Brexit: Am Finanzplatz London gehen die Lichter aus

Sind Dienstleistungen und Finanzgeschäfte über Londoner Geldhäuser und Broker künftig noch attraktiv? Die Frage treibt nicht nur Anbieter und Anleger um. Immerhin ist der Finanzbereich ein extrem wichtiger Faktor der britischen Wirtschaft.

Ob die Banken im Brexit den europäischen Markt wegen fehlender EU-Lizenz verlieren, hängt davon ab, ob die Regierung bei ihrer harten Linie bleibt.

Brexit treibt Banken in die Flucht

Da es bislang nicht einmal die Bereitschaft zu berechenbaren Übergangslösungen mit klaren Regeln gibt, zwingt der Brexit die Banken und Finanzwelt in Großbritannien zum Handeln. Auch ausländische, nichteuropäische Häuser sehen sich genötigt, in der EU eine Gesellschaft zu gründen, teilweise oder ganz umzuziehen. Nur eine Briefkastenfirma mit ein paar Angestellten in Amsterdam, Dublin, Frankfurt oder Paris reicht der EU-Finanzaufsicht ESMA jedenfalls nicht.

Während es bei der Europäischen Bankenaufsicht nur noch um die Entscheidung zwischen Frankfurt und Paris geht, ziehen schon bald die ersten Banken als Brexit-Flüchtlinge von der Themse an den Main. Etliche weitere beabsichtigen, ihre Abteilungen zu verlegen.

Wer zieht um?

Mit als erstes hat sich eine britische Großbank entschieden. Standard Chartered baut ihre Dependance in Frankfurt zur EU-Zentrale aus. Und dieser Tage haben sich gleich drei japanische Institute zu diesem Schritt entschlossen: Die drittgrößte Bank Japans Sumitomo Mitsui wird am Ausweichstandort Frankfurt vertreten sein, um weiterhin sämtliche Dienstleistungen in der EU anbieten zu können. Ebenso die zwei größten Wertpapierhändler des Landes Daiwa Securities und Nomura.


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Wer wird folgen?

Ziemlich konkret sind die Pläne auch bei der US-Bank JP Morgan. Frankfurt wird zumindest rechtlicher Sitz fürs Europageschäft, wobei Teile davon eventuell zugleich in Amsterdam oder Paris abgewickelt werden.

Wer hat es vor?

Einigermaßen konkret ist die Sache bei den US-Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs. Natürlich hat auch die Deutsche Bank eine entsprechende Absichtserklärung abgegeben. Sie will Teile ihres Londoner Wertpapiergeschäfts an den Stammsitz holen und ein Buchungszentrum aufbauen.

Insgesamt haben bereits über 20 Geldhäuser mit der Bafin gesprochen. Die Finanzaufsicht rechnet bis Ende des Jahres mit weiteren Entscheidungen zugunsten Frankfurts. Dass die französischen Banken Societé Générale, BNP Paribas und Credit Agricole Jobs im Investmentbanking nach Paris verlagern, liegt auf der Hand.

Bank of England ist alarmiert

Nicht absehbar ist jedoch, in welchem Gesamtumfang der Brexit die Banken zum Umschichten veranlassen wird. Der Ausgang der Ausstiegsverhandlungen mit der EU ist völlig offen. Wegen der Unsicherheit will nun auch die Bank of England (BoE) von den in Großbritannien tätigen Banken wissen, wie es um ihre Planungen steht.

Die Notenbank ist äußerst besorgt. Die Finanzwirtschaft steht für über 10 % der britischen Wirtschaftsleistung, beschert stabile Überschüsse und stellt gut 7 % der britischen Arbeitsplätze. Die Industrie hingegen verzeichnete zuletzt und zum dritten Mal ein Minus von 0,6 %. Das Handelsdefizit weitet sich aus. Zudem sind die Investitionen in die heimische Wirtschaft deutlich zurückgegangen, genauso wie auch die Löhne – inflationsbereinigt um 0,7 %.

Die BoE benötigt dringend eine Einschätzung, wie viele Arbeitsplätze in die EU abwandern werden. Die Größenordnung ist nämlich auch für den Immobilienmarkt von Bedeutung, der seit Langem überhitzt ist. Ein Platzen der Immobilienblase würde Großbritannien einen zusätzlichen Schlag verpassen. Die ersten Immobilienfonds sind bereits in Schieflage.


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26. Juli 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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