Bitcoin ETFs: Anleger warten auf die erste Zulassung

Bitcoin ETFs erhalten vorerst keine Zulassung von der US-Börsenaufsicht, doch es gibt eine Alternative.

Pech für die Winklevoss-Brüder: Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hat die Zulassung des ersten Bitcoin ETFs (Exchange Traded Funds) überraschend verweigert – der Kurs der Kryptowährung Bitcoin brach daraufhin deutlich ein.

Bitcoin ETF erhält keine Zulassung

Der Winklevoss Bitcoin Trust ETF wäre der erste Indexfonds bzw. Exchange Trade Fund (ETF) gewesen, der speziell in die Kryptowährung Bitcoin investiert hätte. Damit wären Bitcoins erstmals auch einem breiteren Anlegerpublikum zugänglich gewesen.

Bislang waren Bitcoin-Investments eher etwas für Profi-Anleger, denn die digitale Währung unterliegt starken Kursschwankungen und der Handel mit Bitcoins ist kaum reguliert.

Darum hat die US-Börsenaufsicht gegen Bitcoin ETFs entschieden

Drei Jahre hatten die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss für die Zulassung ihres Winklevoss Bitcoin Trust ETF gekämpft – vergeblich. Die SEC begründete ihre Entscheidung vor allem damit (PDF), dass der Bitcoin-Handel wenig reguliert und damit angreifbar für Manipulationen und Betrügereien ist.

Dabei geht es in erster Linie um das zu Grunde liegende Basisinstrument, nämlich die digitale Währung Bitcoin selbst. Bitcoins sind praktisch aus dem Nichts im Jahr 2009 als digitale Zahlungsmittel entstanden und waren als Alternative zum bestehenden Geldsystem gedacht, das von Banken und Staaten kontrolliert wird.

Bitcoins hingegen unterliegen keinerlei Aufsicht und Regulierung durch Banken oder andere Aufsichtsbehörden. Dies sind die Hauptgründe, welche die US-Börsenaufsicht bei ihrer Entscheidung gegen Bitcoin ETFs anführt. Daher stehen die Chancen eher schlecht, dass andere geplante Bitcoin ETFs eine Zulassung erhalten.

Wie können Anleger dennoch in Bitcoins investieren?

Es stellt sich nun die Frage, wie Anleger dennoch in die digitale Währung investieren können. Grundsätzlich können Privatanleger jederzeit Bitcoins über entsprechende Handelsplätze (Bitcoin.de, Bitstamp, CleverCoin, Kraken) kaufen.

Zu beachten gilt, dass in der Regel jeder Bitcoin-Marktplatz eine Wechselgebühr für den Umtausch von Euro in Bitcoin bzw. Dollar in Bitcoin verlangt. Zudem ist eine Bitcoin Wallet erforderlich, in der die Bitcoins gespeichert werden. Die Bitcoin Wallet ist die Grundvoraussetzung zum Senden und Empfangen von Bitcoins.

Neben einem Direktinvestment in Bitcoins gibt es noch eine Möglichkeit, über ein entsprechendes Bitcoin-Zertifikat in die digitale Währung zu investieren. Denn Ende 2016 hat die Schweizer Bank Vontobel das bislang einzige Bitcoin-Zertifikat (WKN: VN5MJG) auf den Markt gebracht, das den Bitcoin-Kurs nahezu 1:1 nachbildet. Bei diesem auf US-Dollar laufenden Bitcoin-Zertifikat handelt es sich um ein klassisches Partizipationszertifikat mit zweijähriger Laufzeit.

Geldanlage in Bitcoins – Was Anleger beachten müssen

Die Möglichkeit, über Bitcoins-ETFs in die digitale Währung zu investieren, scheint vorerst vom Tisch. Dennoch gibt es für Privatanleger die Möglichkeit über ein Bitcoin-Zertifikat (Vontobel) in die Kryptowährung zu investieren oder Bitcoins direkt von einschlägigen Marktplätzen zu erwerben. Bei einem Investment über ein Bitcoin-Zertifikat sind die Nachteile von Zertifikaten (Emittentenrisiko etc.) zu beachten.

Anleger sollten zudem beachten, dass Bitcoins mitunter hohen Kursschwankungen unterliegen. Auch müssen sich Anleger im Klaren sein, dass Bitcoin-Guthaben keinem Einlagenschutz unterliegen, denn die Kryptowährung gilt als Sondervermögen wie Aktien und Gold – daher greift der gesetzliche Schutz für Spareinlagen nicht. Grundsätzlich sind Bitcoins nur als Depotbeimischung geeignet, keinesfalls für den langfristigen Vermögensaufbau oder gar Altersvorsorge.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt