Bitcoin: Die Entstehung

In dier Artikel-Serie „Der Bitcoin-Boom: Krypto-Währungen auf dem Vormarsch“ erfahren Sie alles rund um das Thema Bitcoin. An dieser Stelle […] (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

In dier Artikel-Serie „Der Bitcoin-Boom: Krypto-Währungen auf dem Vormarsch“ erfahren Sie alles rund um das Thema Bitcoin.

An dieser Stelle geht es um die Entstehungs-Geschichte:

In der Finanzkrise 2007 – 2009 wurde immer deutlicher, dass die Geschäfts- und auch die Notenbanken versagt haben.

Es entstand der Wunsch eine Währung zu gründen, die vom aktuellen Finanz-System unabhängig ist. Der bekannteste Versuch eine Alternativ-Währung zu schöpfen, ist der Bitcoin.

Somit ist er maßgeblich für die Entstehung von Krypto-Währungen verantwortlich, von denen es aktuell schon über 1.000 gibt.

Lesen Sie in diesem Beitrag, wer Bitcoin erfunden hat und wie diese produziert werden:

Bitcoin: Wer hat’s erfunden?

Satoshi Nakamoto gilt als Erfinder der Krypto-Währung Bitcoin. Dieser Name ist jedoch nur ein Pseudonym (nicht der echte Name).

Seit 2008 wurden mehrere Personen für Nakamoto gehalten. Viele Menschen haben die Identität Nakamotos für sich beansprucht.

Ob eine einzelne Person oder eine Gruppe von Programmieren hinter dem Bitcoin-System steckt, ist bislang unklar.

Als die Finanzkrise 2008 ihren Höhepunkt erreichte, erschien unter dem Pseudonym Nakamoto ein 9-seitiges Thesenpapier.

Dort wurden die Grundlagen für das System Bitcoin festgelegt, mit dem Ziel eine neue Form von Geld zu schaffen.

Seitdem ist auch festgelegt, dass die Zahl der Bitcoins auf 21 Mio. begrenzt ist. Dies soll eine Inflation vermeiden.

Zuletzt hörte man 2011 von Nakamoto. Damals verkündete er (oder die Personen-Gruppe), dass er sich nun anderen Dingen widmen wolle.

Wie Sie sehen, hat sich um die Identität, genauso wie um den praktischen Wert von Bitcoins, eine riesige Spekulations-Blase aufgebaut.

So entstehen Bitcoins

Ein Bitcoin wird an einem Computer erschaffen. Der PC muss mathematische Rätsel lösen, die mit der Zeit immer komplizierter werden.

Diese Rätsel sind so aufgebaut, dass es sich nur durch das Einsetzen von Zufallszahlen lösen lässt. Wer dieses Rätsel als erstes löst, bekommt einen Bitcoin als Belohnung ausgezahlt.

Je besser die eingesetzte Hard- und Software, also das technische Umfeld, welches die Zufallszahlen einsetzt, desto höher sind die Chancen auf die Belohnung.

Dies dient als Anreiz, um teure Rechenleistung in das Bitcoin-Netzwerk zu investieren.

Aktuell entstehen so 12,5 Bitcoins pro 10 Min. (Stand: dezember 2017). Allerdings wird der letzte Bitcoin erst in mehr als 100 Jahren entstehen.

Denn der Aufwand, einen Bitcoin zu schürfen, wird immer größer; der Energiebedarf für die Rechenleistung ist schon jetzt gigantisch.

Der Bitcoin-Boom im Jahr 2017 hat aus meiner Sicht zu absurden Bewertungen geführt: Der Gesamtwert der bisher geförderten Bitcoins ist in der Spitze auf fast 300 Mrd. US-Dollar gestiegen.

Mit dieser Summe können Sie am Aktienmarkt ganz einfach 1 Dutzend DAX-Konzerne kaufen.

Die Gier nach Bitcoins löst auch negative Folgen für die Umwelt aus:

Der Ansturm führt dazu, dass die mathematischen Rätsel, die gelöst werden müssen, um einen einzigen neuen Bitcoin zu schaffen, immer komplizierter werden.

Ganze Rechenzentren mit gewaltigem Stromverbrauch sind dafür mittlerweile erforderlich. Die ursprünglich geplante Bezahl-Funktion wurde durch den Ansturm praktisch unmöglich gemacht.

Bitcoin: Mehr Wette als planvolle Geldanlage

Aktuell lebt das Bitcoin-System davon, dass die Nachfrage größer als das Angebot ist.

Dieses Verhältnis kann sich jedoch sehr schnell drehen, wie die Aktionäre vor knapp 20 Jahren am „Neuen Markt“ erlebt haben.

Deswegen ist der Bitcoin aktuell eine Art Wette: Finde ich beim geplanten Verkauf einen Anleger, der einen höheren Preis zahlt?

Da es keinen fundamental berechenbaren Wert gibt, ist zwischen 0 und 1 Mio. US-Dollar problemlos jeder Preis denkbar.

Daher meine Einschätzung: Der Bitcoin ist aktuell eine Spekulation (Wette auf eine bestimmte Preis-Entwicklung) und keine Investition (planvolle Geldanlage).

Wenn Sie Ihr Geld gezielt anlegen wollen, ist der Bitcoin zur Zeit keine gute Wahl.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.