Cashflow Management in Unternehmen – Bedeutung, Berechnung & Expertentipps

Stadt Wirtschaft Kurse – newroadboy_ -shutterstock_438078676

  Ein gezieltes Cashflow-Management ist die Basis, mit der Unternehmen ihre finanzielle Leistungskraft stärken können. Dies schafft Werte, was dem Betrieb […] (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

 


Überblick zum Cashflow-Management

Cashflow: Kapitalfluss – Gegenüberstellung der Ein- & Auszahlungen bei Bankkonten innerhalb eines bestimmten Zeitraums

Cashflow-Management: Planung der Zahlungsströme eines Unternehmens

Erweiterter Cashflow = Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag + Abschreibungen + Erhöhungen + Zinszahlungen – Verminderungen

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit: Summe aller Ein- & Auszahlungen auf Bankkonten im Finanzierungsbereich eines Unternehmens

Frei verfügbarer Netto-Cashflow = Netto-Cashflow – bereits vereinbarte Kredittilgungen


Ein gezieltes Cashflow-Management ist die Basis, mit der Unternehmen ihre finanzielle Leistungskraft stärken können. Dies schafft Werte, was dem Betrieb und seinen Investoren gleichermaßen zugutekommt. Beim Cashflow-Management geht es generell um die zielorientierte Gestaltung der Zahlungsströme im Unternehmen. Dies beinhaltet auch eine Cashflow-Planung und Liquiditätsmanagement.

Aktionäre und Eigenkapitalgeber sollten darauf achten, wie hoch der Stellenwert des Cashflow-Managements in einem Unternehmen ist. Die Bedeutung des Cashflow hat sich zunehmend in den letzten Jahren gezeigt. Einehohe Innenfinanzierungskraft macht unabhängiger von Banken und verschärften Kreditkonditionen. Außerdem sind ein gutes Liquiditätsmanagement und genügend Liquiditätsreserven eine Absicherung für schlechtere Zeiten.

Die Bedeutung des Shareholder-Value

Aus Sicht des Anlegers sind Werte wichtiger als Gewinne – Stichwort: Shareholder-Value. Jahresüberschüsse sagen im Grunde wenig über die Finanzkraft und die Finanzdisposition aus. Nicht selten lenken sie sogar von strukturellen Schwachstellen im Finanzmanagement ab. Wenn in Sachen Geldfluss und Liquidität nicht effizient und rationell gearbeitet wird, kann es durchaus passieren, dass sich die Zahlungsfähigkeit verschlechtert hat – trotz positiver Betriebsergebnisse.

Die Kunst besteht für ein Unternehmen darin, Liquidität und Betriebsergebnisse in Einklang zu bringen und so eine Transparenz über die Finanzdisposition zu schaffen. Das Bindeglied hierfür ist der Cashflow. Denn nur der zeigt, ob und inwieweit das Unternehmen Geld erwirtschaftet.

Cashflow-Management als Chance & Herausforderung

Der Cashflow hat für Anleger eine hohe Aussagekraft. Während der Gewinn oft auf eine niedrige Steuerbelastung hin zugeschnitten ist, lässt der Cashflow wenig Raum für Manipulationen durch das Management. Für das Finanzwesen gerade in größeren Unternehmen stellt das Cashflow Management eine gewisse Herausforderung dar.

Die Berechnung der Ein- und Auszahlungen und deren Optimierung betrifft fast alle Bereiche in einem Betrieb. Für die Ermittlung des Cashflow gibt es verschiedene Ansätze. Hinzu kommt, dass das Cashflow-Management nicht nur die Beobachtung und Steuerung der Zahlungsvorgängen umfasst, sondern auch eine vernünftige Cashflow-Planung. Bei Konzernen mit mehreren Geschäftsfeldern ist das Cashflow-Management ohne automatisierte Verfahren kaum umsetzbar.

Börsennotierte Aktienunternehmen allerdings setzen diese Verfahren ein, um regelmäßig auf dem neuesten Stand zu sein und den Cashflow entsprechend steuern zu können. Hier befasst sich oft sowohl die Abteilung Rechnungswesen als auch die Treasury mit dem Cashflow. Die Treasury ist für das Disponieren und Anlegen von Firmengeld sowie für die Absicherung finanzieller Risiken zuständig. Dass das Thema Cashflow in beiden Abteilungen angesiedelt ist, ergibt sich zwar aus deren Arbeitsbereich, führt aber häufig zu Überschneidungen und Abstimmungsproblemen. Das wiederum verursacht unnötigen Arbeitsaufwand, der bei genauer Betrachtung dem Gedanken eines effizienten Arbeitens zuwiderläuft.

Die Optimierung und Harmonisierung des gesamten Cashflow-Managements im Konzern stellt von daher eine Herausforderung dar. Bei kleineren und mittleren Firmen sind die Vorgänge übersichtlicher. In der Regel wird der Cashflow hier durch relativ wenige Größen bestimmt. Daher hält sich auch der Aufwand für das Cashflow-Management in Grenzen.

Bei Aktienunternehmen sollte das Cashflow-Management Teil einer Strategie sein, die sich auf den Erhalt und die Schaffung von Werten ausrichtet. Mit höherer Finanzierungskraft steigt in der Regel auch die Wettbewerbsfähigkeit, was sich letztlich auf den Aktienkurs auswirkt.

Cashflow-Planung in Unternehmen

Die Cashflow-Planung bzw. Liquiditätsplanung gibt einem Unternehmen im Rahmen des Liquiditätsmanagements einen Überblick und Transparenz über den Liquiditätsstatus bzw. darüber, inwieweit künftig Geld vorhanden ist oder benötigt wird. Die Auswirkungen auf Investoren zeigen sich zum Beispiel dann, wenn in der Planung der Kapitalstruktur ersichtlich wird, dass ohne zusätzliches Fremdkapital die Wettbewerbs- bzw. Überlebensfähigkeit gefährdet ist. In diesem Fall wäre unter Umständen eine Kapitalerhöhung notwendig.

Cashflow-Planung zur Vorschau auf den Kapitalfluss

Die Cashflow- und Liquiditätsplanung eines Unternehmens ist nichts anderes als das vorausschauende Handeln in Bezug auf die Ertragskraft. Dabei geht es nicht um die Erzielung von Umsätzen und Gewinnen, sondern darum, wie viel Geld erwirtschaftet werden kann – der Cashflow.

Geht die Rechnung, sprich die Planung, auf, so kann am Ende ein hoher Cashflow zeigen, dass ausreichender Liquiditätsstatus geschaffen wurde.

Ein hoher Cashflow

  • zeugt von hoher Innenfinanzierungskraft.
  • macht unabhängiger von Fremdkapital und Bankkrediten.
  • erhöht die Bonität eines Unternehmens.
  • eröffnet weitere Finanzierungsmöglichkeiten für zusätzliches Wachstum.

Noch vor der letzten Wirtschaftskrise wurde der Cashflow als Kennzahl eher vernachlässigt.

Die Cashflow-Planung gewinnt an Bedeutung

Aktuell ist zu beobachten, dass Unternehmen, die sich um ihre Cashflow-Planung kümmern, erfolgreicher sind. Zudem haben sich mittlerweile die Anforderungen und Standards an ein Cashflow-Reporting größerer Unternehmen verschärft. Insofern gehört bei börsennotierten Konzernen die Cashflow Planung ohnehin zum Programm. Außerdem muss der Kapitalmarkt mit potenziellen Investoren von der eigenen Liquidität und Innenfinanzierungsfähigkeit überzeugt werden.

Zur Cashflow Planung gehört die ständige Beobachtung, wie sich der Cashflow entwickelt. Nimmt der Cashflow ab, so werden weniger Werte geschaffen. Gleichzeitig sinkt die Fähigkeit des Unternehmens, seine Schulden zu tilgen. Damit steigt auch der Grad der Verschuldung. Umgekehrt das Bild bei steigenden Werten. Damit ist die Cashflow Planung eine Früherkennung von Liquiditätskrisen.

Cashflow-Planung zur Erstellung eines Cashflow-Forecasts

Viele Konzerne erstellen zum Liquiditätsmanagement eine monatliche Kapitalflussrechnung. Die Kennzahlen beziehen sich vor allem auf den Free Cashflow und den Operating Cashflow.

Die Kennzahlenermittlung, das Cashflow-Reporting, ist zusammen mit der Cashflow-Planung die Grundlage für eine umfassendeCashflow-Steuerung.
  • Die Cashflow-Planung bezieht sich auf mehrere Jahre.
  • Der Cashflow-Forecast ist die Liquiditätsvorschau bis zu einem Jahr.

Die Qualität und Treffsicherheit der Planung ist auf kürzere Sicht höher als bei der Vorschau auf einen längeren Zeitraum.

Cashflow Management sichert den Kreditvertrag

Die Berechnung der Kennzahl „Erweiterter-Cashflow” gibt Auskunft über die Kapitaldienst- bzw. Zahlungsfähigkeit und zeigt wie der Konzernabschluss von Unternehmen zu werten ist. Die Kapitaldienstfähigkeit wiederum ist ausschlaggebend für die Bonität und Kreditwürdigkeit.

Generell zeigt der Cashflow die Ertrags- bzw. Finanzkraft eines Unternehmens. Anders als der Bilanzgewinn ist er eine Kennzahl, die keinen Manipulationen und Beschönigungen unterliegt. Der Netto-Cashflow zum Beispiel zeigt das Potenzial der Innenfinanzierung. Er ist unter anderem Basis für die Berechnung, wie lange ein Unternehmen zur Rückzahlung eines Kredits braucht.

Doch damit ein Unternehmen überhaupt einen Kredit bekommt, müssen die Zahlen des erweiterten Cashflows stimmen. Dieser entspricht der Berechnung der Kapitaldienstgrenze. Das ist die maximale Belastung aus Zins und Tilgung, die ein Betrieb leisten kann.

Die Ermittlung des Cashflow als absolute Zahl ist wenig aussagekräftig. Erst wenn Sie den Cashflow ins Verhältnis zu anderen Werten setzen, erhalten Sie aussagefähige Kennzahlen, die auch von der Bank zur Bewertung herangezogen werden. Die Cashflow-Kennzahl, die am weitesten verbreitet ist und die größte Aussagekraft bezüglich der Bonität hat, ermittelt den dynamischen Verschuldungsgrad, das heißt, sie zeigt die Kredittilgungsdauer Ihres Unternehmens.

Formel zur Ermittlung des dynamischen Verschuldungsgrades

Dynamischer Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Brutto-Cashflow

Die folgende Zusammenstellung zeigt die Bewertung der Kredittilgungsdauer, wie sie im Regelfall von den Banken vorgenommen wird.

Kennzahl

Sehr gut

1

Gut

2

Mittel

3

Schlecht

4

Sehr schlecht

5

Insolvenzgefährdet

6

Kredittilgungsdauer

unter 3 Jahre3 – 5 Jahre5 bis 10 Jahre10 bis 20 Jahre20 bis 30 Jahreüber 30 Jahre

Der erweiterte Cashflow zeigt die Kapitaldienstfähigkeit

Die Kapitaldienstfähigkeit hat die zukünftige betriebswirtschaftliche Situation des Unternehmens im Auge. Immerhin muss es in der Lage sein, den Kapitaldienst regelmäßig zu erbringen und die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Die Frage ist also: Wird das operative Geschäft genügend Geld erwirtschaften, um Zins und Tilgung zu zahlen?

Der Ausgangspunkt für die Berechnung eines nachhaltigen Kapitaldienstes ist der erweiterte Cashflow (ECF). Er ist auch als Banken-Cashflow bekannt.

Die Daten zur Berechnung des erweiterten Cashflow finden sich im Jahresabschluss oder in der betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA).

Kapitaldienstfähigkeit: Berechnung des erweiterten Cashflows

Der erweiterte Cashflow berechnet sich aus folgenden Faktoren:

  • Jahresübeschuss bzw. Jahresfehlbetrag
  • Abschreibungen auf Sachanlagen
  • Erhöhungen von Rückstellungen und Pensionen
  • Abzug entsprechender Verminderungen

Cashflow Ermittlung

 

Außerordentliche Erträge und Aufwendungen bleiben außen vor. Außerordentliche Erträge wären zum Beispiel Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen oder Kursgewinne von Aktien. Außerordentliche Aufwendungen sind etwa Forderungsausfälle oder unerwartet hohe Reparaturkosten für Betriebsanlagen.

Das Ergebnis ist der verfügbare Cashflow, also das Geld, das aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erwirtschaftet wurde. Anschließend werden bereits bezahlte Zinsen hinzugerechnet.

Diesem erweiterten Cashflow werden sämtliche Kapitaldienste gegenübergestellt. Dazu gehören etwa Zinsen und Tilgungen aus bestehenden und neuen Finanzierungen. Teilweise werden auch noch Aufwendungen für Ersatzbeschaffungen in die Berechnung mit einbezogen. Auch hier muss der Kapitaldienst tragbar sein und ein Überschuss verbleiben.

Formel zur Berechnung des erweiterten Cashflows

Erweiterter Cashflow = Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag + Abschreibungen + Erhöhungen + Zinszahlungen – Verminderungen

Wozu wird der erweiterte Cashflow benötigt?

Verwendet wird ein erweiterter Cashflow für den Kapitaldienst an Banken, aber auch für Entnahmen oder Ausschüttungen, Investitionen und Reinvestitionen.

Die erwirtschafteten Mittel erhöhen sich um eventuelle Einlagen und verringern sich vor allem durch Entnahmen, Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie Ersatzinvestitionen. Die Differenz zwischen diesen Ausgaben bzw. Einnahmen und dem erweiterten Cashflow ist die Kapitaldienstgrenze.

Wenn man nun davon die bereits geleisteten Zins- und Tilgungszahlungen abzieht, erhält man die sogenannte „nicht ausgeschöpfte” Kapitaldienstgrenze. Das ist dann der Betrag, der für zusätzliche Kredite zur Verfügung steht. Dieser Betrag darf aber den neuer Verpflichtungen nicht unterschreiten. Ist er negativ, so ist das Unternehmen nicht kapitaldienstfähig.

Fazit

Die Berechnung des erweiterten Cashflow dient der Bewertung einer Kapitaldienstfähigkeit, die sich auf einen möglichst langen Zeitraum bezieht.

Kapitaldienstfähigkeit und Cashflow: Weitere Kennzahlen

Setzen Sie den Cashflow ins Verhältnis zum Gesamtkapital, ermitteln Sie die Kapitalrentabilität. Setzen Sie ihn in Relation zum Umsatz, ermitteln Sie die Umsatzrentabilität. Beide Werte gewinnen dann besondere Aussagekraft, wenn sie zusätzlich ins Verhältnis zu den jeweiligen Branchenwerten gesetzt werden.

Daneben können Sie Ihre Selbstfinanzierungsquote bei Investitionen ermitteln. Je höher Ihre Selbstfinanzierungsquote ist, umso günstiger wird dies von der Bank beurteilt.

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist die Summe aller Ein- und Auszahlungen im Finanzierungsbereich eines Unternehmens. Hierbei werden alle Zu- und Abflüsse von Finanzmitteln erfasst.

Für Anleger bzw. Aktionäre ist der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit deswegen interessant, weil er den Geldfluss aus der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung darstellt.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Aufnahme oder Tilgung von Krediten
  • Gezahlte Dividenden
  • Kapitalerhöhungen

Generell zeigt der Cashflow die Ertrags- bzw. Innnenfinanzierungskraft eines Unternehmens. An ihm lässt sich erkennen, wie viel Geld nach allen Ein- und Auszahlungsvorgängen im Betrieb hängen bleibt. Ein hoher Cashflow stärkt die Finanzierungs- sowie Wettbewerbsfähigkeit und macht unabhängiger von Bankkrediten.

Hinweis

Aus Anlegersicht sind Finanzüberschüsse die Voraussetzung für Dividendenzahlungen. Ist der Cashflow entsprechend hoch, steigt auch der Wert des Unternehmens, was sich zudem im Aktienkurs niederschlägt.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn ein hoher Cashflow zulasten notwendiger Investitionen geht.

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – Teil der vorgeschriebenen Berechnung

Börsennotierte Unternehmen müssen ihre Cashflow-Rechnung bzw. Kapitalflussrechnung im Jahresabschluss ausweisen. Dafür gibt es vorgeschriebene Standards.

Am Ende der Berechnung verschiedener Ein- und Auszahlungen steht als Ergebnis der Finanzmittelfonds.

Der Finanzmittelfonds ist der komplette Bestand an Zahlungsmitteln, über die das Unternehmen verfügt. Dazu gehören auch Zahlungsmitteläquivalente wie etwa Schecks, die kurzfristig in Zahlungsmittel eingetauscht werden können.

Cashflows aus operativem Geschäft, Investitionen & Finanzierung

Der Finanzmittelfonds errechnet sich aus der Summe von Cashflows der drei folgenden Kategorien:

  • Cashflow aus operativem Geschäft

Der operative Cashflow entspricht dem Geldüberschuss aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Von ihm ist üblicherweise die Rede, wenn der Begriff Cashflow nicht eingegrenzt und nur allgemein verwendet wird.

  • Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Investitions-Cashflow ergibt sich aus Mittelzu- und -abflüssen aus Investitionen und Deinvestitionen.

  • Cashflow aus Finanzierung

Der Cashflow aus Finanzierung zeigt den Zu- und Abfluss aller Geldmittel aus der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung.

Mit dem Worten des Standardisierungsrats: „Alle Zahlungsströme, die aus Transaktionen mit den Unternehmenseignern und Minderheitsgesellschaftern konsolidierter Tochterunternehmen sowie aus der Aufnahme oder Tilgung von Krediten resultieren.”

Die Darstellung des Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit erfolgt dabei nach der sogenannten direkten Methode.

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – Berechnung

Berechnet wird der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit folgendermaßen:

  • Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführung
  • Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter.

Gemeint sind damit: Dividenden, der Erwerb eigener Anteile, Eigenkapitalrückzahlungen sowie andere Ausschüttungen.

  • Einzahlungen aus Anleihen und der Aufnahme von Krediten
  • Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und Krediten
Anmerkung

Gezahlte Dividenden gehören zum Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit. Erhaltene Dividenden aber sind der laufenden Geschäftstätigkeit zuzuordnen.

Wie bereits dargestellt wird nun der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit mit den Cashflows aus operativem Geschäft und aus Investitionstätigkeit zusammengezählt, so zeigt sich im Ergebnis, über wie viel Geld das Unternehmen verfügt.

Cashflow Management in der Praxis: Die Cashflow-Rechnung in 5 Stufen

Um Ihren Cashflow am internationalen IAS-Standard auszurichten, sollten Sie weitere Punkte in Ihre Berechnungen aufnehmen.

  • Stufe 1: Cashflow aus dem Jahresergebnis
  • Stufe 2: Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
  • Stufe 3: Cashflow aus dem Investitionsbereich
  • Stufe 4: Cashflow aus dem Finanzierungsbereich
  • Stufe 5: Cashflow als Veränderung der Gesamtliquidität

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie für Ihr Unternehmen ein aussagekräftiges Cashflow-Statement erstellen.

In einem ersten Arbeitsschritt stellen Sie die Teilsegmente des Cashflow dar, um sie zum Gesamtergebnis zusammenzufügen.

Stufe 1: Cashflow aus dem Jahresergebnis

Erfassen Sie anhand Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung alle Werte, die Kosten, aber keine Ausgaben, und alle Werte, die Erlöse, aber keine Einnahmen darstellen (Pos. 1 bis 12).

Das Ergebnis gibt Aufschluss darüber, wie viele liquide Mittel Sie innerhalb des Geschäftsjahres erwirtschaftet oder verbraucht haben. Um die folgenden Berechnungen übersichtlich zu halten, sind sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch in der Bilanz lediglich die Positionen ausgefüllt, die für die Beispielrechnung benötigt werden.

Hinweis

Sie können die Zahlen, die Sie für Ihre Berechnungen benötigen, Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung entnehmen. Tragen Sie die benötigten Werte unter der entsprechenden Position in die Cashflow-Rechnung ein.

1. Cashflow

 

Dieses Ergebnis entspricht dem traditionellen Cashflow, dem jedoch nur ein begrenzter Informationswert beigemessen wird.

Das Problem: Obwohl Ihr erfolgswirtschaftlicher Cashflow positiv ist, können Sie in einen Liquiditätsengpass geraten, wenn beispielsweise Ihrem positiven Cashflow eine Erhöhung des Warenbestands gegenübersteht, die diesen Wert übersteigt. Ergänzen Sie deshalb in der 2. Stufe Ihre Berechnung um die Werte aus Ihrer laufenden Geschäftstätigkeit.

Stufe 2: Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Erfassen Sie alle liquiditätswirksamen Veränderungen Ihres Umlaufvermögens wie Erhöhung oder Verminderung von Warenbestand und Kundenforderungen und sonstigem Umlaufvermögen, sowie die Veränderungen von Lieferanten- und sonstigen Verbindlichkeiten (Pos. 14 bis 25).

Hinweis

Sie können die Zahlen, die Sie für Ihre Berechnungen benötigen, Ihren Jahresabschlussunterlagen (Bilanzen einschließlich Erläuterungen und Anhang) entnehmen.

Bilanzzahlen (Aktiva)

2. Cashflow

Bilanzzahlen (Passiva)

3. Cashflow
Hinweis

Die folgenden Werte können Sie entweder den Bilanzerläuterungen oder dem Bilanzanhang entnehmen.

4. Cashflow

Tragen Sie die benötigten Werte unter der entsprechenden Position in die Cashflow-Rechnung ein.

5. Cashflow

Wenn Sie den erfolgswirtschaftlichen Cashflow um den Cash- Flow aus dem laufenden Geschäft erweitern, ermitteln Sie den Cashflow Ihres operativen Geschäfts.

6. Cashflow
Nachdem Sie die liquiditätswirksamen Veränderungen im Working Capital mit in Ihre Berechnung einbezogen haben, können Sie feststellen, ob und in welchem Umfang Sie Liquidität erwirtschaftet oder verbraucht haben.

Tipp: Der operative Cashflow: Ein Frühwarnindikator

Da beim operativen Cashflow keine bilanzpolitischen Manipulationen möglich sind, eignet er sich als Frühwarnindikator. Unternehmenskrisen kündigen sich häufig als Liquiditätslücken im Working Capital an. Häufig ist der Cashflow aus dem Jahresergebnis noch positiv, während sich bereits beim Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Anspannungen abzeichnen.

Beispiel: 100.000 € positivem Cashflow aus dem Jahresergebnis stehen 200.000 € negativer Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gegenüber.

Bewerten Sie deshalb den Liquiditätsbedarf beim Working Capital besonders kritisch. Es macht einen bedeutenden Unterschied, ob sich Ihr Warenbestand wegen Umsatzwachstum und bewusst erweiterter Angebotspalette erhöht hat oder ob die Erhöhung eine Folge von Umsatzrückgang und Fehldispositionen beim Einkauf ist.

Wichtig

Um einer Fehlinterpretation des operativen Cashflow entgegenzuwirken, sollten Sie beachten, dass es in der Anlaufphase von jungen Unternehmen und bei einem starken Unternehmenswachstum ebenfalls zu einem (vorübergehenden) negativen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit kommen kann.

Stufe 3: Cashflow aus dem Investitionsbereich

In der Stufe 3 erfassen Sie die Veränderungen beim Anlagevermögen (Pos. 27 und 28). Der Cashflow aus dem Investitionsbereich informiert Sie und Ihre Bank über den Mitteleinsatz für neue Investitionen und über den Mittelzufluss aus dem Verkauf von Anlagevermögen.

Tipp

Vergleichen Sie den Cashflow aus dem operativen Geschäft mit dem Cashflow aus dem Investitionsbereich. So können Sie leicht feststellen, in welchem Umfang Ihr Unternehmen in der Lage war, Investitionen für Substanzerhaltung oder Wachstum aus eigener Kraft zu finanzieren, beziehungsweise in welchem Umfang Finanzbedarf herrscht.

Tipp: Cashflow-Vergleich operatives Geschäft/Investitionsbereich

Wenn Sie einen positiven Cashflow von 300.000 € im operativen Geschäft erwirtschaften und gleichzeitig 500.000 € investieren, weist der Cashflow aus dem Investitionsbereich einen Mittelbedarf von 500.000 € aus, den Sie zu 60 % aus eigener Kraft, nämlich dem operativen Geschäft, decken konnten.

Die zur Berechnung des Cashflow aus dem Investitionsbereich benötigten Werte können Sie dem Anhang Ihrer Bilanz oder dem Anlagenverzeichnis entnehmen.

7. Cashflow

Stufe 4: Cashflow aus dem Finanzierungsbereich

In der 4. Stufe (Pos. 30 bis 33) erfassen Sie die Liquiditätsveränderungen des Finanzierungsbereichs. Sie machen transparent, ob die Finanzierung aus eigenen Mitteln vorgenommen wurde oder die Ausschüttungen beziehungsweise Entnahmen höher waren als die Einzahlungen der Gesellschafter oder des Unternehmers.

Des Weiteren wird deutlich, ob Sie Kredite zurückgezahlt oder neue Kredite zur Deckung des Finanzbedarfs aufgenommen haben. Die Werte, die Sie zur Ermittlung des Cashflow aus dem Finanzierungsbereich benötigen, finden Sie im Regelfall in der Bilanz beziehungsweise in den Erläuterungen zur Bilanz. In der Bilanz selbst können die Finanzierungswerte saldiert ausgewiesen sein, so dass Sie daraus die benötigten Zahlen nicht erkennen können.

Hinweis

In diesem Fall können Sie die Werte „Aufnahme und Rückzahlung von Krediten” aus einer Kapitaldienstübersicht ersehen, die Sie leicht selbst anhand der Bankauszüge erstellen können.

8. Cashflow

Nachdem Sie die 4 Teilstufen Ihrer Cashflow-Rechnung isoliert berechnet haben, können Sie durch eine Zusammenfassung das Gesamtergebnis ermitteln.

Stufe 5: Cashflow als Veränderung der Gesamtliquidität

Wenn Sie die Ergebnisse der Teilsegmente (Pos. 13, 26, 29 und 34) zusammenrechnen, ermitteln Sie die gesamte Liquiditätsveränderung des Geschäftsjahres. Ergänzen Sie diesen Wert noch um den Bestand am Jahresanfang, um Ihren gesamten Finanzmittelbestand darzustellen.

Wenn Sie das Instrument des Stufen-Cashflow zur Planung einsetzen, haben Sie frühzeitig alle Informationen zur Hand, um die Liquidität Ihres Unternehmens zu sichern.

9. Cashflow
Tipp

Sofern Sie den Stufen-Cashflow als Planungsinstrument einsetzen, können Sie die Werte nicht mehr den Bilanzunterlagen entnehmen, sondern müssen zu Ihrer Unternehmensplanung greifen. Für diesen Fall kommen folgende Planungsunterlagen in Frage: Rentabilitätsvorschaurechnung, Investitionsplan und Finanzplan.

Nutzen Sie die Möglichkeiten, mit dem Stufen-Cashflow Ihre Liquidität für die Zukunft zu planen, um ein hohes Maß an Finanzierungssicherheit für Ihr Unternehmen zu erreichen. Stellen Sie diese Planwerte Ihrer Bank zur Verfügung, die dies beim Rating als positiv einstuft. Wenn Sie es vorziehen, Ihre Berechnung des Stufen-Cashflow manuell vorzunehmen, können Sie das folgende Formular dazu benutzen.

