Bitcoin Fonds: Chance für Anleger oder Betrug?

Seit einigen Jahren sind die so genannten Krypto-Währungen in aller Munde. Von Zeit zu Zeit gibt es Meldungen, die von sagenhaften Gewinnen mit Bitcoin oder Ether berichten. Dabei steht für Bitcoin keine Zentralbank oder Regierung eines Landes ein. Der Kurs wird einzig und allein aufgrund von Nachfrage und Angebot bestimmt.

Händlern zufolge springen wegen der Popularität von Bitcoin immer mehr Anleger auf den Zug auf und treiben so den Preis für die Krypto-Währung in die Höhe. In jüngster Zeit jagte Bitcoin von einem Rekord zum nächsten und hat vor Kurzem die Kursmarke von 6.000 US-$ erreicht. Hergestellt wird das „künstliche“ Geld von Nutzern, die mit ihren Computer die dafür notwendigen, äußerst komplexen Algorithmen berechnen. Aufgrund des Erfolges gibt es mehr und mehr Fonds, die sich mit dem Thema Krypto-Währungen beschäftigen.

Bitcoin Fonds: Immer mehr Hedgefonds haben Krypto-Währungen entdeckt

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, handeln aktuell (Stand: Ende Oktober 2017) 110 Hedgefonds mit der neuen Form von Zahlungsmitteln. Noch vor wenigen Monaten waren es erst 55. Mehr als 75 % der Krypto-Währungsfonds seien erst in diesem Jahr an den Start gegangen. Mitte Oktober habe das Vermögen der entsprechenden Hedgefonds  bereits 2,2 Mrd. US-$ (1,86 Mrd. €) betragen.

Die Aktivitäten des Milliardärs Mike Novogratz sind ein gutes Beispiel für den Boom der Krypto-Währungen bei Hedgefonds. Der ehemalige Hedgefonds-Manager bei der Fortress Investment Group und frühere Partner von Goldman Sachs will 150 Mio. US-$ eigenes Geld in seinen Galaxy Digital Assets Fund investieren. Von weiteren Investoren sollen bis Anfang 2018 350 Millionen US-$ eingesammelt werden. Das auf diese Weise aufgebrachte Kapital will Novogratz in Krypto-Währungen, in sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs), und in daran beteiligte Gesellschaften investieren.

Bitcoin Fonds – US-Finanzaufsicht hält die Anlageklasse für zu unsicher

Obwohl zahlreiche Experten den virtuellen Bezahlsystemen wie Bitcoin in der Zukunft ein immenses Potenzial im Zahlungsverkehr zutrauen, sieht die US-Finanzaufsicht SEC noch immer zu große Gefahren im Zusammenhang mit der jungen Cyberwährung. Noch im Frühjahr dieses Jahres hatte die SEC einem ersten Indexfonds (ETF) auf Bitcoin die Genehmigung verweigert. Begründung: Die Märkte seien noch zu anfällig für Manipulationen und daher zu unsicher.

Bitcoin können anonym und schnell rund um den Erdball transferiert werden. Aus diesem Grunde sind sie neben weiteren Aspekten für Personen oder Gruppen interessant, die sich den Kontrollen im  Kapitalverkehr ihres Landes entziehen wollen.

Auf der anderen Seite weisen die Krypto-Währungen noch eine sehr hohe Volatilität (Schwankungsbreite) auf. Vor einigen Jahren waren Kursgewinne oder -verluste von 30 % und mehr pro Tag keine Seltenheit. Inzwischen seien derart starke Bewegungen seltener geworden. Trotzdem sind die Unwägbarkeiten bei Krypto-Währungen für Privatanleger derzeit noch zu hoch.

20. Oktober 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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