmen Kreditkarten, Debitkarten und Zahlungen via Smartphone (Apple Pay, Android Pay etc.) annehmen können und der Kunde König bleibt, was die Auswahl seiner Zahlungsmethode betrifft.

Aber Square verkauft nicht nur Hardware (Lesegeräte) und Softwarelösungen, sondern bietet Geschäftskunden auch Finanzierungsmöglichkeiten (Square Capital) an, damit diese mit frischem Kapital weiterwachsen können. Damit ist Square auch im Kreditgeschäft aktiv.

Daneben betreibt Square auch die kostenlose Cash App, die es Nutzern erlaubt, Beträge vom Bankkonto oder der Kreditkarte sofort an Freunde zu überweisen. Die Überweisungen dauern meist nur einen Tag. Nutzer, die es eilig haben, können aber auch gegen eine Gebühr (1 %) eine Sofortüberweisung anstoßen. Unter dem Strich verdient Square an jeder getätigten Transaktion, die über Square abgewickelt wird. Konkret sind dies 2,75 % pro Swipe-Transaktion bzw. 3,75 % plus 15 Cent pro manuelle Transaktion.

Warum setzt Square auf Bitcoin?

Square begründet die Entscheidung, über seine Cash App künftig auch den Bitcoin-Handel ermöglichen zu wollen mit dem Wunsch erster Kunden. Zudem will sich Square als innovativer Zahlungsdienstleister präsentieren und so mit der Zeit gehen.

Dazu müssen Anleger wissen, dass im Bitcoin inzwischen mehr als 150 Mrd. US-$ investiert sind. Immer mehr Anleger entdecken den Bitcoin nicht nur als Wertspeicher, sondern auch als Zahlungsmöglichkeit, denn erste große Firmen, wie zum Beispiel Expedia, akzeptieren bereits Bitcoins.

Fazit: Der Schritt von Square hilft den Bitcoin und der Square-Aktie

Analysten werten den Schritt von Square als einen weiteren Türöffner für den Bitcoin, der langsam aber sicher auch bei der Masse (Mainstream) ankommt. Da Square bereits mehr als 3 Millionen aktive Nutzer betreut, bedeutet dies ein Potenzial von Millionen neuer Bitcoin-Nutzer. Bei der Credit Suisse schätzt man, dass Square in den nächsten 2 Jahren 10 Millionen Bitcoin-Käufer gewinnen könnte. Dies könnte zu einem Mehrumsatz für Square von 30 Mio. US-$ führen, rechnen die Analysten gegenüber dem US-Sender CNBC vor.

Langfristig könnte das Umsatzpotenzial für Square jedoch noch viel höher sein, wenn Square mit seinen Zahlungslösungen noch stärker ins Ausland expandiert und weitere Kryptowährungen als Zahlungsoption anbietet. Anleger sollten daher sowohl den Bitcoin als möglichen Wertspeicher, als auch die Square-Aktie weiter im Auge behalten, denn Anleger sollten wissen, dass zwei Drittel der Geschäfte weltweit keine Payment-Karten akzeptieren. Damit gehört Square neben PayPal und Wirecard zu den interessantesten Payment-Anbietern.

4. Dezember 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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