Bitcoin: Die verrückteste Spekulation der Geschichte

Der Kurs eines Bitcoins wird wohl bald die 10.000 USD-Marke übertreffen – gut möglich, dass das bereits passiert ist, wenn […]

Der Kurs eines Bitcoins wird wohl bald die 10.000 USD-Marke übertreffen – gut möglich, dass das bereits passiert ist, wenn Sie diese Zeilen lesen…

Es spielt aber auch keine Rolle.

Ob der Kurs nun bei 2.000 USD oder 11.000 USD steht, meine Meinung über Bitcoins bleibt dieselbe und steht im Titel dieses Kommentars:

Die verrückteste Spekulation der Geschichte

Bitcoins sind weniger wert als Tulpen

Vielfach wird der explodierende Kurs-Anstieg der Bitcoins mit dem Tulpenwahn der Jahre 1636 und 1637 verglichen. Ich meine, der Vergleich hinkt.

Als die Tulpen-Blase platzte, hatte man immerhin noch ein paar Tulpenzwiebeln in der Hand bzw. den Anspruch darauf, dass diese geliefert werden.

Wenn die Bitcoin-Blase platzt (und das wird sie), haben Sie ggf. nur noch eine Computer-Datei auf Ihrer Festplatte.

Diese Datei ist dann nichts anderes als ein paar aneinander gereihte wertlose elektronische „Einsen und Nullen“ – und das ist weniger als eine Tulpenzwiebel.

Über Schweine, Ochsen, Tulpen und Bitcoins

„8 fette Schweine für nur 240 Gulden, plus 4 fette Ochsen für 480 Gulden, plus 12 fette Schafe für 120 Gulden und außerdem 36 Tonnen Weizen und Roggen, fässerweise Bier und Wein, 2000 Kilo Butter, 500 Kilo Käse, ein Bett mit Matratze und und und …“.

So beschreibt der Autor Mike Dash in seinem Buch Tulpenwahn – Die verrückteste Spekulation der Geschichte anschaulich den Preis, den eine einzige Tulpe erzielte.

Das war auf dem Höhepunkt der Tulpenhausse in den Niederlanden in den Jahren 1636 und 1637.

Der Tulpenwahn endete am 05.02.1637. Die Preise stürzten ins Bodenlose.

Bitcoin: Die verrückteste Spekulation der Geschichte

Der Titel des Buches ist nicht mehr aktuell. „Die verrückteste Spekulation der Geschichte“ ist jetzt wohl die Spekulation mit Bitcoins.

Denn wie oben geschrieben: Wenn diese Blase platzt, bleibt nichts zurück, nicht einmal eine Tulpenzwiebel.

Ein paar Leute haben sich eine goldene Nase verdient, andere haben ihren gesamten Spekulations-Einsatz verloren.

Bitcoin kann Versprechungen nicht halten

Das Versprechen: Bitcoin soll anonym sein.

Ich bin sicher, dass es über kurz oder lang eine Software geben wird, welche die vermeintliche Anonymität der Bitcoins aufhebt.

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So meldete der Deutsche Wirtschaftsbrief, dass die US-Steuer-Behörde bereits eine Software hat, die Transaktionen mit Bitcoins erkennt.

Hinzu kommt: Was soll eine Anonymität für einen Vorteil haben, wenn nicht den Gesetze zu umgehen?

In dem Moment, wo Sie das tun, leben Sie in ständiger Angst um Entdeckung – ein zu hoher Preis!

Das Versprechen: Bitcoin ist eine Krisen-Währung

Ich mag das Wort „Währung“ an dieser Stelle kaum schreiben, das ist Unsinn!

Ich frage Sie:

  • Was wird der Landwirt in der Krise für ein paar kg Fleisch annehmen, Gold bzw. Silber oder 1/100 Bitcoin?
  • 100 Bitcoins auf dem Handy, das sind doch eigentlich 1 Mio. USD!? Aber was, wenn der Akku ist leer ist? Was machen Sie mit Ihren elektronischen Bitcoins im harten Krisenfall, wenn selbst die Stromversorgung nicht gegeben ist?

Bitcoin und Lotto

Spielen Sie Lotto? Geben Sie einen Lottoschein ab mit der Gewissheit, dass die 50 oder 100 € weg sind? – Macht nichts, denn es könnte ja sein, dass es doch einmal klappt?

Wenn Sie mit dieser Einstellung einen Hunderter in Bitcoins riskieren wollen, dann ist es o.k. 100 € ausgegeben – 100 € abgeschrieben.

Und doch: So eine Blase kann noch eine Zeitlang laufen. Wenn Sie den richtigen Ein- und Ausstieg finden, ist ein Gewinn möglich.

Es ist eine Wette oder eine Spekulation. Aber was Bitcoins nicht sind, ist klar: Bitcoins sind keine Währung! Sie sind die verrückteste Spekulation der Geschichte!

Tulpenwahn war der Vorläufer der Option

Bei dem Tulpen-Wahn der Jahre 1636 und 1637 wollte sich der Handel nicht an die kurze Pflanzzeit der Tulpen binden.

Außerdem waren solche immensen Summen (siehe vorne: 8 fette Schweine …) kaum handelbar. Daraus entwickelte sich ein System, in dem Wertpapiere ge- und verkauft wurden.

In diesen Wertpapieren verpflichtete sich ein Geschäftspartner, zu einem bestimmten Preis an einem festgelegten Datum Tulpenzwiebeln zu kaufen.

Der andere Geschäftspartner verpflichtete sich, die Ware fristgerecht zu den festgelegten Konditionen zu liefern.

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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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