10. Cashflow

11. Cashflow

Checkliste: Cashflow-Statement zur Darstellung der Liquiditätslage

  • Ermitteln Sie Ihren Cashflow nicht nur aus dem Jahresergebnis, sondern erfassen Sie auch die Veränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionen und Finanzierungen.
  • Fassen Sie den erfolgswirtschaftlichen Cashflow und den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zum operativen Cashflow zusammen.
  • Ermitteln Sie die Veränderungen beim Working Capital, und setzen Sie diese Werte in die Berechnungen zum operativen Cashflow ein.
  • Achten Sie auf die richtige Interpretation des operativen Cashflow.
  • Nutzen Sie das Ergebnis des operativen Cashflow als Frühwarnindikator.
  • Stellen Sie fest, welchen Anteil der für Anlagevermögen investierten Mittel Sie selbst erwirtschaftet haben.
  • Besprechen Sie mit Ihrer Bank die Ergebnisse Ihrer Berechnungen.
  • Nehmen Sie günstige Ergebnisse zum Anlass, um mit Ihrer Bank über Ihre Ratingnote zu sprechen, da Sie als liquiditätssicheres Unternehmen das Ausfallrisiko minimieren.

Expertentipp: So beweisen Sie Ihre Kapitaldienstfähigkeit

Am Beispiel der Kredittilgungsdauer zeigen wir Ihnen, wie Sie diese Kennzahl ermitteln, interpretieren und für Verbesserungen nutzen können. Die Vorgehensweise bei der Kennzahl Kredittilgungsdauer steht beispielhaft auch für die anderen Kennzahlen, mit denen Sie ähnlich verfahren können.

Sie errechnen für Ihren Betrieb die Kennzahl Kredittilgungsdauer. Diese Kennzahl setzt die Summe Ihres Fremdkapitals ins Verhältnis zum Brutto-Cashflow und zeigt Ihnen, in welchem Zeitraum Ihr Unternehmen aufgenommene Kredite wieder zurückzahlen kann.

Beispiel

Nehmen wir an, die Zahlenreihe zeigt Ihnen, dass sich die Schuldendienstfähigkeit Ihres Unternehmens von Jahr zu Jahr verschlechtert hat. Dies hat zur Folge, dass auch Ihre Bank die Kreditwürdigkeit Ihres Unternehmens schlechter beurteilt. Auf Grund dieser Feststellung sollten Sie weitere Überprüfungen vornehmen, denn Sie wollen und müssen eine Verbesserung erreichen.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder Ihr Fremdkapital ist zu hoch oder Ihr Cashflow ist zu niedrig.

Zunächst sollten Sie die Position Fremdkapital näher beleuchten und überlegen, ob und in welchem Umfang Sie Fremdkapital abbauen können. Da Sie mit dem Fremdkapital sowohl Anlage- als auch Umlaufvermögen finanzieren, sollten Sie prüfen, ob Sie nicht durch die Reduzierung von Anlage- und Umlaufvermögen zu einem Abbau von Fremdkapital kommen können.

Fragen zum Anlagevermögen

  • Ist Ihr Anlagevermögen in vollem Umfang betriebsnotwendig?
  • Können Sie nicht betriebsnotwendiges Anlagevermögen verkaufen, um Fremdkapital abzubauen?
  • Können Sie sich über Sale-and-lease-back von Anlagevermögen trennen?
  • Würden Sie mit Sale-and-lease-back durch die Freisetzung von stillen Reserven zusätzliche Liquidität gewinnen, um Fremdkapital abbauen zu können?
  • Ist bei Sale-and-lease-back die Leasingrate höher/niedriger als Ihre bisherige Kapitaldienstrate?

Fragen zum Umlaufvermögen

  • Können Sie Material-/Warenvorräte reduzieren?
  • Ist der von Ihnen erzielte Lagerumschlag besser/schlechter als der Branchenwert?
  • Können Sie über einen limitierten Wareneinkauf Ihren Lagerumschlag verbessern?
  • Können Sie mit einzelnen Lieferanten die Lieferung auf Kommission vereinbaren?
  • Nach wie viel Tagen zahlen im Durchschnitt Ihre Kunden die Rechnungen?
  • Können Sie Ihre Kundenforderungen reduzieren?
  • Können Sie durch Zahlungsanreize, beispielsweise durch Skontogewährung, das Kundenziel verkürzen?
  • Verfügt Ihr Betrieb über ein funktionierendes Mahnwesen?
  • Können Sie durch den Einsatz von Factoring Ihren Bedarf an kurzfristigem Fremdkapital reduzieren?

Ihre Antworten auf diese Fragen zeigen meist Verbesserungsmöglichkeiten auf. Wenn Sie Anlage- und/oder Umlaufvermögen abbauen können, reduzieren Sie automatisch auch Ihr Fremdkapital und erreichen somit eine günstigere Relation.

Wenn Sie beispielsweise auf Grund einer dieser Maßnahmen Ihr Anlagevermögen um 150.000 € verringern können, vermindert sich auch Ihr Fremdkapital um diesen Betrag.

Folge: Sie haben nicht weniger Fremdkapital. Bei einem unveränderten Netto Cashflow errechnet sich nur noch eine geringere Kredittilgungsdauer.

Können Sie zusätzlich noch Umlaufvermögen reduzieren, verbessert sich die Kredittilgungsdauer nochmals. Haben Sie zum Beispiel bisher einen Lagerumschlag von 1,5-mal erzielt und erhöhen diesen durch Lagerabbau auf 2,0-mal, dann reduzieren Sie bei einem Material-/Wareneinsatz von 1 Mio. € Ihren Bestand um rund 167.000 €.

Tipp

Wenn Sie durch ein strafferes Mahnwesen und zusätzliche Skontoanreize Ihre Kunden veranlassen können, ihre Rechnungen schneller zu regulieren, bauen Sie Kundenforderungen und damit weiteres Fremdkapital ab.

Wenn Sie also Ihren Material-/Warenbestand um 167.000 € und Ihre Kundenforderungen um 66.000 € abbauen können, verringern Sie Ihr Fremdkapital wie folgt:

Ursprüngliches Fremdkapital2.214.756 €
– Abbau Anlagevermögen150.000 €
– Abbau Material-/Warenbestand167.000 €
– Abbau Kundenforderungen66.000 €
= Summe Fremdkapital 1.831.765 €

Bei einem unveränderten Netto-Cashflow verbessert sich die rechnerische Kredittilgungsdauer auf 8,7 Jahre. Ein deutlich besserer Wert als die bisherigen 10,5 Jahre.

Relation: Netto-Cashflow zu Effektivverschuldung

Wenn Sie an die Stelle des Brutto-Cashflow den Netto-Cashflow rücken, setzen Sie den Teil Ihres Überschusses ein, der Ihnen tatsächlich zur Rückzahlung von Krediten zur Verfügung steht.

Um Ihre Netto-Kredittilgungsdauer zu ermitteln, sollten Sie von Ihrer Gesamtverschuldung noch die liquiden Mittel und die kurzfristigen Kundenforderungen abziehen. Jetzt haben Sie Ihre Effektivverschuldung errechnet. Wenn Sie diese Positionen in Relation zum Netto-Cashflow setzen, ermitteln Sie die Netto-Kredittilgungsdauer.

Kapitaldienstfähigkeit beweisen mit dem frei verfügbaren Netto-Cashflow

Für Ihre Bank ist besonders wichtig, ob Sie den Kapitaldienst dauerhaft und sicher leisten können. Diesen Nachweis können Sie am besten anhand des „frei verfügbaren Netto-Cashflow” erbringen.

Formel für die Berechnung des frei verfügbaren Netto-Cashflows

Frei verfügbarer Netto-Cashflow = Netto-Cashflow – bereits vereinbarte Kredittilgungen

Beispiel: Sie erwirtschaften einen frei verfügbaren Netto-Cashflow von 150.000 € und haben Kredittilgungen in Höhe von 80.000 € jährlich vereinbart. Ihre Fähigkeit, den Kapitaldienst zu leisten, beträgt 187,5 %. Ein Wert, der Ihrer Bank Sicherheit signalisiert.

Hinweis

Sie sollten einen Wert erreichen, der deutlich über 100 % liegt, denn nur dann verfügen Sie über ausreichend hohe Reserven, um Ihrer Bank darzustellen, dass Sie ein sicherer Kreditnehmer sind.

Liegt dagegen die Kennzahl „Kapitaldienstfähigkeit” unter 100 %, sieht die Bank sofort, dass Sie Schwierigkeiten mit der Kreditrückzahlung haben.

Überblick: Cashflow Management beweist die Kreditwürdigkeit

  • Beachten Sie bei Ihrer Kreditargumentation, dass die Kreditsicherheiten für die Bank nicht die ausschlaggebende Rolle spielen.
  • Argumentieren Sie mit einem guten Cashflow, wenn Sie mit Ihrer Bank über Kredite sprechen. Ein guter Cashflow überzeugt die Bank davon, dass Sie in der Lage sind, Zinsen und Tilgung für Ihre Kredite zu verdienen.
  • Unterscheiden Sie bei Ihrer Cashflow-Berechnung zwischen dem Brutto-Cashflow und dem Netto Cashflow.
  • Nutzen Sie Ihre Cashflow-Berechnungen, um folgende Kennzahlen zu bilden: Kredittilgungsdauer, brutto Kredittilgungsdauer, netto Cashflow-Kapitalrentabilität Cashflow-Umsatzrentabilität Selbstfinanzierungsquote.
  • Falls Sie bei der Berechnung der Kredittilgungsdauer zu einem ungünstigen Ergebnis kommen, sollten Sie die dafür verantwortlichen Schwachstellen ermitteln und Initiativen zur Verbesserung ergreifen.
  • Ziehen Sie zur Beurteilung der Kapitaldienstfähigkeit Ihres Unternehmens insbesondere die Kennzahl „Kredittilgungsdauer netto” heran, die Ihnen die tatsächliche Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens verdeutlicht.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von David Gerginov. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz