Bitcoin vs. Gold – wo liegen die Unterschiede?

Der Wert der Digital-Währung Bitcoin steigt und steigt. Jüngst wurde die Marke von 5.000 US-$ nahezu mühelos übersprungen, Optimisten träumen bereits von der 10.000 Dollar-Marke.

Der Bitcoin erfüllt derzeit vor allem zwei wichtige Funktionen: Die Digital-Währung dient zum einen als Wertspeicher und zum anderen als Zahlungsfunktion bzw. Wertransferfunktion, denn der Bitcoin kann über Landesgrenzen hinweg einfach und schnell transferiert werden.

Da sich der Bitcoin-Kurs in den letzten Jahren bereits vervielfacht und sich als exzellenter Wertspeicher hervorgetan hat, sehen viele Anleger den Bitcoin schon als bessere Alternative zum Gold – das Krisenmetall diente in den letzten Jahrzehnten für viele Anleger als Wertabsicherung und als sicherer Hafen.

Bitcoin vs. Gold – das sind die Gemeinsamkeiten

Tatsächlich teilen der Bitcoin und das Edelmetall Gold einige Gemeinsamkeiten. So ist das Gold physisch begrenzt, denn die weltweiten Vorkommen in den Gold-Minen werden als endlich angesehen. Dies bedeutet, Produzenten können nicht beliebig viele Goldmünzen und Barren herstellen.

Auch beim Bitcoin ist die Anzahl begrenzt. Voraussichtlich im Jahr 2140 dürfte der letzte Bitcoin „geschürft“ werden – dann werden ca. 21 Millionen Bitcoins existieren. Zuletzt waren mehr als 16,6 Millionen Bitcoins im Umlauf.

Beide Vermögenswerte (Assets) werfen keine Zinsen ab, werden aber de facto „geschürft“ und zwar mit relativ hohem Aufwand. So beliefen sich die Gesamtkosten der Produktion (Betriebskosten zuzüglich Explorationskosten für neue Minen) für eine Unze Gold zu Jahresbeginn auf rund 878 US-$.

Beim Bitcoin, der durch komplexe Berechnungen „geschürft“ wird, ist ein hoher Energieaufwand erforderlich. Die Kosten hierfür haben zuletzt die Marke von 1.000 US-$ pro Bitcoin überschritten. Da die Schwierigkeit der Berechnungen beim Bitcoin in der Regel weiter steigt, dürften auch die Produktionskosten weiter zunehmen.

Bitcoin vs. Gold – das sind die Unterschiede

Bei all den Gemeinsamkeiten, die der Bitcoin und Gold miteinander teilen, gibt es auch Unterschiede. Zum Beispiel lässt sich der Bitcoin einfach und schnell auf digitalem Wege transferieren, ist aber nicht physisch verfügbar. Dadurch sind die Eintrittsbarrieren wiederum geringer. Damit kann de facto jeder mitmachen, der einen Computer mit Internetzugang hat.

Gold lässt sich zwar auch transferieren, doch sind die Aufwendungen für den Transport und die Lagerung höher. Zwar kann heute jede Privatperson Gold besitzen, dies war aber nicht immer so. Zum Beispiel hat die Roosevelt-Regierung in den USA im Jahr 1933 ein Goldverbot erlassen, dieses Verbot wurde erst Ende 1974 wieder aufgehoben.

Der Bitcoin existiert nur in der digitalen Welt und ist dezentral. Die Digital-Währung funktioniert über ein peer-to-peer Netzwerk und basiert auf einer Blockchain – damit lässt sich der Bitcoin weder zensieren, noch abschalten oder verbieten. Daneben wird der Bitcoin in einigen Ländern wie zum Beispiel in Japan und auch auf den Philippinen bereits als legitimes Zahlungsmittel anerkannt, einige Unternehmen wie zum Beispiel Expedia akzeptieren ebenfalls Bitcoins als Bezahlung.

Fazit: Bitcoin entwickelt sich immer mehr zur Gold-Alternative – doch Risiken bleiben

Der Bitcoin bringt ähnliche Merkmale wie Gold mit, um als Wertspeicher zu dienen. Dazu zählt unter anderem auch der deflationäre Charakter der Kryptowährung. Dennoch gibt es auch große Unterschiede zwischen Bitcoin und Gold. So wird die Digital-Währung Bitcoin – anders als Gold – bereits von mehreren großen Unternehmen als Zahlungsmittel akzeptiert, mit speziellen Debitkarten lässt sich mit dem Bitcoin im herkömmlichen Handel bezahlen.

Sollten weitere Länder dem Beispiel von Japan folgen und Digital-Währungen legitimieren, wäre dies ein großer Schritt nach vorne, nicht nur für den Bitcoin, sondern für die gesamte Krypto-Szene. Aus diesen Gründen gilt der Bitcoin durchaus als ernstzunehmender Gold-Konkurrent, wenn es um die Funktion als Wertspeicher geht –  hier steht Gold künftig nicht mehr allein.

Dennoch müssen Anleger die Risiken im Zusammenhang mit Kryptowährungen beachten, die teilweise stark im Wert schwanken. Während Gold vor einer kompletten Entwertung geschützt sein dürfte – der Rohstoff kommt in der Schmuckindustrie und anderswo zum Einsatz – kann der Bitcoin durch andere Kryptowährungen (z.B. Ethereum) abgelöst werden und damit eines Tages in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

8. November 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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