Bundesschatzbriefe: Konditionen variieren je nach Typ

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Je nach Anlagedauer variieren bei Bundesschatzbriefen die Konditionen. Insbesondere durch Zinsen merken Anleger große Unterschiede. (Foto: cybrain / Shutterstock.com)

Bundesschatzbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere, die nicht börsennotiert sind.

Für Privatanleger bedeutet das, dass diese Wertpapiere keinen Kursschwankungen unterliegen und daher als sichere Geldanlage gelten.

Im Jahr 2012 gab die Bundesregierung bekannt, dass es aus Kostengründen ab dem Jahr 2013 keine Bundesschatzbriefe mehr geben wird.

Zahlreiche Anleger sind aber immer noch im Besitz dieser Wertpapiere. Nicht nur für sie, sondern auch für alle anderen Privatanleger, die sich für sichere Geldanlagen interessieren, ist ein Überblick über die Konditionen der Bundesschatzbriefe interessant.

Bundesschatzbriefe: Konditionen variieren je nach Laufzeit

Bundesschatzbriefe sind Wertpapiere des Bundes, genauer gesagt von der Deutschen Finanzagentur, die 1969 zur Vermögensbildung geschaffen wurden. Dieses Angebot richtet sich an breite Bevölkerungsschichten.

Durch ihre Anlegestruktur steigen die Zinsen der Bundesschatzbriefe im Laufe der Jahre stetig an. Meistens sind die Wertpapiere auf 6 oder 7 Jahre begrenzt.

Durch diese unterschiedlichen Konditionen der Bundesschatzbriefe ergeben sich verschiedene Möglichkeiten für Anleger, insbesondere im Hinblick auf die Zinsstruktur.

Bei einer Begrenzung auf etwa 6 Jahre funktioniert es so, dass die Zinsen jedes Jahr ausgeschüttet werden und zu diesem Zeitpunkt steuerpflichtig sind. Mit dem jeweiligen Geldinstitut kann auch eine Anlage des Zinsertrags in neue Schatzbriefe vereinbart werden.

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Bei einer Laufzeit von circa 7 Jahren ist es üblich, dass die Zinsen erst zum Ende der Laufzeit zusammen mit dem Anlagebetrag ausgezahlt werden. In diesem Fall fallen auch Zinseszinsen an, die dann mit ausgezahlt werden. Dieser Gesamtbetrag ist dann einmalig zum Ende der Laufzeit steuerpflichtig.

Unterlagen die Kapitalerträge bis zum Jahr 2009 noch der Kapitalertragssteuer, so fallen sie nun unter die Abgeltungssteuer. Dies trifft aber nur für Anleger zu, deren Ertrag über dem Sparer-Pauschbetrag von 801 € liegt.

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Damit Anleger nicht die Laufzeit ihrer Bundesschatzbriefe vorzeitig beenden, sind die Zinsen so gestaffelt, dass sie erst in den letzten Jahren signifikant zulegen und so den Wert des Schatzbriefes erhöhen.

Je nach Sparer-Typ lohnt sich eine andere Variante

Falls Privatanleger ihren Sparer-Pauschbetrag von 801 € deutlich überschreiten sollten, wenn ihnen der gesamte Ertrag auf einen Schlag ausgezahlt wird, lohnt für sie eher die 6-Jahres-Variante, bei der die Zinsen jährlich ausgezahlt werden.

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Die 7-Jahres-Anlage ist besonders dann für Privatanleger interessant, wenn in den nächsten Jahren der Ruhestand ansteht. In diesem Fall werden nämlich die Zinseinnahmen günstiger versteuert.

Aber auch bei der 6-Jahres-Anlage mit jährlicher Zinsausschüttung können im Rentenalter Steuern gespart werden, da die höheren Zinsen erst dann eingenommen werden, wenn der Steuersatz, der gezahlt werden muss, niedriger ist.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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