Bitcoin-Zertifikate: hier können auch Bitcoin-Neulinge investieren

Bitcoin-Zertifikate sind neu, erfreuen sich aber schon großer Beliebtheit - was Anleger beachten sollten. (Foto: Victor Carretero Barbero / Shutterstock.com)

Viele Anleger scheuen sich davor, direkt in den Bitcoin zu investieren. Hier schwingt nicht nur die Angst möglicher Kursverluste mit, sondern auch Sicherheitsfragen, wie und wo Bitcoins am besten aufbewahrt werden sollen.

Denn immer wieder kommt es vor, dass nicht nur Bitcoin-Börsen, sondern auch Wallets (digitale Geldbörsen) gehackt werden, wodurch die wertvollen Bitcoins in die falschen Hände fallen. Dennoch gibt es für Privatanleger seit Jahresmitte eine Möglichkeit, vom Preisanstieg des Bitcoins zu profitieren, ohne direkt in den Bitcoin investieren zu müssen.

Bitcoin-Zertifikat: Vontobel legt erstes Zertifikat auf den Bitcoin auf

Hierfür hat die Schweizer Vontobel Bank mit dem „Voncert Bitcoin“ das erste Zertifikat auf den Bitcoin aufgelegt, das den Kursverlauf der Kryptowährung in US-Dollar 1:1 abbildet.

Das Zertifikat (WKN: A2D6WG) unterscheidet sich prinzipiell nicht von einem Index-Zertifikat. Dies bedeutet, dass der „Voncert Bitcoin“ dem Bitcoin-Kursverlauf direkt folgt. Die prozentuale Wertentwicklung ist beim Zertifikat damit identisch zum Bitcoin.

Das Bitcoin-Zertifikat ist zwar auf eine Laufzeit von 2 Jahren begrenzt, gehörte jedoch im Juli zu den meistgehandelten strukturierten Produkten an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange. Das anfangs eher kleine Emissionsvolumen des Zertifikats wurde inzwischen auf 40 Mio. Schweizer Franken erhöht.

Das sollten Anleger beim Bitcoin-Zertifikat beachten

Um Kursrisiken gegenüber Kunden zu vermeiden, kauft Vontobel Bitcoins direkt an einer Bitcoin-Börse und zwar in dem gleichen Gegenwert, wie die Bank auch Zertifikate ausgibt.

Zudem fallen beim Kauf des Zertifikats Gebühren an (ca. 2,5 %), die Laufzeit des Bitcoin-Zertifikats ist außerdem auf 2 Jahre begrenzt und läuft damit zum 16. Juli 2018 aus – anschließend (23. Juli 2018) werden die Investoren ausbezahlt.

Ausbezahlt wird allerdings nicht der Nennwert, sondern der Nennwert mal Anfangskurs (15. Juli 2016), geteilt durch den Schlusskurs (16. Juli 2018). Die Anzahl der ausgegebenen Bitcoin-Zertifikate (Voncert) ist zunächst auf 3.000 Anteile begrenzt (Emissionsvolumen), es besteht aber laut Prospekt eine Erhöhungsmöglichkeit.

Daneben sollten Anleger beachten, dass Zertifikate grundsätzlich ein Emittentenrisiko bergen. Geht der Emittent – in dem Fall Vontobel – in die Insolvenz, muss der Anleger theoretisch mit einem Totalverlust rechnen. In der Praxis dürfte dieses Risiko aber zu vernachlässigen sein, gilt Vontobel doch als eine der ältesten Schweizer Privatbanken (Gründung 1924) und betreut knapp 200 Mrd. Schweizer Franken.

Darüber hinaus tragen Anleger bei einem Zertifikat die gleichen Kursrisiken wie bei einer Direktanlage in den Basiswert. Das bedeutet: Verliert der Bitcoin – aus welchen Gründen auch immer – massiv an Wert, erleidet der Anleger ebenfalls Verluste. Da sich Kryptowährungen noch in einem frühen Stadium der Entwicklung befinden, muss der Anleger mit einer hohen Volatilität des Bitcoin-Zertifikats rechnen.

Alternative Bitcoin Exchange Traded Note (ETN)

Neben dem Bitcoin-Zertifikat bietet sich auch ein sogenanntes Bitcoin Exchange-traded Note (ETN) als Alternative an, in das deutsche Anleger seit 2015 investieren können. Exchanged-traded Notes (ETNs) sind börsennotierte Inhaberschuldverschreibungen, die ebenfalls die Wertentwicklung des Basiswerts im Verhältnis von 1:1 nachbilden.

Beim Bitcoin XBT (WKN: A18KCN) des schwedischen Anbieters XBT Provider handelt es sich um einen in Euro notierten Bitcoin ETN mit endloser Laufzeit und einen Bezugsverhältnis von 200:1 – 200 Anteile entsprechen also einen Bitcoin.

Fazit: Bitcoin-Zertifikate sind interessant, aber risikoreich

Für Anleger die sich nicht im Detail mit Kryptowährungen und dem gesamten Ökosystem befassen, aber dennoch vom Kursanstieg des Bitcoins profitieren wollen, stellen Bitcoin-Zertifikate eine interessante Anlagemöglichkeit dar.

Zudem dürfen Anleger mittelfristig mit weiteren Produkten ohne Laufzeitbeschränkung rechnen, wobei auch andere Kryptowährungen wie Ethereum zur Disposition stehen.

Allerdings sollten Anleger beachten, dass auch  ein Investment in ein Bitcoin-Zertifikat alles andere als risikolos ist. Zum einen trägt der Anleger auch hier das Kursrisiko, falls sich der Bitcoin nicht in die gewünschte Richtung bewegt, zum anderen schwingt zusätzlich noch das Emittentenrisiko mit.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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