Celonis soll in 2020 an die Börse – Was steckt hinter dem Unternehmen?

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Celonis will im Jahr 2020 an die Börse. Was steckt hinter dem Software-Star aus München? (Foto: ESB Professional / shutterstock.com)

Celonis gilt als eine der größten deutschen Erfolgsgeschichten, wird das Start-up mit mehr als 1 Mrd. US-$ bewertet. Damit gehört Celonis zur illustren Reihe sogenannter Einhörner, also junge Firmen, die mit über eine Mrd. US-$ bewertet werden.

Das Münchner Unternehmen schaffte mit seiner Analysesoftware den Sprung über den großen Teich und ist heute erfolgreich in den USA unterwegs. In 2020 soll der Börsengang von Celonis stattfinden, dies wäre ein weiterer Meilenstein in der Firmengeschichte. Doch was steckt hinter dem Münchner Start-up-Unternehmen, das für so viel Begeisterung bei Investoren sorgt?

Celonis Börsengang – Was steckt hinter der Aktie?

Im Jahr 2011 haben mit Bastian Nominacher, Martin Klenk und Alexander Rinke drei junge Studenten das Unternehmen Celonis gegründet. Celonis mit Hauptsitz in München vermarktet eine Cloud-basierte Datenanalyse-Software. Diese Software hilft dabei, Geschäftsprozesse anhand von Daten weiter zu optimieren.

Anhand der Software von Celonis können Firmen durch sogenanntes „Process Mining“ einen noch besseren Einblick in Geschäftsprozesse erhalten und damit etwaige Schwachstellen aufdecken. Hierzu klinkt sich die Software in IT-Systeme einer Firma ein und greift Daten über einzelne Unternehmensabläufe ab.

Mithilfe dieser Daten können Firmen dann Verbesserungen im Bereich Beschaffungswesen, Finanzierung, Fertigung, Produktion, Vertrieb und Bezahl-Management anstoßen.

Zu den namhaften Kunden des Unternehmens gehören Einzelhändler wie EDEKA und Rewe, aber auch Vodafone, Siemens, UBS, Cisco Systems, 3M, Adobe Systems und Tele2. Als Kooperationspartner fungiert u.a. der Walldorfer Softwarekonzern SAP, der die Softwarepakete von Celonis weltweit vertreibt.

Celonis in Zahlen

Celonis beschäftigte zuletzt über 500 Mitarbeiter an 9 Standorten weltweit. Im Jahr 2017 erreichte der Umsatz von Celonis bereits 20 Mio. Euro, wobei das Unternehmen als profitabel gilt. Branchenexperten vermuten, dass die Jahreserlöse inzwischen drei Mal so hoch liegen dürften.

Darüber hinaus kommt die Process Mining Technik des Unternehmens in über 25 Ländern und mehr als 15 verschiedenen Industrien zum Einsatz. Laut Unternehmensmitgründer Alexander Rinke ist ein Börsengang ab einer Größenordnung von 100 Mio. Euro für das Unternehmen denkbar.

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Celonis Aktie – ein Ausblick

Die Chancen stehen gut, dass Celonis diese Umsatzschwelle bereits im Jahr 2020 erreichen wird, wenn der Datenanalyse-Spezialist sein Wachstumstempo beibehält.

Geht es nach Firmenmitgründer Bastian Nominacher, soll Celonis im Jahr 2020 1.000 Mitarbeiter beschäftigen. Langfristig will das Unternehmen zum Weltmarktführer in seinem Bereich werden.

Fazit: Celonis-Börsengang ist ein Schmankerl für Anleger

Mit dem bayerischen Softwarehaus Celonis dürfte ein echtes Schmankerl für die Anleger an die Börse kommen. Der Grund: Das Unternehmen kann nicht nur mit einem innovativen Produkt, sondern auch mit entsprechenden Wachstumszahlen und einem fähigen Führungstrio aufwarten. Ergebnis ist eines der wenigen deutschen Softwarefirmen, die auf internationalem Niveau mithalten können.

In der Vergangenheit haben Firmen durch die Verlagerung der Produktion ins Ausland ihre Kosten gesenkt. Das funktioniert heute nicht mehr so einfach. Stattdessen liegt heute der Fokus vieler Unternehmen darauf, interne Abläufe weiter zu optimieren, um Kosten zu sparen.

Dies ist aber ebenfalls nicht so einfach, da Großkonzerne über Tochterfirmen heute weit verzweigt auf den Weltmärkten aufgestellt und damit kaum mehr zu durchblicken sind – zumindest für Menschen. Hier kann eine Software eine wichtige Hilfe sein.

Ein weiterer Pluspunkt von Celonis ist auch, dass die Softwarelösung sehr flexibel ist. Das bedeutet, dass die Software mit allen wichtigen IT-Systemen kompatibel ist, um große Datenmengen zu verarbeiten.

Unter dem Strich dürfte die Celonis Aktie eine Bereicherung für den Kurszettel sein, auch wenn der Börsengang vermutlich an der Technik-Börse Nasdaq erfolgen wird.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands