Börsenpotenzial mit Computerspielen: Activision Blizzard steigt

Wer sich fragt, welche Aktien im Technologieindex Nasdaq außer Google oder Netflix das Rennen machen, muss eigentlich nur das Freizeitverhalten vom eigenen Nachwuchs beobachten.

Computerspiele wie Call of Duty, Diablo oder World of Warcraft mögen in die Jahre gekommen sein, begeistern aber nach wie vor Teenager – und nicht nur die. Immer mehr Altersgruppen erliegen der Faszination von Fantasy-Welten.

Activision Blizzard-Aktie als Champion

In der realen Börsenwelt fasziniert etwa die Aktie von Activision Blizzard. Das Papier des Marktführers für Computer- und Videospiele aus Santa Monica in Kalifornien hat sich seit Ende 2012 von 10,5 US-$ auf 64 US-$ verteuert. Die Activision Blizzard-Aktie verzeichnet seit zehn Jahren höhere und konstantere Kursgewinne bei relativ geringen Rückschlägen als die meisten Aktien weltweit.

Der letzte Rücksetzer vom Herbst letzten Jahres ist längst ausgestanden. Seitdem geht es unaufhaltsam bergauf. Die Zahlen der Jahresbilanz 2016 sprechen für sich: Nach zuvor einstelligen Zuwachsraten konnte der Umsatz gegenüber 2015 um 41,68 % zulegen, auf über 6,6 Mrd. US-$. Der den Aktionären zustehende Gewinn stieg von 892 US-$ auf 966 Mio. US-$.

Und das obwohl Activision Blizzard Anfang 2016 den Mitbewerber King Digital Entertainment für 5,9 Mrd. US-$ übernahm. Mit King Digital, das als selbständige Einheit im Konzern bestehen bleibt, wurde das größte Entertainment-Netzwerk der Welt geschaffen, in dem sich monatlich fast 500 Mio. Nutzer aus allen Ländern tummeln.

Virtuelle Wettkämpfe ziehen Spieler und Zuschauer

Begehrte neue Spiele kosten ca. 60 US-$, ältere etwa die Hälfte. Und selbst bei kostenlosen Spielen wird Geld für zusätzliche Packages ausgegeben, die den Spaßfaktor auf dem Rechner oder Smartphone erhöhen. Bei durchschnittlichen Ausgaben um die 25 US-$ kommen mit einer halben Milliarde User gewaltige Beträge zusammen.

Der jüngste Kick ist der Einstieg von Activision Blizzard in den E-Sport. Der virtuelle Wettkampf hat mit jährlichen Zuwachsraten von gut 40 % das Potenzial zur Massenveranstaltung. Bei „Overwatch“ treffen zwei Teams mit je sechs Spielern in einer Themenarena aufeinander. Bereits letztes Jahr mauserte es sich mit über 25 Mio. registrierten Teilnehmern zum meistgenutzten Spiel.

Bringt die „Overwatch-Leaque“ mit ihren Lizenzgebühren, Tools und Werbeerlösen derzeit über 100 Mio. US-$ ein, wird schon bald mit bis zu 720 Mio. US-$ gerechnet. Um auch beim E-Sport die Nase vorn zu haben, hat Activision Blizzard die amerikanische E-Sports-Liga gekauft. Die 46 Mio. US-$ für „Major Leaque Gaming“ dürften sich als gutes Investment erweisen, ist sie doch eine Plattform auch zur Vermarktung eigener Klassiker als E-Sport-Versionen.

Multi-Kanäle für Mega-Erlöse

Weil Activision davon ausgeht, dass E-Sport immer mehr Zuschauer anzieht, die bislang nur reale Wettkämpfe im Fußball oder American Football ansehen, sollen E-Sport-Matches nicht mehr nur übers Internet laufen. Der Konzern plant einen eigenen TV-Sender über Kabel und Satellit. Als Streaming können dann die Spiele auf stationären und mobilen Endgeräten angesehen werden. Die enge Kooperation mit Facebook etwa ist Teil der Strategie.

Geht die Rechnung auf, stehen der Aktie von Activision Blizzard noch weitere Höhenflüge bevor. Konzernchef Robert Kotick orientiert sich derweil schon mal an den Umsätzen der US-Football-Leaque in der letzten Saison: rund 12 Mrd. US-$. Auch wenn der E-Sport davon noch weit entfernt ist, so hat sich das Unternehmen mit diesem Bereich eine sprudelnde Geldquelle geschaffen.

Anleger wird dies umso mehr erfreuen, als Activision Blizzard im Gegensatz zu Konkurrenten wie Electronic Arts oder Ubisoft steigende Dividenden ausschüttet.

31. August 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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