Brüsseler Plan: Banken-Rettung mithilfe des Steuerzahlers

Viele europäische Banken stehen sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand. Der Grund: Sie verzeichnen einen Forderungs-Ausfall von 1,1 Bio. € […] (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Viele europäische Banken stehen sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand.

Der Grund: Sie verzeichnen einen Forderungs-Ausfall von 1,1 Bio. € an faulen Krediten. Das entspricht rund 5,4% aller Kredite der Geldhäuser.

EU-Vertretern zufolge liegt der Wert in einzelnen Staaten aber bei bis zu 47%.

Die Banken müssen also um 1.100 Mrd. € zittern – eine unglaubliche Summe, die nicht nur die Geldhäuser belastet, sondern auch die EU-Wirtschaft.

Brüsseler Plan: Steuerzahler soll helfen Banken zu retten

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass Brüssel dadurch gezwungen ist zu handeln – und zwar mit einem Plan B:

So könnte den Banken zukünftig gestattet werden, öffentliche Mittel, sprich: Steuergelder, beim Verkauf ausfallgefährdeter Kredite zu verwenden, um die entstehenden Verluste auszugleichen – unfassbar!

Wieder einmal müsste so der Steuerzahler ran, um die Banken zu retten – also Sie.

EU-Kommission begeistert von Geheimplan

Sie wissen:

Dieser Plan könnte durch die Aushebelung der geltenden “EU-Richtlinie zur Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kredit-Instituten und Wertpapier-Firmen (Recovery an Resolution Directive)” geschehen.

Einige hohe Verantwortliche der EU-Kommission jedenfalls scheinen begeistert von dieser Idee, auch wenn ein öffentliches Statement dazu bislang abgelehnt wird.

Und es wird aus gutem Grund abgelehnt:

Soll doch möglichst vor den wichtigen Wahlen in Frankreich und Deutschland verschwiegen werden, dass wieder der Steuerzahler zur Banken-Rettung herangezogen werden soll.

Separate Bank für Problem-Kredite – Bad Bank für die EU?

Bedenken Sie: Dieser Geheimplan aus Brüssel geht sogar noch weiter: Im Gespräch ist bereits eine Bad Bank für die gesamte EU.

Konto im Minus – Dispo-Rahmen unverzichtbarBevor Sie Ihr Konto überziehen, sollten Sie mit Ihrer Bank unbedingt einen Dispot-Rahmen vereinbaren. Warum das wichtig ist, erklären wir Ihnen hier. › mehr lesen

Demnach soll separates ein Institut für die Verwaltung der Ausfall-Kredite, sprich: faulen Kredite, mit Hilfe staatlicher Garantien gegründet werden.

Oder anders ausgedrückt:

Diese EU-Bad Bank soll die Lücke zwischen dem Preis, den Anleger für den Kauf fauler Kredite zu zahlen bereit sind und dem tatsächlichen wirtschaftlichen Wert, schließen.

So heißt es jedenfalls in einem Vorschlag.

Vereinfacht ausgedrückt: Die betroffenen Banken könnten auf die EU-Bad Bank ihre gesamten Problem-Kredite übertragen – so also läuft der Hase, verstehen Sie?!

Für eine EU-Bad Bank müssten jedoch bis zu 250 Mrd. € übertragen werden, um wiederum Milliarden am Finanzmarkt aufzunehmen.

Nicht alle an faulen Krediten leidende Banken würden scheitern, sondern müssten mit staatlichen Beihilfen gerettet werden

Experten meinen inzwischen ebenfalls, dass staatliche Beihilfen für diesen Zweck durchaus genehmigt werden könnten.

Zwar sei eine vorsorgliche Rekapitalisierung nicht dafür da um negative Ergebnisse einer Bank zu kompensieren, sondern um die Stabilität in einer Stress-Situation zu gewährleisten.

Doch situativ könnte dies Teil einer Stabilität sein.

Denn solche Banken könnten ihre Kunden nicht ausreichend bedienen und verfügten über eine geringe Rentabilität; würden also über einen langen Zeitraum leistungsschwach sein.

Und weiter heißt es:

Nicht alle Banken mit notleidenden Krediten wären zum Scheitern verurteilt. Sie könnten von staatlichen Beihilfen profitieren, um wieder voranzukommen.

So einfach ist das also…


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.