Britische Asos boomt dank junger Zielgruppe

Wie kommt es, dass im Online-Handel neben Amazon gerade Mode-Shops wie Asos den Takt vorgeben? Die Asos-Aktie sticht mit einem Jahresplus von fast 70 % ins Auge und liegt auf Augenhöhe von Amazon.

Asos-Aktie von der Jugend beflügelt

Im Gegensatz zum Branchenriesen setzen Fashion-Anbieter gezielt auf die Käufergruppe zwischen 16 und 34 Jahren. Und sie treffen den Zeitgeist. Mit ein paar Wischern auf dem Smartphone supergünstig Markenartikel aussuchen und bestellen was der Bildschirm so hergibt – As Seen On Screen. Oder kurz: Asos.

Der britische Onlineversender ist Vorbild für Nachahmer wie Zalando und eilt mit zweistelligen Zuwachsraten von einem Umsatzrekord zum nächsten. 2016 wurden weltweit 1,50 Mrd. Britische Pfund eingefahren. Fünf Jahre zuvor waren es noch 339 Millionen. In der Zeit konnte sich das operative Ergebnis auf 63,8 Mio. Britische Pfund mehr als verdoppeln.

Dass der Betriebsgewinn mit 42,8 Mio. Britischen Pfund etwas unter Vorjahresniveau liegt, erklärt sich mit umfangreichen Investitionen in Logistik und IT-Strukturen. Der Ausbau wird ehrgeizig vorangetrieben, um das Wachstum zu bewältigen. Die Asos-Aktie hat offensichtlich Potenzial.

Über 75.000 Modeartikel

Haupttreiber ist das Konzept Fast-Fashion. Mode, die ohne teuere Filialen mal nebenbei konsumiert wird. Eine zentrale Rolle spielen dabei Marken. Barbour-Jacken, Liberty-Blusen, und das möglichst günstig. Die Ware kommt an nächsten Tag, Versand kostenlos. 850 internationale Marken sind im Angebot – insgesamt über 75.000 Artikel. Studenten werden mit 10 % Rabatt gelockt.

Dass es woanders mitunter günstiger geht, spielt keine Rolle. Typische Asos-Kunden verstehen sich selbst als Teil einer Marken-Community. Deshalb sind auch Eigenmarken von Asos gefragt. Die Kollektion Eco Edit etwa ist eine Art Fair-Trade Produkt und spricht das ethische Käuferbewusstsein an.

Die Textilien werden in Afrika geschneidert. Und über einen eigenen Fonds unterstützt Asos die Textilausbildung junger Nigerianer. Strategisch eine gelungene PR-Aktion. Nicht zuletzt sind in Asien die Löhne deutlich gestiegen.

Billiger dank Brexit

Was dem Umsatz und damit der Asos-Aktie zusätzlichen Auftrieb verleiht, ist das schwache Pfund. Mit   dem Brexit-Referendum stieg der Umsatz außerhalb Großbritanniens bis Ende 2016 um mehr als 50 %. Seitdem sind Asos-Produkte für Euroverdiener noch günstiger. Das weitaus größere Potenzial sieht das Unternehmen in den USA – und plant etliche neue Lagerhäuser. Weil dort die Zuwächse höher sind als anderswo.

Asos ist ein typischer Vertreter der neuen digitalisierten Wirtschaft. Im Strukturwandel ist das Unternehmen vielen Mitbewerbern voraus. Allerdings kommt es mit seinen rasanten Schritten mittelfristig einer Marktsättigung immer näher. Außerdem schläft die Konkurrenz nicht. Zusammenschlüsse in noch jungen Märkten sind meist nur eine Frage der Zeit.

Überbewertete Mode-Aktie

Spannend könnte es für Anleger werden, sollte sich eine Übernahme anbahnen. Amazon etwa ist von der Marktkapitalisierung her fast 100 Mal so groß wie Asos. Bisherige Gerüchte wurden mit der Begründung abgetan, junge Mode passe weniger zu Amazon. Das aber wäre für den Branchenriesen lediglich eine Frage der Markenprofilierung im Konzern.

Wer sich für die Asos-Aktie interessiert, sollte nicht übersehen, dass das Papier extrem überbewertet ist. Gehandelt wird es mit beinahe dem 70-fachen der erwarteten Gewinne. Weiterer Nachteil: Asos zahlt keine Dividenden. Ebenso wenig tut das der kleinere britische Konkurrent Boohoo. Der aber ist jünger und hat viel vor sich. In den letzten 12 Monaten machte die Boohoo-Aktie einen Sprung von über 240 % und ließ damit die anderen Online-Händler weit hinter sich.


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7. März 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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