Börsen Apps: Das sind die Börsen für unterwegs

Schon länger muss keiner mehr warten, bis er sich am heimischen Rechner um die Börsen und seine Geldanlagen kümmern kann. Mit Börsen-Apps geht das meiste auch per Smartphone oder Tablet.

In  der U-Bahn mal eben die Kurse checken, in der Warteschlange einen ETF verkaufen oder vom Strand aus beim Social Investment mitmischen – Traden und auf dem Laufenden bleiben geht fast überall.

Börsen Apps in allen Lebenslagen 

Fast überall, denn die Funknetze haben nach wie vor Lücken und Schwachstellen. Die beste Börsen-App nützt wenig, wenn beim Traden das Handy im entscheidenden Augenblick aussteigt. Unproblematisch sind Börsen-Apps, die sich vorwiegend auf Informationen beschränken.

Wer sich nicht gerade als Day-Trader versteht, kann die Finanzmärkte verfolgen, aktuelle Daten abrufen und idealerweise über eine Watchlist die Entwicklung des eigenen Depots verfolgen. Bei etlichen Anbietern kann man seine Wertpapiere in einer Liste eintragen. Der Vorteil: Man muss sich nicht jedes Mal ins Online-Depot einwählen und verringert die Gefahr, dass Zugangsdaten in die falschen Hände geraten.

Info-Tools mit virtuellem Depot

Eines der jüngeren Angebote mit umfassenden Informationen zu den verschiedensten Indizes und Werten kommt von Boerse.ard. die App stellt das meiste dar, was sich auf dem regulären Portal findet. Mit „Mein Depot“ kann das eigene Depot nachgebildet und jederzeit analysiert werden.

Das bietet auch der Klassiker OnVista. Realtime-Daten und Charts zu allen internationalen Indizes und Werten sind umfassend, die Funktionen müssen aber etwas anders bedient werden als auf dem heimischen Rechner. Hilfreich sind die zahlreichen Suchfilter. Marktinformationen und Unternehmensdaten gehören genauso dazu wie bei den anderen großen Anbietern.

Etwa bei der App der Frankfurter Börse. Die hat das umfassendste Datenangebot, beschränkt sich allerdings auf den eigenen Handelsplatz. Finanzen.net wiederum glänzt mit zahllosen Analysen. Weitere Börsen Apps gibt es bei Finanzen100, Thomson Reuters, Bloomberg, Morningstar oder Yahoo. Und zu den etablierten Anbietern gesellen sich immer neue mit speziellen Features hinzu, etwa solche, die komplexe Informationen in Form von Grafiken verdichten.

Abstriche in der Darstellung

Alle haben ihre eigenen Schwerpunkte und Vorzüge, weshalb es die eine Börsen-App schlechthin nicht gibt. Allerdings muss man sich im Klaren darüber sein, dass mit Blick auf ein kleines Display bei der Darstellung und Wahrnehmung der Informationen gegenüber einem größeren Bildschirm Abstriche gemacht werden müssen.

Das gilt umso mehr für Chartanalysen, die auf mobilen Geräten an Grenzen stoßen und eher als Ergänzung zu sehen sind. Jederzeit verfügbares Kompaktwissen sollte auch nicht zu vorschnellem Handeln auf Trading-Apps verführen. Eine gewisse Selbstbeherrschung ist allemal besser als der riskante Versuch, bei wackeliger Netzverbindung schnell eine Order abzusetzen. Fehlentscheidungen im Menschengewühl zwischen Ladenkasse und verpasster Haltestation kommen teuer zu stehen.

Gleich ob bei Ameritrade, eTrade oder MyFidelity, sobald man über allgemeine Informationen hinaus geht und eine Order erteilt, fallen ohnehin sofort Gebühren an.

Vorschnelles Traden füllt Anbieterkasse

Wer lieber auf Social-Trading setzt, wo er sich an andere hängt, die ihr mehr oder weniger erfolgreiches Portfolio veröffentlichen, wird bei Anbietern wie Ayondo, eToro, Tradency oder ZuluTrade fündig. Auch bei deren Apps fallen beim Handel Kosten an. Hinzu kommen Performance-Gebühren.

Insgesamt gibt es mittlerweile eine Fülle von Börsen-Apps. Von der Schnelllebigkeit, die sie mit sich bringen, versprechen sich vor allem die Broker mehr Gebühreneinnahmen. Umso bedachter sollte man als Anleger damit umgehen. Die Gefahr ist groß, aufgrund einer groben Grafik sofort zu handeln, nur um dann festzustellen, dass andere wichtige Informationen in der Eile vernachlässigt wurden.

18. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt